„Persönliche Schutzausrüstung ist in Krisenzeiten gefragt wie nie“ – Sebastian Wenz (AGAPLESION)

Sebastian Wenz ist Leiter Unternehmenskommunikation bei der gemeinnützigen Aktiengesellschaft AGAPLESION. Bundesweit arbeiten mehr als 19.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 100 Einrichtungen, darunter 23 Krankenhausstandorte mit über 6.300 Betten, 38 Wohn- und Pflegeeinrichtungen mit über 3.000 Pflegeplätzen und zusätzlich 885 Betreuten Wohnungen, vier Hospize, 34 Medizinische Versorgungszentren, 16 Ambulante Pflegedienste und eine Fortbildungsakademie bei AGAPLESION. Darüber hinaus bildet AGAPLESION an 15 Standorten im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege aus. Im Interview spricht Sebastian Wenz über die Versorgungslage mit medizinischer Schutzkleidung und den Umgang mit Lieferengpässen.

Die Corona-Krise hat zu einem stark erhöhten Bedarf an medizinischer Schutzkleidung geführt. Wie ist die aktuelle Versorgungslage?

Sebastian Wenz: Persönliche Schutzausrüstung ist in Krisenzeiten gefragt wie nie und wurde im Zuge der Corona-Krise schnell zu einer knappen Ressource. Das Beschaffungsmanagement der Schutzmaterialien für die Mitarbeitenden in den Kliniken und Wohn- und Pflegeeinrichtungen wurde zur echten Herausforderung. Aktuell hat sich die Lage glücklicherweise etwas entspannt.

Zeitweise kam es zu erheblichen Lieferengpässen von medizinischer Schutzkleidung. War Ihr Unternehmen auch betroffen?

Sebastian Wenz: Unterschiedlich. Zu Beginn der Pandemie war vor allem Desinfektionsmittel knapp, kurz darauf kam es zu einem Engpass bei FFPII und FFPIII-Masken, auch die Reichweite von Schutzkitteln wurde teilweise kritisch. Dennoch konnten wir zu jedem Zeitpunkt eine ausreichende Versorgung sicherstellen. Das Team des AGAPLESION Zentraleinkaufs in Obertshausen arbeitete rund um die Uhr daran, das Personal in den Kliniken und Einrichtungen bestmöglich mit Material auszustatten.

Wie bewerten Sie die Reaktion der politisch Verantwortlichen im Umgang mit den Lieferengpässen?

Sebastian Wenz: Wir haben uns darauf konzentriert, der Verantwortung gegenüber unseren Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner und unseren Mitarbeitenden gerecht zu werden.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Befürchten Sie, dass es in der Feriensaison zu einer zweiten Infektionswelle kommen könnte?

Sebastian Wenz: Das lässt sich nicht seriös beantworten. Wir sind gut beraten, für den Fall der Fälle bestmöglich vorbereitet zu sein und weiterhin gewisse Kapazitäten vorzuhalten. So wird es aktuell praktiziert und wir unterstützen dies ausdrücklich.

Wie gut ist das deutsche Gesundheitssystem auf eine mögliche zweite Corona-Welle vorbereitet?

Sebastian Wenz: Wir können nicht für das gesamte Gesundheitssystem sprechen, sondern nur für uns: Wir halten in unseren Häusern weiterhin gewisse Kapazitäten und Ressourcen für diese Situation vor. So können wir im Bedarfsfall flexibel reagieren und Strukturen ad hoc anpassen.

Herr Wenz, vielen Dank für das Gespräch.

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