„Das deutsche Gesundheitssystem ist sehr gut aufgestellt“ – Franzel Simon, CEO Helios Kliniken

Franzel Simon ist CEO von Helios, Europas führendem privaten Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro. Im Interview spricht Franzel Simon über Lieferengpässe bei Schutzkleidung und dem Risiko einer zweiten Corona-Welle.

Franzel Simon, CEO Helios Kliniken Deutschland

Die Corona-Krise hat zu einem stark erhöhten Bedarf an medizinischer Schutzkleidung geführt. Wie ist die aktuelle Versorgungslage?

Franzel Simon: Aktuell ist die Versorgungslage wieder entspannter, es gibt bei uns derzeit im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung keine drohenden Lieferengpässe.                

Zeitweise kam es zu erheblichen Lieferengpässen von medizinischer Schutzkleidung. Bei welchen Produkten war die Versorgungslage am problematischsten? War Ihr Unternehmen auch betroffen?

Franzel Simon: Die hohe Nachfrage an Mund-Nasen-Schutz und FFP-Masken war auch für uns deutlich spürbar. Wir konnten aber auf alternative Lieferanten zurückgreifen, sodass wir zu keiner Zeit Probleme mit der Versorgung von Schutzausrüstung in unseren Kliniken hatten.

Wie bewerten Sie die Reaktion der politisch Verantwortlichen im Umgang mit den Lieferengpässen?

Franzel Simon: Ohne einzelne Maßnahmen oder Vorschläge bewerten zu wollen, begrüßen wir grundsätzlich Initiativen sowohl der Politik als auch der Hersteller, Lieferengpässe bei Medizinprodukten zu vermeiden. Unsere Versorgung war indes jederzeit sichergestellt.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Befürchten Sie, dass es in der Feriensaison zu einer zweiten Infektionswelle kommen könnte?

Franzel Simon: Die Gefahr einer zweiten Infektionswelle sehen wir durchaus. Derzeit kommt es glücklicherweise nur regional vereinzelt zu höheren Neuinfektionen. Umso wichtiger ist es, dass die Bürgerinnen und Bürger über die Hygienemaßnahmen aufgeklärt sind und diese auch strikt einhalten.

Wie gut ist das deutsche Gesundheitssystem auf eine mögliche zweite Corona-Welle vorbereitet?

Franzel Simon: Das deutsche Gesundheitssystem ist sehr gut aufgestellt. Wir hatten nur wenig Zeit, uns auf den Ausbruch des Corona-Virus im Frühjahr vorzubereiten. Dennoch haben wir es geschafft, unsere Intensivkapazitäten binnen weniger Tage deutlich aufzustocken und das Elektivprogramm herunterzufahren, um uns auf COVID-PatientInnen einzustellen. Mit Erfolg, denn Deutschland gehört zu den Ländern mit der geringsten Letalität durch das neue Virus. Zudem konnten wir in den vergangenen Wochen viel über das Virus und den Krankheitsverlauf lernen, sodass wir besser vorbereitet in eine mögliche zweite Welle gehen könnten als noch im Frühjahr. Auch ein Herunterfahren des Elektivprogramms wäre von einem Tag zum Nächsten möglich, sodass genügend Kapazitäten für die Behandlung von COVID-PatientInnen vorhanden wären.

Herr Simon, vielen Dank für das Gespräch.

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