„Deckelung der EEG-Umlage stabilisiert das Endverbraucherpreisniveau“ – Peter Krotz (Ampere Solar GmbH)

Peter Krotz ist Geschäftsführer der Ampere Solar GmbH. Der Photovoltaikspezialist spricht im Interview über die wirtschaftliche Situation der Branche und notwendige Reformen.

Photovoltaikanlagen haben 2019 einen Anteil von mehr als 7,4 Prozent zur Gesamtstromerzeugung beigetragen. Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien?

Peter Krotz: Im Privatkundensegment verzeichnen wir seit Beginn der Corona-Krise eine verstärkte Nachfrage, im gewerblichen Bereich werden Projekte zeitlich verschoben aber nicht storniert.

Durch das Konjunkturpaket wird die EEG-Umlage in Zukunft gedeckelt. Reicht diese Neuregelung um eine starke, deutsche Photovoltaikbranche in Deutschland zu erhalten?

Peter Krotz: Die Deckelung der EEG-Umlage stabilisiert lediglich das Endverbraucherpreisniveau. Da die Photovoltaikkapazitäten über das aktuelle jährliche Zubau-Niveau von rd. 3,5 bis 4,0  GigaWatt hinaus  mindestens verdoppelt werden muss, um den ausfallenden Kohle-/Atomstrom zu ersetzen, reichen die bisher bekannten Maßnahmen nicht aus. Insbesondere die im EEG vorgesehenen monatlich fallenden Vergütungssätze machen große PV-Anlagen, die nur einspeisen, unwirtschaftlich für Investoren. Das EEG muss so novelliert werden, dass es für Privat- und gewerbliche Kunden wieder attraktiver erscheint, in PV-Anlagen zu investieren. Ansonsten schaffen wir die Energiewende mit dem Ziel „weg von den fossilen Brennstoffen“ nicht.

Welche Teile der Wertschöpfungskette werden noch in Deutschland bzw. Europa generiert?

Peter Krotz: Modul- und Wechselrichterproduktion vor allem auch in Deutschland – z.B. Heckert Solar in Chemnitz baut seine Fertigungskapazitäten an einem neuen Standort deutlich aus, Kostal, SMA. Auch Planung und Errichtung von PV-Anlagen durch Betriebe wie unser Unternehmen Ampere Solar GmbH, das seit über 12 Jahren PV-Anlagen plant und errichtet.

Welche Änderungen an der aktuellen Gesetzlage wären notwendig, um die geplante Energiewende bis 2030 zu realisieren?

Peter Krotz: Feste anstatt durch den quartalsweisen Zubau bedingt fallende Vergütungssätze für reine Einspeiseanlagen – mindestens 10 ct./kWh, besser 11 ct./kWh. Bei einem Niveau von 11 Cent /kWh Vergütung sind gerade Investorenprojekte weiterhin eine sehr wichtige Säule, wenn nicht die wichtigste für den Ausbau, da dieser allein durch Eigenverbrauchsanlagen nicht realisierbar ist. Abschaffung der EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch, für Anlagen größer 10 kW.

Welche Möglichkeiten gibt es für private Kapitalanleger in Photovoltaikanlagen zu investieren?

Peter Krotz: Insbesondere durch die Möglichkeit über den IAB (Investitionsabzugsbetrag) im ersten Jahr 40% und im zweiten Jahr 20% abschreiben zu können, sind PV-Anlagen immer noch interessant. Darüber hinaus unterstützt das aktuell niedrige Zinsniveau die Finanzierung der Projekte.

Welche Chancen und Risiken sind mit solchen Investments verbunden?

Peter Krotz: Das EEG sichert die feste Vergütung über 20 Jahre. Das ist wichtig für Bankenfinanzierungen. PV-Anlagen sind eher wartungsfrei. Zu achten ist auf die Qualität der eingesetzten Komponenten, z.B. Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, und vor allem auf die Zuverlässigkeit und Erfahrung des installierenden Unternehmens. In Betrieb befindliche PV-Anlagen sind grundsätzlich wiederverkäuflich, das heißt, dass ein Investor eine von ihm betriebene PV-Anlage an einen Erwerber weiter veräußern kann und der Erwerber hat dann für die Restlaufzeit der EEG-Vergütung ebenfalls eine stabile Einnahmensituation. 

Herr Krotz, vielen Dank für das Gespräch.

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