„Auf OnPage SEO und OffPage SEO achten“ – Alexandra Buckard (Agentur Emilian)

Alexandra Buckard ist Geschäftsführerin der Agentur Emilian. Im Interview spricht die Digitalisierungsexpertin über die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung, die Relevanz von guter Planung für SEO-Kampagnen und die Unterschiede zwischen white hat, grey hat und black hat SEO.

Die Corona-Krise hat viele Unternehmer dazu gebracht ihre Digitalisierungsbemühungen zu intensivieren. Welches sind die wichtigsten Überlegungen, die bei der Planung einer Onlinekampagne berücksichtigt werden sollten?

Alexandra Buckard: Ganz pauschal lässt sich das natürlich nicht beantworten. Wir betrachten jeden Kunden sehr individuell und versuchen zunächst mit dem Kunden Antworten auf folgende Fragen zu finden:

Was sind die primären Ziele der Kampagne?
Neukunden gewinnen?
Bestandskundenpflege?
Umsatz steigern?
Event bewerben?
Bekanntheit steigern?
Mitarbeiter gewinnen?
Reputation steigern?
usw.

Für jedes Ziel gibt es unterschiedliche Herangehensweisen und empfehlenswerte Marketingwege. Wer den Umsatz steigern möchte, sollte darüber nachdenken, bei Google besser gefunden zu werden. Durch SEO und Google Ads kann man sich genau dort positionieren, wo Menschen nach der Dienstleistung oder dem Service der Unternehmer suchen. Durch Social Media kann ich auf Produkte aufmerksam machen, nach denen noch keiner bei Google sucht und sehr spezifisch eine Zielgruppe auswählen. Auch das Bewerben von Events funktioniert über Social Media oder Display Marketing sehr gut.

Wie kann ich als Unternehmen meine Sichtbarkeit im Netz verbessern?

Alexandra Buckard: Grundsätzlich kann man sagen, dass es zwei unterschiedliche Ansätze in dem Bereich gibt. Wir unterscheiden zwischen „Push-“ und „Pull-Marketing“.

Wenn das Produkt noch unbekannt ist oder der User noch nicht wissen kann, dass es in Monat XY eine Veranstaltung zu einem bestimmten Thema gibt, kann ich über „Push-Marketing“ (Social Media, Display Werbung etc.) eine Nachfrage erzeugen und die Bekanntheit steigern.

Beim „Pull-Marketing“ positioniert man sich in der Regel dort, wo bereits Nachfrage besteht. Google bietet sich in diesem Fall optimal an.

Welche technischen Anforderungen sollte eine Webseite erfüllen, um gute Rankings in Suchmaschinen zu erreichen?

Alexandra Buckard: Die wichtigsten technischen Anforderungen haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Kurze Ladezeiten:
Wenn eine Webseite zu lange lädt, springen die Nutzer schnell ab, was wiederum schlecht für das Webseitenranking bei Google ist.

Hier können Sie die Ladezeiten Ihrer Webseite überprüfen und auch sehen, in welchem Bereich es Optimierungspotential gibt. Wichtige Stichwörter sind hier: Bilder komprimieren, lazy loading etc.

Darstellung auf mobilen Endgeräten:
Die Webseite sollte mobil optimiert sein und sowohl vom Tablet als auch vom Mobiltelefon optimal erreichbar sein. Außerdem sollten die Texte in einer entsprechenden Größe verfasst werden und optisch gut leserlich dargestellt werden. Responsives Webdesign ist heutzutage Pflicht.

SSL Verschlüsselung:
Viele Browser öffnen eine Webseite ohne SSL Verschlüsselung gar nicht mehr ohne Warnhinweis. Das Zertifikat sorgt für mehr Sicherheit und eine bessere Nutzererfahrung.

Sprechende und benutzerfreundliche URLs:
Umso kurzer und leichter verständlich die URLs einer Webseite sind, umso besser. Optimalerweise ist in der URL das wichtigste Keyword bereits enthalten.

„Content is king“ lautet eine goldene Regel, die Google als wichtigsten Rankingfaktor für die Sucherergebnisse nennt. Welche Art von Inhalten sind besonders beliebt?

Alexandra Buckard: Welche Inhalte zu einem Thema besonders beliebt sind, erkennt man in der Regel sehr gut auf der ersten Seite bei Google.  Um das genauer zu analysieren, würden wir folgendes Vorgehen vorschlagen:
1. Klicken Sie auf die Top-3 Suchergebnisse bei Google und schauen Sie sich an, worüber diese Seiten schreiben
2. Google Vorschläge nutzen. Tippt man beispielsweise „Abnehmen“ ein, sieht man, wonach Menschen, die nach dem Thema gegoogelt haben, auch suchen.
3. Nutzen Sie die Funktion „ähnliche Suchanfragen“.

4. Nutzen Sie „Google Trends“, ein Tool mit dem man gut erkennen kann, was die Menschen beschäftigt.
5. „Nutzer fragen auch“ Box. Hier zeigt Google weitere relevante Fragen zum Thema an.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Optionen.

SEO, SEA, Link Building, Content Marketing. In der Branche werden viele Fachbegriffe benutzt die Laien wenig sagen. Welche sind die gängigsten Methoden der Suchmaschinenoptimierung?

Alexandra Buckard: SEO (Search Engine Optimization) zu Deutsch „Suchmaschinenoptimierung“ ist ein breites Feld. Um eine Webseite in den organischen Suchergebnissen besser zu positionieren, sollte man sowohl auf OnPage SEO als auch auf OffPage SEO achten. Die OnPage Maßnahmen umfassen unter anderem die Benutzung klarer HTML-Überschriften, die Verwendung des Hauptkeywords an den richtigen Stellen sowie die richtige Meta Description und den Meta Title. Letzterer ist nach wie vor einer der wichtigsten OnPage Faktoren.

Als OffPage Maßnahmen wird z.B. der Linkaufbau bezeichnet. Hochwertige Backlinks sorgen für eine Steigerung der Autorität der Webseite.

Wenn Sie lokal besser gefunden werden möchten, kommen Sie um den Begriff lokale Suchmaschinenoptimierung (engl. Local SEO) nicht herum. Hier spielt der Google My Business Eintrag eine entscheidende Rolle.

Darüber hinaus gibt es hunderte weitere relevante Fachbegriffe. SEO sollte man in der Regel dem Fachmann überlassen, da es wirklich ein breites und sehr komplexes Feld ist.

Nicht alle Arten von Suchmaschinenoptimierung werden von Google geduldet und sollten vermieden werden. Welche Methoden fallen unter „grey hat“ und „black hat“ SEO?

Alexandra Buckard: Beim black hat SEO wird gegen die Google Richtlinien verstoßen, um für bessere Rankings in der Suchmaschine zu sorgen. Es werden meist Spam-Methoden verwendet.

Beispiele dafür sind Linkfarmen (Linknetzwerke). Hierbei werden Webseiten benutzt, um Links zu setzen, um damit die Rankings anderer Webseiten zu steigern. Typisch sind hier PBN (Privat Blog Networks).

Ein anderes Beispiel ist die Überoptimierung von Ankertexten (sichtbare Text in einem Dokument, der auf eine andere Seite weiterleitet). Im Gegensatz zur internen Verlinkung ist die Überoptimierung von Ankertexten bei externen Links bei Google nicht gewünscht und kann zu Konsequenzen führen.

Eine weitere verbreitete Methode nennt man „Text Hiding“. Hierbei werden Keywords auf der Seite platziert jedoch vom Inhaber der Homepage verborgen. Eine Zeit lang hat man beispielsweise mit weißer Schrift auf weißem Hintergrund gearbeitet, um Suchbegriffe häufig zu erwähnen, ohne den Nutzer abzuschrecken.

Negative SEO –  um der Konkurrenz zu schädigen, werden Maßnahmen unternommen, dass die Seite der Konkurrenz aus dem Suchmaschinen Index entfernt wird. Ein Beispiel wäre das Setzen von Links mit harten Ankertexten in Linktauschprogrammen etc.

Eine weitere Methode ist das Hacken von Websites um dort Links zu platzieren.

Hier erfahren Sie mehr über die aktuellen Google Richtlinien.

Grey hat SEO hingegen ist ein Mix aus black hat SEO und white hat SEO (Prozess der Suchmaschinenoptimierung, der die Google Richtlinien respektiert).

Um schneller zu besseren Rankings zu kommen, greifen manche auf grey hat SEO Maßnahmen zurück. Hierbei wird man nicht automatisch abgestraft, riskiert aber natürlich mehr als beim white hat SEO. Generell versucht man Schlupflöcher im Google Algorithmus zu finden und diese für sich auszunutzen. Ein Beispiel wäre es backlinks zu kaufen, ohne diese entsprechend zu kennzeichnen.

Welche SEO-Maßnahmen halten Sie persönlich für kleine und mittelständische Unternehmen für empfehlenswert und zielführend?

Alexandra Buckard: Die drei wichtigsten SEO Faktoren sind: Content, Backlinks und Nutzererfahrung (ohne Reihenfolge).

Content: Hochwertige Inhalte, die die Suchintention des Suchenden treffen sind das A und O. Nur wenn der Nutzer findet, was er sucht, bleibt er auf der Seite.

Backlinks: Relevante und hochwertige Backlinks sind nach wie vor das Maß aller Dinge. Verzeichniseinträge, Gastbeiträge, Pressearbeit etc. sollten für Relevanz, Vertrauen und Autorität sorgen. Einer der wichtigsten OffPage Rankingfaktoren ist die Domain Autorität.

Nutzererfahrung: Wenn der Nutzer auf eine Seite kommt, die langsam lädt, oder auf dieser nicht findet, was er gesucht hat, springt er wieder ab. Daher ist es enorm wichtig, dies durch hochwertige Inhalte, ein überzeugendes Design und vor allem nachvollziehbare und intuitive Navigationswege (Menu, Call to actions…) umzusetzen. Denn das Nutzerverhalten hat für uns einen wichtigen Einfluss auf die Rankings.

Bei weiterführenden Fragen zum Thema SEO bieten wir selbstverständlich eine kostenlose Beratung an.

Frau Buckard, vielen Dank für das Gespräch.

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