Das Großraumbüro dient der Flächenverdichtung – Sven Bublitz (BUBLITZ Einrichtungen für Unternehmen e.K.)

Sven Bublitz ist Inhaber von BUBLITZ Einrichtungen für Unternehmen. Im Interview spricht der Experte für Büroausstattung über moderne Einrichtungsvarianten für Großraumbüros und Must Haves für das Homeoffice.

Die Corona-Krise hat die Anforderungen an Arbeitsplätze verändert. Welche Produkte sind derzeit besonders gefragt?

Sven Bublitz

Sven Bublitz: Unsere Kunden haben zuerst in Hygienewände investiert und in den Empfangszonen, Loungebereichen oder Konferenzräumen die Abstände erhöht. Auch die Möbelindustrie hat schnell reagiert. Es gibt für jedes Schreibtischmodell mittlerweile Adaptionen, um die direkte Ausbreitung von Aerosolen durch Zwischenwände zu reduzieren. In Großraumbüros sind Cubes gefragt. Das sind Raum-in-Raum-Systeme mit speziellem Luftfilter. Und es gibt Leuchten, die durch ultraviolettes Licht nachts die Anzahl der Viren und Bakterien reduzieren sollen. Wir sind auf die Langzeiterfahrungen gespannt, stellen aber einen sehr innovativen Umgang mit dem Thema fest.

Gibt es bestimmte Produktkategorien, die sich schlechter verkaufen als vor Ausbruch der Pandemie?

Sven Bublitz: Aktuell lässt sich das noch nicht ablesen. Wir vermuten jedoch, dass Unternehmen die Anzahl der Arbeitsplätze reduzieren könnten, und durch Arbeit im Home-Office ersetzen. Damit setzt sich allerdings ein Trend fort, den wir schon länger beobachten. Das Büro wird zum Treffpunkt. Wo die Arbeit stattfindet ist dank Laptop und Mobiltelefon egal. Jeder sucht sich für seine Arbeit das optimale Umfeld. Das kann je nach Typ mal das belebte Café sein, oder eine ruhige Bibliothek.

Wird das Großraumbüro zum Auslaufmodell?

Sven Bublitz: Das Großraumbüro dient der Flächenverdichtung und spart Miete. Für einige ist es die schlimmste Entwicklung, weil sie trotz entsprechender Akustikmaßnahmen immer abgelenkt werden. Für andere ist es ein Pool für Kreativität und Leben. Großraumbüro ist ein Auslaufmodell – ja! Doch es wird ersetzt durch ein Büro-Multiversum. Der Großraum wird zum arbeitstechnischen Freizeitpark mit Sitznischen, akustisch abgeschirmten Think-Tanks und flexiblen Arbeitsplätzen für temporäre Projektgruppen.

Welche Anforderungen gibt es für die Ausstattung von Homeoffice-Arbeitsplätze?

Sven Bublitz: In der Tat verrenken sich einige auf unbequemen Stühlen am Küchentisch. Hier könnten Firmen mit Ihren Mitarbeitern modulare Konzepte entwickeln. Denn zum einen muss zu Hause genügend Platz vorhanden sein. Zum anderen möchte man eine optisch, zur bestehenden Einrichtung passende Ausstattung. Wir empfehlen unseren Kunden, sich nach den Vorgaben für Büroarbeitsplätze zu richten. Vereinfacht gesagt, ein höhenverstellbarer Tisch von mindestens 160 x 80 cm, ein vernünftiger Drehstuhl und gutes Licht durch eine Stehleuchte. Im Home-Office kann man den Rollcontainer durch eine untergehängte Schublade ersetzen.

Gibt es derzeit eine höhere Nachfrage nach Produkten, die auf einen Anstieg von Heimarbeit zurückzuführen ist?

Sven Bublitz: Das Büromöbel insgesamt wird „wohnlicher“. Versteckte Technik, optisch reduzierte Modelle sind Trend. So gibt es eine höhere Nachfrage nach Drehstühlen, die wie Sessel aussehen. Diese passen auch gut ins Home-Office, sind aber manchmal ein Kompromiss in Bezug auf optimale Ergonomie.

Welche allgemeinen Trends wurden durch die Corona-Krise verstärkt?

Sven Bublitz: Unternehmen merken, dass man für 400 Mitarbeiter nicht 400 Schreibtische braucht. Das war auch vorher schon Thema, hat sich jedoch deutlich verstärkt. Und jeder hat mittlerweile selbst erlebt, dass Videokonferenzen viel Reisezeit und Aufwand sparen. Ein Beispiel aus unserer täglichen Arbeit: wir stellen auf Wunsch unserer Kunden die Zwischenschritte einer Büroplanung so gut wie immer online via Microsoft Teams vor. Sobald es dann an Materialien geht, die man fühlen möchte, trifft man sich bei uns im Showroom oder vor Ort beim Kunden. Hierfür wird es auch in Zukunft spannende Orte brauchen, wo entsprechende Technik (großer Screen, Beamer, Lademöglichkeiten, etc.) vorhanden ist, um z.B. einer Gruppe in nettem Ambiente etwas zu präsentieren oder Ideen zu diskutieren.

Herr Bublitz, vielen Dank für das Gespräch.

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