Im Schnitt können bis zu 60% Energiekosten eingespart werden – Jörg Hornisch (WSH GmbH)

Jörg Hornisch ist Geschäftsführer der WSH GmbH. Im Interview spricht der Energieexperte über Einsparpotenziale und bilanzneutrale Leasingangebote.

Für viele Unternehmen sind die Stromkosten ein signifikanter Kostenfaktor. Welche Ersparnisse kann man durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung erzielen?

Jörg Hornisch: Für Unternehmen, die nicht durch wesentlich größere Faktoren, wie z.B. energieintensive Maschinenparks betroffen sind, ist die Umrüstung der bisherigen herkömmlichen Beleuchtung auf LED-Technologie ein wichtiges Thema. Heutzutage sind Einsparpotentiale nicht nur allein durch die Umrüstung, vielmehr auch durch optionale intelligente Steuerungen mittel- bis langfristig lohnenswert. Je länger die Beleuchtungsdauer pro Tag, desto besser. Im Schnitt können so bis zu 60% Energiekosten eingespart werden. Steuerungen je nach Anwendbarkeit erreichen ca. 20% weitere Einsparung. Die Vergleichbarkeit der Einsparung unterliegt dem Verhältnis, d.h. eine gewünschte oder geforderte Erhöhung der Beleuchtungsstärke reduziert die Einsparung.

Welche Kosten entstehen bei einer Umrüstung auf LED-Technik?

Jörg Hornisch: Eine Umrüstung beinhaltet im ersten Schritt die Demontage und umweltfreundliche Entsorgung der alten Leuchten, da diese meist schädliche Stoffe, wie z.B. Quecksilber enthalten. Vorhandene Elektroinstallationen sollten in diesem Schritt auf den Zustand geprüft werden.  Je nach Erreichbarkeit der Leuchten entstehen somit Kosten von der herkömmlichen Leiter bis hin zu Montagebühnen, die tageweise berechnet werden. Notbeleuchtungssysteme sollten separat betrachtet werden. Die Planung einer Umrüstung ist in der Regel kostenlos. Die Kosten der eigentlichen Leuchte hängen dann von der Leuchtenart aber natürlich auch von der Anzahl an Leuchten im Projekt ab.

Für Unternehmen, die hohe Investitionen scheuen, gibt es auch Leasingangebote. Wie funktioniert das Leasing von LED-Beleuchtung? Was sind die Vorteile für Unternehmen?

Jörg Hornisch: Hohe Investitionen belasten die Liquidität von Unternehmen. Leasing ist hier bilanzneutral und lässt die finanziellen Budgets bei den operativen Projekten. Durch eine effizientere Beleuchtung werden sofort Stromkosten reduziert. Eine Einsparung, die die Finanzen direkt entlastet. Mit der geringeren, eingesetzten Energie verbessert sich übrigens auch die CO2 Bilanz des Unternehmens.

Die Finanzierung erfolgt dann über einen Leasing-Partner. Dieser berechnet die Leasingraten und wickelt alles weitere ab. Die Leasingraten fallen dann oft geringer aus, als die Einsparung der Energiekosten. Von der Planung über die Installation bis zur Wartung brauchen keine Ressourcen aus dem Unternehmen bereitgestellt zu werden. Ebenfalls können die Montage sowie Wartung mit über das Leasing abgedeckt werden.

Wie läuft ein Umrüstungsprojekt ab?

Jörg Hornisch: Ein Lichtplaner macht sich im besten Fall vor Ort einen Eindruck, was die Basis für eine sachgerechte Lichtplanung ist. Die Planung am PC erfolgt danach unter den Bedingungen der gültigen DIN-Normen bzw. der Arbeitsstättenrichtlinienverordnung (ASR) um eine optimale Beleuchtung je nach Erfordernis zu erreichen. In diesem Schritt können bereits Montagefachfirmen hinzugezogen werden, um ein Gesamtangebot inkl. Montage zu erstellen. Der Vorteil der 3D-Lichtplanung ist, dass sich der Kunde bzw. die Kundin bereits einen Eindruck verschaffen kann, wie die Beleuchtung später aussehen würde. Danach werden mit dem Kunden und dem Montageunternehmen (ob extern, von WSH oder aus dem Hause des Kunden) die weiteren Schritte der Umrüstung besprochen. Nach der Umrüstung erfolgt eine Inbetriebnahme bzw. Einrichtung der Steuerung.

Wie hoch ist der Zeitaufwand für die Umrüstung? Muss der Betrieb während der Installation gestoppt werden?

Jörg Hornisch: Der zeitliche Aufwand hängt von vielerlei Faktoren ab. Gibt es eine zeitliche Einschränkung oder begrenzte Möglichkeiten der Erreichbarkeit, führt dies zu Verzögerungen. Im Optimalfall kann eine Umrüstung aber auch während des laufenden Betriebs erfolgen mit entsprechenden Hilfsmitteln wie Teleskopsteigern und temporären Absperrungen.

Worauf sollte bei der Auswahl des Anbieters geachtet werden?

Jörg Hornisch: Einen guten Anbieter erkennt man im Vorfeld schon an einer guten Beratung. Langjährige Erfahrung hilft hier sicherlich. Bei der Beratung kommt es sicherlich auch auf ein gutes Produktportfolio an – aber eine gute Beleuchtung setzt eher bei den Anforderungen und Wünschen des Kunden an. Welche Leuchten dann eingesetzt werden, welche Lichtsteuerung benötigt wird – und ob überhaupt – entscheidet sich während der Planung.

Betrachten wir die Produkte, sollten die neuen Leuchten wartungsarm und effizient sein. Hierbei spielen Faktoren wie hochwertige Komponenten eine große Rolle. Sind minderwertige Komponenten verbaut, kann es vermehrt zu Ausfällen kommen, die dann wiederum kostenintensiv in der Wartung sind. Der Hersteller sollte hochwertige Netzteile und eine sehr gute Wärmeableitung der Leuchten sicherstellen. Der Lichtstrom einer Leuchte geteilt durch die notwendige Energieaufnahme (Lumen/Watt) ergibt die Effizienz. So kann schon ein Qualitätsmerkmal mit einfachen Schritten bestimmt werden. Aktuell sollte dieser Wert für einen Industrie-Hallenstrahler bei mindestens 140 Lumen/Watt liegen. Bei Büroleuchten, die überwiegend zusätzliche Optiken als Blendschutz beinhalten sollte der Wert bei über 100 Lumen/Watt liegen. Erreichbare Haltbarkeiten, sogenannte Betriebsstunden der Leuchten unterliegen u.a. Umweltaspekten, wie z.B. der Umgebungstemperatur und Schaltzyklen.

Herr Hornisch, vielen Dank für das Gespräch.

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