Vermögensverwalter reduzieren Zeit- und Research-Aufwand des Kunden – Frank Luge (CONCEPT Vermögensmanagement)

Frank Luge ist Geschäftsführer der CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co KG. Im Interview spricht er über die Vorteile einer professionellen Vermögensverwaltung.

Aus Sicht eines Vermögensverwalters: Wie haben Sie das letzte Börsenbeben vor wenigen Monaten erlebt?

Frank Luge
CONCEPT Vermögensmanagement

Frank Luge: Nach einem starken Börsenjahr 2019 starteten die Märkte auch in das laufende Jahr zunächst freundlich, obwohl bereits seit Dezember beunruhigende Nachrichten aus der chinesischen Provinz Hubei Grund zur Sorge lieferten. Nachdem das Geschehen an Dynamik gewann und Regierungen und Notenbanken in nie dagewesener Geschwindigkeit Notprogramme lanciert haben, notierten die Aktienindices zum Ende des ersten Quartals teils 25% unter ihren Vorjahresend-Niveaus. Die beschlossenen Maßnahmenverkündigungen sorgten in dieser Zeit nur temporär für Entlastung an den Börsen. Vielmehr signalisierte der bisher einzigartige Umfang der Programme die große Not der Regierungen und Währungshüter und sorgte für einen Rückgang der Notierungen in allen Anlageklassen in bisher nicht dagewesener Geschwindigkeit. In dieser Phase galt nur „cash is king“. Auch wir konnten uns dieser Entwicklung nicht komplett entziehen. Insbesondere defensiv ausgerichtete Anleger mussten erkennen, dass auch geratete Anleihen in so einer Phase massiv im Preis verlieren können.

Und die drauffolgende Rallye?

Frank Luge: Die tiefen Einschnitte durch den Corona Schock in fast allen Volkswirtschaften ließen nicht unbedingt die unmittelbar einsetzende Erholung an Aktienmärkten erwarten. Aber einmal mehr zeigte sich, dass Börsen- und Konjunkturentwicklung nicht gleich verlaufen. Eine Abkopplung der Aktienmärkte von der Realwirtschaft hat allerdings nur auf den ersten Blick stattgefunden. Vielmehr ist eine Diskrepanz zwischen der Entwicklung von zukunftsorientierten Unternehmen und der klassischen „Old Economy“ zu beobachten. So bestätigten diese Technologiefirmen mit starken Umsatzzahlen ihr Potential und erreichten oft wieder die Vor-Corona-Niveaus, stiegen in vielen Fällen sogar darüber hinaus. Durch eine entsprechende Berücksichtigung dieser „Wachstumswerte“, die sukzessiver Erhöhung von Aktienquoten und die Auflösung von Absicherungen konnten wir mit unseren Mandanten von der Erholung profitieren.

Man kann sagen dieses Ereignis war nicht gewöhnlich. Wie schätzen Sie die Langzeitwirkung ein?

Frank Luge: So schnell, wie die Börsen sich V-förmig erholt haben, wird die Ökonomie nicht gesunden. Die enormen Konjunkturpakete weltweit und die noch lange anhaltenden Null- bzw. Negativzinsen werden aber für eine Fortsetzung der Asset-Inflation sorgen. Wir erwarten weiter steigende Aktienmärkte, die zeitweise von großer Skepsis der Anleger begleitet werden.

Was sind die Assetklassen, die Sie Ihren Kunden empfehlen?

Frank Luge: Aktien sind weiterhin die von uns empfohlene Assetklasse. Hier setzten wir insbesondere auf Unternehmen mit starkem und kontinuierlichem Wachstum in ihrem jeweiligen Geschäftsbereich. Die jüngst veröffentlichten Quartalsergebnisse zeigten eine besondere Stärke von Aktien aus den Bereichen E-Commerce, Streaming, Netzwerk- und Clouddienste sowie weiterer Technologieunternehmen. Dieser Branchentrend sollte sich fortsetzen, wenn auch unter teilweise höherer Volatilität. Daneben bevorzugen wir eine gewisse Cashquote, um zeitweilige Schwächephasen zu selektiven Zukäufen zu nutzen. Zudem propagieren wir weiterhin die Berücksichtigung von Gold, welches in den letzten Monaten in den Portfolios unserer Mandanten erfreuliche Ergebnisbeiträge geliefert hat.

Wie hoch ist die durchschnittliche Rendite, die Ihre Investoren erwirtschaften?

Frank Luge: Mandanten mit ausgewogener Anlagestrategie (50 % Aktien) haben in den letzten 5 herausfordernden Jahren eine Rendite von durchschnittlich etwa 4 % p.a. nach Kosten erzielen können – wachstumsorientierte Anleger konnten 6 bis 7 % p.a. vereinnahmen.

Welche Assetklassen werden Ihrer Meinung nach in Zukunft besonders interessant sein?

Frank Luge: Hinsichtlich des längerfristig weiterhin negativen Zinsniveaus dürfte das Interesse der Investoren vornehmlich zugunsten von Sachwertanlagen tendieren. Dieses sollte die Börsen weiterhin treiben. Wie bereits erwähnt, bevorzugen wir Aktien von Unternehmen, die sich bereits als „Game Changer“ herausgestellt haben oder das Potential erkennen lassen, ein solcher zu werden. Auch Gold sollte vor dem Hintergrund der Makroökonomischen Gemengelage weiterhin als Absicherung aber durchaus auch als Performancetreiber interessant bleiben.

Investoren können auch eigenständig Aktien kaufen oder in Rohstoffe investieren. Was sind die wesentlichen Vorteile einer Vermögensverwaltungsgesellschaft?

Frank Luge: In einer immer komplexer werdenden Welt, auch und gerade im Bereich der Vermögensanlage verlangen viele Anleger nach Unterstützung und Entlastung. Diese kann der professionelle Vermögensverwalter liefern. So befreit er den Eigenanleger von entsprechenden Recherchen und Research-Aufwand, dem Auswahlprozess der Zielinvestments und vor allem von der letztlichen Anlageentscheidung. Dieses sorgt für Komfort und vor allem Zeitersparnis beim Investor, dem wirtschaftliche Zusammenhänge und Anlagethemen oft nicht gänzlich vertraut sind. Ein wesentlicher Vorteil des Vermögensverwalters ist aus meiner Sicht zudem die professionelle und rationale Perspektive, die dieser für die verantworteten Mandantenvermögen einnimmt und damit klassische Anleger- und Anlagefehler vermeidet.

Herr Luge, wir danken Ihnen für das informative Gespräch.

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