Bauherren sollten Festpreise vereinbaren – Nicole Brandenburg (BRALE BAU GmbH)

Nicole Brandenburg ist Mitglied der Geschäftsleitung bei der BRALE BAU GmbH. Im Interview spricht die Diplom Wirtschaftspsychologin über die wichtigsten Regelungen in Bauverträgen und gibt Bauherren Tipps für die Auswahl seriöser Bauunternehmen.

Bauherren klagen häufig über hohe Baukosten, verspätete Einzugstermine, schlechte Kommunikation mit den Baufirmen oder Subunternehmern und Mängel am Haus. Was sind die typischen Fallstricke auf dem Weg zum Eigenheim?

Nicole Brandenburg: Sagen wir lieber, wie sich Fallstricke vermeiden lassen. Ganz zentral ist dabei natürlich die richtige Wahl des Bauunternehmens. Jeder Bauherr sollte z. B. vorab prüfen, wie es mit der Beständigkeit das Unternehmens am Markt aussieht – wie lange existiert die Firma bereits, über wieviel Erfahrung verfügt sie? Es lohnt sich immer auch, Bewertungen anzuschauen. Das Internet schafft hier ja gute Transparenz. Dann ist wichtig, welche Leistungen das Unternehmen neben der reinen Bauleistung bietet. Gibt es einen persönlichen Bauleiter als Ansprechpartner für alle Anliegen rund um den Hausbau? Verfügt das Unternehmen über eine eigene Gewährleistungsabteilung? Und zu guter Letzt: sichert das Unternehmen eine Festpreis- und Bauzeitgarantie zu? Das sind schon einmal gute Anhaltspunkte, um bösen Überraschungen vorzubeugen.

Beim Schlüsselfertigkauf werden alle Details im Bauvertrag geregelt. Kann man nachträglich noch Änderungen vornehmen?

Nicole Brandenburg: Ja, seit dem 1.1.2018 ist das für jeden Bauherren rechtlich möglich.

Welche Punkte sollten Bauherren im Vertrag unbedingt regeln?

Nicole Brandenburg: Kurz gesagt, alles, was für den Bauprozess und das spätere Wunschhaus essenziell ist. Dazu gehören unbedingt die Festlegung der Bauzeit, die individuellen Wünsche bezüglich Ausstattung oder Raumaufteilung sowie der Grundriss insgesamt. Und natürlich der Preis. Optimalerweise vereinbart der Bauherr einen Festpreis.

Sollte man einen Sachverständigen hinzuziehen oder sind Bauverträge einheitlich?

Nicole Brandenburg: Bauverträge sind nicht einheitlich, sondern variieren von Unternehmen zu Unternehmen. Wer ganz sicher gehen will, dass alles korrekt ist, zieht einen Sachverständigen hinzu. Ein seriöses Bauunternehmen erkennt man auch daran, dass es damit kein Problem hat.

Muss der Bauherr eine Insolvenz des Bauunternehmers nach Vertragsabschluss fürchten?

Nicole Brandenburg: Bauherren sollten sich vorab informieren, ob das Bauunternehmen langjährig besteht und solide ist. Auch zahlt der Bauherr das Haus in Raten nach Baufortschritt. Seit dem 1.1.2018 steht jeder Bauherr zudem eine Verbraucherbürgschaft über 5 % des Hauspreises zu. Dies sichert mich als Kunden gegen eine eventuelle Überzahlung ab, falls dem Bauunternehmen etwas passiert.

Manche Menschen übernehmen sich beim Bauen finanziell. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Nicole Brandenburg: Oftmals werden die Baunebenkosten „übersehen“. Hierzu zählen z. B. ein eventueller Abriss, schwieriger Baugrund, Anschluss von Medien und Erschließungskosten. Außerdem sollte immer noch ein kleiner Puffer einkalkuliert werden. Ein erfahrenes, zuverlässiges Bauunternehmen wird aber immer Transparenz über die gesamten Kosten schaffen, die mit dem Bau verbunden sind.

Frau Brandenburg, vielen Dank für das Gespräch.

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