Richtige Maßnahmen gegen die drohende Geldentwertung treffen – Marko Mähner (GranValora)

Marko Mähner ist Gründer und Geschäftsführer der GranValora. Im Interview spricht er über den Goldmarkt und wie sein Unternehmen auch Privatinvestoren die mehrwertsteuerfreie Investition in alle Edelmetalle, Seltene Erden, Technologiemetalle und hochwertige Anlage-Diamanten ermöglicht.

Die Schuldenkrise wird von den Notenbanken bekämpft, indem die Märkte mit Geld geflutet werden. Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Marko Mähner: Auch wenn ich grundsätzlich ein Befürworter einer soliden Haushaltspolitik bin, Europa hat nur eine Währung, aber divergierende Finanz- und Steuerpolitiken. Die ökonomischen und sozialen Entwicklungen haben schon vor dem Ausbruch des Corona-Virus in mehreren Ländern der Eurozone massiv gekränkelt. Diese Gemengelage hat es noch nie gegeben, folglich gibt es auch keine Blaupause, auf die die Politiker und Notenbanker zur Bewältigung dieser Herausforderungen zurückgreifen könnten. Die Brutalität mit der Covid-19 die weltweite Wirtschaft getroffen hat, erforderte schnelles und beherztes Eingreifen – ohne Rücksicht auf die Langzeitfolgen. Nun ist es an jedem Einzelnen, dafür zu sorgen, dass er die richtigen Maßnahmen gegen die drohende Geldentwertung trifft.

Sachwerte werden gern als „Inflationsschutz“ oder Mittel gegen die Geldentwertung bezeichnet. Können Sie uns dies einmal am Beispiel Gold veranschaulichen?

Marko Mähner: Inflation bedeutet schleichende Geldentwertung. Manche Menschen bemerken sie gar nicht, andere schimpfen darüber, dass alles teurer wird. Nur wer genau hinschaut und dabei auch längere Zeiträume betrachtet, erkennt wieviel Vermögen dabei vernichtet wird. Die Lebenshaltungskosten sind aus zwei Gründen ein wunderbares Beispiel: Sie spiegeln sämtliche Kosten des täglichen Lebens wider und sie stammen aus zuverlässiger Quelle, dem Statistischen Bundesamt.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten im Keller eine Schatztruhe voller Gold. Jeden Monatsanfang verkaufen Sie etwas davon, und zwar immer genau so viel, wie Sie benötigen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Bei Einführung des Euros wären das 1.091 Euro gewesen. Um die zu bekommen, hätten Sie sich von 130 Gramm Ihres Goldschatzes trennen müssen.

Um sich heute das Gleiche leisten zu können wie 1999 benötigen Sie jetzt jedoch – der Geldentwertung sei Dank, bereits 1.466 Euro – zumindest, wenn wir dem Statistischem Bundesamt glauben.

Wenn Gold die Kaufkraft immer ganz exakt speichern würde, müssten wir auch nach 20 Jahren eigentlich immer noch 130 Gramm verkaufen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Doch jetzt zeigt sich, wie stark das Vertrauen in unsere Gemeinschaftswährung bereits gesunken ist. Heute reichen bereits 30 Gramm Gold, um die benötigten 1.466 Euro zu bekommen.

Bei dieser Berechnung habe ich zwar nur die letzten 20 Jahre, also seit Einführung des Euros betrachtet, aber wer ein wenig recherchiert, findet etliche Beispiele, die belegen, dass Gold und Silber auch über Jahrtausende hinweg die Kaufkraft zuverlässig speichern.

In welche Richtung geht mittelfristig der Goldpreis?

Wir haben in den letzten Wochen eine exponentielle Preisentwicklung miterlebt. Seit dem Corona-Tief hat der Goldpreis in der Spitze um über 40 Prozent, Silber sogar um ca. 150 Prozent zugelegt. Nach solchen Anstiegen wäre eine Korrektur gut, sie würde eine gesunde Basis für weitere Kursanstiege legen. Selbst wenn es kurzfristig zu einem größeren Rücksetzer käme, die weltweit ausufernde Geldpolitik kann mittel- und langfristig nur zu steigenden Preisen bei den Edelmetallen führen.

Manche schwören auf Goldsparpläne, andere auf den Kauf von Münzen und Barren beim Händler. Was würden Sie empfehlen?

Marko Mähner: Das ist abhängig von dem Ziel, das mit der Investition verfolgt wird. Den Teil, der als Zahlungsersatz für extreme Krisenzeiten gedacht ist, sollte in kleiner Stückelung und unbedingt im persönlichen Umfeld aufbewahrt werden. In diesem Fall bietet sich der Kauf über einen preiswerten und zuverlässigen Online-Händler oder als anonymes Tafelgeschäft vor Ort an.

Wer jedoch langfristig investieren möchte, dem empfehle ich einem flexiblen Sparplan. Dabei werden selbst kleinste Beträge in große Barren investiert. Dadurch reduziert sich das Aufgeld erheblich und es fallen keine Versandkosten an.

Voraussetzung ist allerdings eine sorgfältige Auswahl des Anbieters. Der wichtigste Aspekt dabei ist die Sicherheit; ein Blick in die AGB mag zwar nicht jedermanns Sache sein, kann aber vor bösen Überraschungen schützen. Besondere Beachtung sollte den Rechten des Lagerverwalters geschenkt werden. Das Verleihen, Verpfänden oder Beleihen der Kundenbestände muss auf jeden Fall ausgeschlossen sein.

Und noch ein weiterer Punkt hört sich eher langweilig an, ist aber von großer Bedeutung: Der Anbieter sollte Bruchteilseigentum ermöglichen. Ohne Bruchteilseigentum wird solange gespart, bis eine bestimmte Münze oder ein bestimmter Barren gekauft werden kann. Gerade bei steigenden Preisen kann es dann jedoch vorkommen, dass die Preise weglaufen, während noch für die nächste Münze oder den nächsten Barren gespart wird.

Und damit wäre ich auch schon bei einem absoluten No-Go eines Goldsparplanes. Covid-19 hat uns allen gezeigt, wie schnell sich unsere Lebensumstände verändern können. Daher sollte man um alle Anbieter, die feste Laufzeiten vorschreiben oder zu einer festen Sparrate verpflichten, einen großen Bogen machen. Denn neben dem Preisvorteil sprechen vor allem die Flexibilität und der Komfort für den Sparplan.

Und wer dann noch darauf achtet, dass er auf Wunsch nicht nur in Gold, sondern auch Silber, Platin, Palladium, Diamanten, Seltene Erden oder Technologiemetalle investieren kann, hat schon einiges richtig gemacht. Gute Sparpläne eignen sich übrigens auch, um kontinuierlich und kostengünstig in Edelmetalle zu investieren, um sie sich später zusenden zu lassen.  

Gold kann man zuhause in großen Mengen aus unterschiedlichen Gründen meist nicht sicher lagern. Welche Orte empfehlen Sie?

Marko Mähner: Das ist wiederum abhängig von dem Ziel, das verfolgt wird. Gold und Silber, die in Notfällen auch als Zahlungsersatz dienen sollen, sollten möglichst Zuhause in einem Tresor oder einem sicheren Versteck aufbewahrt werden.

Große Mengen Gold, Silber oder Diamanten gehören auf jeden Fall unter Verschluss. Wer dabei an ein Schließfach bei einer Bank denkt, sollte jedoch bedenken, dass bereits bei der Anmietung der Name des Mieters sowie aller Bevollmächtigten gemeldet wird. In bestimmten Situationen ist auch der Zugriff durch Behörden zulässig. Dazu gehören Erbfälle ebenso, wie Pfändungen oder Beschlagnahmung bei Auseinandersetzung mit dem Finanzamt oder Sozialversicherungsträgern. Außerdem weckt ein Bankschließfach bei der Hausbank Begehrlichkeiten, wenn ein neuer Kredit beantragt wird.

Meist ebenso sicher aber doch deutlich diskreter sind die Angebote privater Schließfachbetreiber. Manche bieten Zugang sogar rund um die Uhr. Aber auch hier gilt – ebenso wie bei Bankschließfächern: Der Versicherungsschutz sollte ausreichend hoch bemessen sein und es sollten Nachweise über den Besitzanspruch an einem gesonderten Ort gelagert werden.

Wer aus Renditegründen in Edelmetalle oder Diamanten investiert, sollte sich auf jeden Fall mit der Lagerung in einem Zolllager auseinandersetzen. Dort können alle Sachwerte umsatzsteuerfrei gekauft werden, ein Vorteil, der bereits bei Anschaffung für einen richtigen Renditekick sorgt. Als Wermutstropfen könnte man vielleicht die Lagergebühr ansehen, doch dafür entfällt die Anschaffung eines teuren Tresors und der Abschluss einer geeigneten Versicherung. Und auch die persönliche Sicherheit wird bei der auswärtigen Lagerung erhöht – wo nichts zu holen ist, lohnt weder Einbruch noch Raub.

Herr Mähner, vielen Dank für das Gespräch.

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