Venture Capital ist für junge Unternehmen in Deutschland ausreichend verfügbar – Roger Bendisch (IBB Beteiligungsgesellschaft)

Roger Bendisch ist Geschäftsführer der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH. Im Interview spricht er über den Markt für Venture Capital in Deutschland und die politische Unterstützung für die Start-up-Szene.

Die Aktie ist von einer Anlageform für Wenige noch Mitte der 90er Jahre in breiten Teilen der Bevölkerung angekommen. Würden Sie dem zustimmen?

Roger Bendisch

Roger Bendisch: Ende der 90er Jahre gab es mit der Gründung des Börsensegments „Neuer Markt“ einen Boom bei Privatanlegern für die Aktie. Nach dem Crash der Dotcom-Euphorie wurde dieses Segment 2003 eingestellt. In Zeiten der Nullzinns-Politik der EZB erlebt die Aktie aktuell eine Renaissance unter Privatanlegern.

Venture Capital ist in Deutschland wenig vorhanden, woran liegt das?

Roger Bendisch: Venture Capital ist für junge Unternehmen in Deutschland ausreichend verfügbar. Die Bundesregierung hat im April 2020 zusätzlich ein zwei Milliarden Euro Coronahilfen Programm für deutsche Start-ups verkündet. Die IBB Beteiligungsgesellschaft wurde vor 23 Jahren gegründet, um Berliner Start-ups Venture Capital anzubieten. Seitdem hat sie in 210 Berliner Kreativ- und Technologieunternehmen in Konsortien mit Partnern ca. 1,52 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, wovon die IBB Beteiligungsgesellschaft 217 Millionen Euro als Lead-, Co-Lead oder Co-Investor investiert hat.

Warum läuft dieser Markt beispielsweise in den USA besser?

Roger Bendisch: Der amerikanische VC-Markt hat sich deutlich vor dem deutschen Markt etabliert. Viele VC finanzierte US-Unternehmen konnten erfolgreiche IPOs an der amerikanischen Börse absolvieren; wie Google und Facebook, die enorme Renditen für die VCs brachten.

In was für Unternehmen investieren Sie bevorzugt?

Roger Bendisch: Die IBB Beteiligungsgesellschaft investiert in Berliner Start-ups aus den Branchen HealthCare, industrielle Technologien, ICT und Digitalwirtschaft. Philosophie ist, diese Beteiligungen immer mit privaten Co-Investoren durchzuführen.

Werden in Zukunft mehr VC-Angebote für Privatanleger auf den Markt kommen?

Roger Bendisch: VC-Fonds richten sich meistens an institutionelle Anleger. Privatanleger können über börsennotierte Beteiligungsgesellschaften partizipieren.

Sehen Sie in Roboadvisorn eine Chance oder Gefahr?

Roger Bendisch: Robo-Advisors bieten eine interessante Marktbereicherung. Auch hier ist die Performance zu berücksichtigen.

Herr Bendisch, vielen Dank für das Gespräch.

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