Am Anfang der Krise haben sich alle Produzenten auf Masken konzentriert – Johannes Feldhaus (FALANO)

Johannes Feldhaus ist geprüfter PSA-Fachberater bei der FALANO Hygiene Warenvertriebsgesellschaft mbH. Im Interview spricht er über den Boom von Hygieneartikeln, der durch Corona ausgelöst wurde.

Zu Beginn der Corona-Krise war Desinfektionsmittel eine Mangelware. Wie sieht die aktuelle Versorgungslage aus?

Johannes Feldhaus: Die aktuelle Versorgungslage sieht gut aus. Bis auf die Gel-Variante sind alle gängigen Mittel verfügbar.

Welche Produktkategorien werden derzeit besonders stark nachgefragt, wie haben sich die Preise entwickelt?

Johannes Feldhaus: Desinfektion, Seife, Einweg-Handschuhe (Nitril, Latex, Vinyl), PP-Artikel wie Overalls, Schutzkittel, Hauben, Astrohauben – PE-Artikel, wie Schürzen, Kittel, Armschützer. Einweg-Masken (OP-Masken, FFP2 und FFP3).

Da sich am Anfang der Krise alle Produzenten auf die Masken konzentriert haben, entstand nun ein Riesenloch an PP- Artikeln – dementsprechend ist der Preis bis zu 200% gestiegen. Die Produzenten kommen ebenfalls mit den Rohstoffen nicht hinterher. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Einweg-Handschuhen Hier sind die Preise um das 5- bis 8-fache gestiegen – Tendenz steigend. Wann die Preise sich wieder normalisieren steht in den Sternen. Bei Masken hat sich der Preis stabilisiert: hier fallen die Preise weiterhin, allerdings weiß keiner was passiert, wenn die zweite Welle noch größer ausfällt. Wobei der Bestand an Masken um einiges höher ist als noch Anfang des Jahres.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Desinfektionsmitteln?

Johannes Feldhaus: Desinfektionsmittel in Flüssig- oder Gelform, alkoholfrei oder mit Alkohol, als getränkte Tücher, als Spray. Oberflächen oder Handdesinfektion. Es sind im letzten halben Jahr gefühlt etliche neue Marken dazu gekommen – hier ist Vorsicht geboten, da die Hautverträglichkeit nicht immer optimal ist. Ganz günstig ist nicht immer gut – und bewährte Marken, die es seit Jahren gibt, halten immer noch das, was sie versprechen: Qualität!

Rechnen Sie dauerhaft mit einer erhöhten Nachfrage nach Desinfektionsmitteln, bei welchen Produkten insbesondere?

Johannes Feldhaus: Die Nachfrage wird hoch bleiben, allerdings nicht so wie am Anfang von Corona. Viele Kunden kaufen inzwischen mehr Seife, da es hautverträglicher ist und eigentlich auch hilft. Desinfektionsmittel in Gelform ist momentan sehr knapp – hier rechnen wir mit erhöhter Nachfrage.

Welche Trends und Produktinnovationen gibt es in der Branche?

Johannes Feldhaus: Es gibt etliche Versionen von Spendern für Seife und Desinfektion, sodass jeder Betrieb einen hat: Tischständer, Standständer, aus Metall und gebogen. Getränkte Tücher mit Desinfektion wird immer gefragter sein und Tücher mit Reinigungswirkung (Hände waschen unterwegs ohne Wasser). Masken in etlichen Formen und Farben.

Herr Feldhaus, vielen Dank für das Gespräch.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.