Auf die nächste Krise besser vorbereitet sein – Zeèv Rosenberg (i31 Hotel)

Wir sprechen mit Zeèv Rosenberg vom i31 Hotel aus Berlin, über die Auswirkungen der Corona Pandemie auf das Hotelgewerbe.

Corona hat den Tourismus in Deutschland zum Erliegen gebracht. Wie geht es Ihrem Haus seit der Lockerung der Gesundheitsmaßnahmen im Zuge der Pandemie?

Zeèv Rosenberg: Wir haben alle erforderlichen Maßnahmen, welche von der Dehoga und dem Senat gefordert bzw. empfohlen worden sind, eingeführt. Das Geschäft ist sehr schwach und alle Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Da die Lage in den kommenden Monaten sich noch weiter verschärft, hoffen wir, dass die Politik die Situation besser einschätzt und weitere Maßnahmen ergreifen wird. Dies gilt explizit für den Berliner Senat, der den Tourismus nicht ernst nimmt und uns sehr im Stich lässt. Der Senat sollte sofort die City Tax aussetzen und uns, als Hotel, weiter entlassen. 

Wie ist die Auslastung? Dürfen Sie wieder wie vor der Krise arbeiten?

Zeèv Rosenberg: Die Belegung liegt bei 25% und wir können arbeiten, nur eben anders als vor der Krise.

Hat sich die Zwangspause auf die Preise im Gastgewerbe ausgewirkt?

Zeèv Rosenberg: Wegen den erhöhten Hygienemaßnahmen mussten wir die Gastronomiepreise erhöhen.

Wer bucht bei Ihnen häufiger der Tourist oder Geschäftsreisende? Wie sehen Sie die Entwicklung für die Zukunft?

Zeèv Rosenberg: Touristen, da viele große „Player“ wie der Bund, die Deutsche Bahn, Unternehmensberater und viele andere Firmen keine Reisetätigkeit ausüben. Es finden auch keine Messen, Events und Kongresse statt, was den Hotels wirtschaftlich weh tut.

Was war Ihre Lehre aus dem Lockdown?

Zeèv Rosenberg: Es gibt eigentlich keine Lehre aus dem Lockdown. So was haben wir bislang nicht erlebt. Es ist eine „Corona Revolution“. Die Lehre dieser Krise, wenn es denn eine gibt, ist die, uns Gedanken darüber zu machen, was wir besser machen sollten, wie wir effektiver arbeiten können, um auf die nächste Krise besser vorbereitet zu sein.

Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten der Branche ein?

Zeèv Rosenberg: Bis Ende März wird sich nicht viel ändern. Es wird sich eher etwas danach ändern, sollte es keine 2. Welle geben. Jedenfalls sollte diese Krise behutsam gemanagt werden und benötigt keine Radikalität der Leugner oder der „Lauterbachs“. Die vernünftige Mitte sollte uns aus der Krise herausbringen. Das zentrale Problem, neben der Pandemie selbst, wird in Zukunft die Mentalität der Menschen sein. Wie gehen wir mit uns selbst, der Familie, der Arbeit und unserem sozialen Umfeld um?

Herr Rosenberg, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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