Hygienebewusstsein im non Medical Bereich – Thomas Heiwig (Heck Hygiene)

Thomas Heiwig ist Geschäftsführer der Heck Hygiene GmbH. Im Interview spricht er über die Versorgungslage mit Desinfektionsmitteln während der Krise und eine ungebrochen hohe, private Nachfrage.

Zu Beginn der Corona-Krise war Desinfektionsmittel eine Mangelware. Wie sieht die aktuelle Versorgungslage aus?

Thomas Heiwig: Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde seitens der Heck Hygiene noch eine ausreichende Versorgung mit Desinfektionsmitteln sichergestellt, so dass wir in dieser Phase der Pandemie noch nicht von Mangelware bei Desinfektionsmitteln sprechen konnten. Erst im Laufe der Pandemischen Entwicklung, aufgrund massiver Nachfragen zu Desinfektionsmitteln, kam es zu immer mehr Lieferengpässen. Mit den bestehenden Produktionskapazitäten konnten die erhöhten Bedarfe nicht gedeckt werden.  Des Weiteren verknappten sich im Laufe der Pandemie die Rohstoffe und Verpackungsmaterialien. Fokussierend wurde der medizinische Bereich soweit möglich mit erforderlichen Desinfektionsmitteln bedient. Ausgehend von der aktuellen Situation, stabilisiert sich die Warenverfügbarkeit und somit auch die allgemeine Versorgungsstruktur.

Welche Produktkategorien werden derzeit besonders stark nachgefragt, wie haben sich die Preise entwickelt?

Thomas Heiwig: Beginnend mit der Pandemie erhöhten sich stetig die Nachfragen nach Waschlotionen, Haut- und Hände sowie Flächendesinfektionsmitteln. Die Preisentwicklung einzelner Produktgruppen im Laufe der Pandemie, entwickelten sich in Bezug auf die erforderlichen Wirkstoffe zur Herstellung spezifischer Produkte sehr unterschiedlich. Produkte-/Produktgruppen die im Schwerpunkt Ethanol und Isopropanol als Hauptwirkstoff enthalten, unterlagen den größten Preisanstiegen. Aktuell gibt es eine Preisstabilität mit erkennbarer Reduzierung der Rohstoffpreise im Bereich der Ethanol und Isopropanol. Wobei dies eine Momentaufnahme ist, Prognosen anzustellen für weitere Preisentwicklungen ist grundsätzlich in Anhängigkeit mit der weiteren Entwicklung  Corona-Pandemie verbunden.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Desinfektionsmitteln?

Thomas Heiwig: Unterschieden werden Desinfektionsmittel in die nachfolgenden Kategorien, die sich wiederum in sehr unterschiedliche Wirkstoffe-/Wirkstoffkombinationen clustern, je nach geforderter Wirksamkeit:

– Gebrauchsfertige Desinfektionsmittel  (alkoholische und alkoholfreie Schnelldesinfektion)

– Desinfektionsmittelkonzentrate zur Herstellung einer entsprechenden Anwendungslösung

– Gebrauchsfertige Desinfektionstücher (alkoholisch und alkoholfreie Desinfektionstücher)

– Alkoholische Händedesinfektion mit den unterschiedlichen Wirkspektren (begrenzt viruzid (u.a. wirksam gegen Covid-19), begrenzt viruzid Plus, viruzid

Rechnen Sie dauerhaft mit einer erhöhten Nachfrage nach Desinfektionsmitteln, bei welchen Produkten insbesondere?

Thomas Heiwig: Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln speziell für die Haut/Hände und Fläche ist seit der Schweinegrippe im Jahr 2009 kontinuierlich auch außerhalb der medizinischen Verwendung gestiegen. Die Corona-Pandemie hat diese Situation weiter verstärkt, so dass für die Zukunft ein erhöhter Bedarf wahrscheinlich ist. Das Hygienebewusstsein rückt bei vielen speziell im non Medical Bereich und im privaten Umfeld immer mehr in den Fokus.

Welche Trends und Produktinnovationen gibt es in der Branche?

Thomas Heiwig: Gebrauchsfertige Desinfektionstücher in den unterschiedlichsten Applikationsformen für die Flächendesinfektion haben in den vergangenen Jahren einen hohen Stellenwert erlangt, die Entwicklungen in diesen Bereich werden weiter fortgesetzt. Ebenso werden Weiterentwicklungen im Bereich der Haut /Händedesinfektion fokussiert. Das Erreger-Spektrum entwickelt sich, so dass sich auch die Desinfektionsmittel weiter entwickeln müssen.

Herr Heiwig, vielen Dank für das Gespräch.

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