Stand Up Paddling ist ein großer Trend

Axel Bischoff ist Produktmanager bei SIREN SUPsurfing, Leiter einer SUP-Paddelschule und Schulungsbeauftragter des Deutschen SUP Verbandes.

Stand Up Paddling ist seit einigen Jahren zum Trend geworden. Was macht den Reiz dieses Freizeitsports aus?

Axel Bischoff: Stand Up Paddling ist ein leicht zu erlernender Sport mit hohem Freizeitwert.  Der SUP-Sport kann nahezu auf jedem Gewässer betrieben werden und mit der richtigen Kleidung ist ganzjähriges Paddeln möglich. Als Low Impact Sport mit niedrigstem Verletzungsrisiko eignet es sich für jedermann. Die Bewegung in der Natur bietet dabei Ruhe und Erholung. Aber auch für Leistungssportler, die höhere Geschwindigkeiten paddeln und den Paddelsport als Workout sehen, bieten sich einige Möglichkeiten. Dabei ist die Ausrüstung im Vergleich zu anderen Sportarten recht preiswert und Wasserflächen gibt es fast überall

Für wen eignet sich dieser Sport und wie schwer ist er zu erlernen?

Axel Bischoff: Als einzige Voraussetzung ist die Schwimmfähigkeit zu sehen und etwas Gleichgewichtsgefühl ist hilfreich. Ansonsten gibt es keine Alters- oder Gewichtsbeschränkungen. Für den Anfänger empfiehlt sich ein Kurs und schon nach ein bis zwei Stunden fühlt man sich sicher auf dem Board. In den Fortgeschrittenenkursen werden weitergehende Paddeltechniken vermittelt.

Profitiert die Branche vor allem vom Verleih der Paddle Boards oder auch von Privatkäufern?

Axel Bischoff: Die gesamte Branche hat in diesem Jahr massiv zugelegt. Ab Mitte August war es schwer, überhaupt noch Boards zu kaufen, da die Hersteller und Vertriebspartner quasi ausverkauft waren. Das Verleihgeschäft expandierte in diesem Jahr fast in jeder Stadt und so kann man sagen, dass der Sport insgesamt in diesem Jahr einen riesigen Schub bekommen hat.

Corona hat für einen Boom von Outdooraktivitäten geführt. Spüren Sie die Pandemie auch im Alltag?

Axel Bischoff: Ja, durch das reduzierte Reiseverhalten der Deutschen haben wir eine Verlagerung in Richtung lokalem Sport und Freizeitaktivitäten erlebt. Die Schulbetreiber haben in diesem Jahr deutlich mehr unterrichtet und die Verleiher ebenfalls viel mehr Boards auf das Wasser gebracht. Dazu kommt noch das große Angebot der Discounter an billigen Boards, die ebenfalls auf allen Wasserflächen unterwegs sind. 

Wird der Markt für Paddle Boards weiter wachsen oder ist der Höhepunkt des Trends schon erreicht?

Axel Bischoff: Wir gehen davon aus, dass der Sport sich weiter an großer Beliebtheit erfreuen wird. Der Markt für billige Einstiegs-Allroundboards wird sicherlich bald gesättigt sein und wir sehen hier eine große Chance für den Gebrauchtmarkt. Im Bereich der hochwertigeren Boards und der Nischenboards, wie z.B. Wildwasserboards, Raceboards und Yogaboards sehen wir noch starke Zuwachsraten. Auch in der Vereinsarbeit wird der SUP-Sport noch eine umfangreiche Zukunft haben.

Herr Bischoff, vielen Dank für das Gespräch.

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