Dr. Alexander Bode erklärt die trendbasierte Innovationsberatung

Dr. Alexander Bode ist Geschäftsführer der CONABO GmbH. Im Interview spricht er über trendbasierte Innovationsberatung.

Dr. Alexander Bode

In der letzten Krise hat sich gezeigt, dass Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wie Schulen nicht hinreichend digitalisiert sind. Was sind Ihre Erfahrungen bezüglich der Digitalisierung der Wirtschaft?

Dr. Alexander Bode: Hier zeigt sich ein zweigeteiltes Bild, einige Unternehmen haben seit Jahren bereits Erfahrungen gesammelt und konnten schnell reagieren. Teilweise wurden ganze Büro-Belegschaften über Nacht ins Home-Office geschickt. Benachteiligt waren vor allem die Unternehmen, die das Thema noch nicht angegangen waren. Für diese Unternehmen war der Schritt der Digitalisierung dann sehr plötzlich und abenteuerlich. Ich habe mit Unternehmen gesprochen, die binnen fünf Tagen komplette virtuelle Strukturen aufbauen mussten. Insgesamt hat sich aber gezeigt, dass unsere Wirtschaft dem hohen (erzwungenen) Veränderungsdruck standgehalten hat. Viele waren motiviert, das Thema jetzt umzusetzen – das ist, „leider“ muss ich sagen, ein großer Unterschied zu den Erfahrungen an Schulen oder öffentlichen Einrichtungen.

Was macht Ihr Unternehmen, um anderen Firmen bei der Digitalisierung zu helfen?

Dr. Alexander Bode: Als trendbasierte Strategieberatung bieten wir den Unternehmen an, ihre Prozesse zu digitalisieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Beides kann einen wesentlichen Beitrag leisten den Umsatz zu steigern und die Kosten zu senken. In der aktuellen Zeit haben wir viele Projekte, bei denen wir Unternehmen zunächst einmal darin unterstützen, ihre Unternehmenskultur den aktuellen Herausforderungen anzupassen. Einen digitalen Prozess umzusetzen hat viel damit zu tun, die Mitarbeiter*Innen auf diesem Weg mitzunehmen. Die Corona-bedingte Zäsur ist hier ein Katalysator, aber jetzt kommt es darauf an, die Veränderungen und neuen Erfahrungen nachhaltig im Unternehmen umzusetzen. Wir entwickeln also nicht nur digitale Prozesse und innovative Geschäftsmodelle gemeinsam mit unseren Kunden, sondern begleiten unsere Kunden in der Umsetzung, zum Beispiel durch Führungskräfte-Coachings.

Was ist Ihre Spezialisierung?

Dr. Alexander Bode: Unsere Spezialisierung ist, den Unternehmen die weite Welt der Innovationen zugänglich zu machen. Mit unserem CONABO Innovation Monitoring können wir zu allen relevanten Themen die neuesten Trends und Innovationen erfassen und den Unternehmen aufzeigen, wo sie einen konkreten Handlungsbedarf haben. Das ist vor allem für Unternehmen, die keine eigene Strategieabteilung haben, sehr wertvoll. Durch unser standardisiertes Vorgehen profitieren die Unternehmen damit von den Innovationen anderer, egal ob bei der Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells oder der Optimierung ihrer eigenen Prozesse.

Für Firmen welcher Größenordnung macht es Sinn, sich der Optimierung digitaler Prozesse zu widmen, auch insbesondere hinsichtlich der Kosten?

Dr. Alexander Bode: Kurz und einfach: Für jedes Unternehmen! Wir haben Prozessdigitalisierung schon bei Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeiter*Innen mit großem Erfolg durchgeführt. Vor allem bei dieser Größenordnung von Unternehmen beobachten wir Prozesse mit vielen Medienbrüchen. Da werden Daten irgendwo eingegeben (digitalisiert), dann wieder ausgedruckt, weitergereicht und an anderer Stelle erneut digital erfasst. Das führt sehr häufig zu aufwendigen Suchen, wenn mal etwas schiefgeht oder gar zu Fehlern, wenn falsche Informationen eingegeben werden. Wichtig ist für Unternehmen aller Größen, einen vollständig digitalen SOLL-Prozess zu entwickeln und diesen dann Stück für Stück umzusetzen. Dafür können sich die Unternehmen auch ein paar Jahre Zeit lassen, solange Sie das Ziel fest im Blick haben. Erfahrungsgemäß amortisieren sich die Investitionen aber bereits nach sehr kurzer Zeit.

Was sind die wichtigsten aktuellen Trends?

Dr. Alexander Bode: Die langfristigen Trends wie zum Beispiel Automatisierung der Produktion (Industrie 4.0), Nachhaltigkeit oder künstliche Intelligenz sind durch die Corona-Krise nicht betroffen, andere Trends zum Beispiel zum Mobilen Arbeiten oder das Datenzeitalter erfahren sogar eine Beschleunigung. Ich persönlich sehe als wichtigsten aktuellen Trend, sich bedingungslos mit dem digitalen Wandel auseinanderzusetzen. Wir haben jetzt in Deutschland verstanden, dass wir uns neuen Technologien und der Digitalisierung nicht mehr entziehen können. Die Leute haben viele Vorzüge (zum Beispiel Online-Shopping, virtuelle Weinproben und Homeoffice) schätzen gelernt und die Unternehmen müssen darauf mit ganz neuen Angeboten reagieren. Das betrifft eben nicht nur die Industrie, sondern vor allem kleine Unternehmen, wie zum Beispiel Restaurants oder den gesamten Einzelhandel.

Wie sieht die Zukunft Ihrer Branche aus?

Dr. Alexander Bode: Auch die Beratungsbranche ist von der Digitalisierung betroffen. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, Informationen zu bekommen und sich zu jedem Thema selbst Wissen anzueignen. Die Kunst des Beraters besteht aber darin, aus der Vielzahl der Informationen genau die richtige auszuwählen und diese für den Anwendungsfall bei seinem Kunden einzusetzen. In Zukunft wird es in unserer Branche meines Erachtens noch stärker auf die Expertise des Beraters und den persönlichen Kontakt zwischen Berater und Kunde ankommen. Ich gehe davon aus, dass wir künftig viel weniger in abgeschlossenen Projekten, sondern viel mehr in einer langfristigen Begleitung die Unternehmen beraten. Die dafür notwendige soziale Intelligenz kann auf absehbare Zeit keine Künstliche Intelligenz und kein Algorithmus ersetzen.

Herr Dr. Bode, vielen Dank für das Gespräch.

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