Beginn eines stabilen Wachstums – Udo Möhrstedt (IBC Solar)

Udo Möhrstedt ist Gründer und Vorstand der IBC Solar AG. Im Interview sprich er über den Ausbau der Solarenergie in Deutschland und den unschlagbar günstigen Preis von Sonnenenergie.

Der Photovoltaikmarkt in Deutschland ist 2018 um 68 Prozent gewachsen. Ist bald der Zenit des Ausbaus erreicht?

Udo Möhrstedt

Udo Möhrstedt: Sie haben recht, die Nachfrage nach Photovoltaik wächst stark. Im letzten Jahr etwa um ein Drittel. Es handelt sich dabei um den Beginn eines stabilen Wachstums. Photovoltaik ist die günstigste und beliebteste Form, in Deutschland Strom zu erzeugen. Außerdem erkennen immer mehr Unternehmer die Vorteile, wenn sie grünen Strom verwenden. Das schlägt sich natürlich in der Nachfrage nieder.

Worauf ist Ihr Unternehmen spezialisiert, was ist Ihr Geschäftsmodell?

Udo Möhrstedt: IBC SOLAR ist ein führender Anbieter von Energielösungen und Dienstleistungen im Bereich Photovoltaik und Energiespeicher. Seit 38 Jahren liefern wir unseren Kunden komplette Energiesysteme zur Stromerzeugung und -Speicherung in jeder Größenordnung und unterstützen im gesamten Spektrum – von der Planung bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe von Photovoltaik-Anlagen.

Dabei sind wir weltweit in über 30 Ländern mit eigenen Regionalgesellschaften, Niederlassungen und Partnerunternehmen aktiv und verfügen über ein Netzwerk von rund 1.000 Fachpartnern.

Sehen Sie die Bemühungen der Bundesregierung als ausreichend, um den Ausbau von Solarenergie zu fördern?

Udo Möhrstedt: Nein. Die Bundesregierung verwaltet zu viel und gestaltet zu wenig. Sie müsste weniger Mikrosteuerung und Auflagen machen und verstärkt für einen Rahmen sorgen, in dem Privathausbesitzer, Mieter und wir Unternehmer von den Vorteilen des grünen Stroms profitieren könnten. Außerdem wird gerade darüber diskutiert, wie lange große Anlagen für den Mittelstand noch gefördert werden sollen. Wer sich eine solche Anlage sichern will, sollte deswegen jetzt bauen.

Ist die Energiewende bis 2050 zu schaffen?

Udo Möhrstedt: Ja, wenn politisch gewollt. Hierfür braucht es entsprechende Gesetze und die bestehenden Hürden müssen weiter abgebaut werden.

Worin sehen Sie gegenüber anderen Energieerzeugungsmethoden den Vorteil von Solarenergie?

Udo Möhrstedt: Photovoltaik ist günstig und nahezu überall verfügbar. Zudem scheint die Sonne relativ gleichmäßig über Deutschland. Das sind gute Voraussetzungen. PV-Strom ist zwar eine volatile Energie, sie lässt sich aber relativ gut vorhersagen (Sonnenaufgang und -untergang) und speichern.

Dementsprechend kommt Solarenergie auch im Gewerbe vermehrt zum Einsatz und ist in vielerlei Hinsicht sehr profitabel. So können sich Dienstleister von Wettbewerbern abheben, in dem sie grünen Strom anbieten.

Eine Solaranlage auf einer Dachfläche von 1.000 m2 erzeugt im Jahr dabei ungefähr bis zu 150.000 Kilowattstunden Strom. In Verbindung mit Speichersystemen und einem Energiemanagementsystem können Unternehmen die Stromkosten erheblich senken und eine Eigenverbrauchsquote von bis zu 60 Prozent erzielen. Je höher der Eigenverbrauch ist, desto besser. Ein Expertenteam bei IBC SOLAR unterstützt hier Unternehmen ganz individuell mit Produkten und Know-how, damit dieses Potenzial optimal ausgeschöpft werden kann.

Es kann ja nur ein Teil des Sonnenlichts in Energie umgewandelt werden kann. Wie effizient ist Solarenergie, auch preislich?

Udo Möhrstedt: PV ist die günstigste Art der Stromerzeugung und kostet Privatpersonen mit 10 Cent/ Kilowattstunde (kWh) rund ein Drittel weniger, als der konventionelle Strom aus der Steckdose. Dieser liegt derzeit im Schnitt 29 Cent/kWh. Im Gewerbebereich kostet der konventionelle Strom zwischen 18 und 23 Cent je Kilowattstunde. Solarstrom liegt hier sogar nur zwischen 6 bis 8 Cent je Kilowattstunde.

Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten der Branche?

Udo Möhrstedt: Photovoltaik ist der entscheidende Treiber der Energiewende und der deutschen Stromversorgung – günstig, flexibel, beliebt und speicherbar. Wir haben ein riesiges Potenzial, nicht zuletzt in unseren Metropolen wie Berlin, wo wir mit dem Zubau gerade erst anfangen.

Herr Möhrstedt, vielen Dank für das Gespräch.

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