Leasing ist die perfekte Beschaffungsform für E-Mobilität – Armin Villinger (VW)

Armin Villinger ist Generalbevollmächtigter und Leiter Vertrieb Deutschland der Volkswagen Leasing GmbH. Im Interview spricht er Planungssicherheit und die Vorteile von Leasing im Hinblick auf die Umstellung auf Elektromobilität.

Armin Villinger

Firmenfahrzeuge werden fast immer geleast, welche Vorteile hat das Leasing im Vergleich zum Kauf eines Fahrzeugs?

Armin Villinger: Das Leasing hat grundsätzlich zahlreiche Vorteile. Für Firmenkunden ist es besonders deshalb attraktiv, weil ihnen die monatlichen Raten eine präzise Kalkulation und Budgetierung ermöglichen. Und sofern die Geschäftsfahrzeuge rein gewerblich genutzt werden, lassen sich die monatlichen Leasingraten nach HGB als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Das schont die Liquidität. Hinzu kommt: Firmenfahrzeuge werden für gewöhnlich auf zwei bis vier Jahre geleast. Damit haben Unternehmen regelmäßig die Möglichkeit, auf die aktuellsten Modelle und Technologien umzustellen, ohne sich mit den Aufwendungen einer Gebrauchtwagenvermarktung zu beschäftigen.

Die Kaufpreise für E-Autos sind höher als für Verbrenner. Lohnt sich das Leasing trotzdem?

Armin Villinger: Die Höhe der Kaufpreise ist bei der Frage, ob sich Leasing lohnt, nicht entscheidend. Alle bereits beschriebenen Vorteile gelten auch für E-Fahrzeuge. Zudem spiegelt sich die staatliche Umweltprämie auch in der Leasingrate wider – vorausgesetzt der Kunde bringt die Prämie als Sonderzahlung ein. Nicht zuletzt kommen die Herstellerprämien und Förderprogramme auf Landesebene dazu, die Elektromobilität extrem attraktiv machen. Darüber hinaus ist Leasing die perfekte Beschaffungsform für E-Mobilität, da Kunden durch die kurzen Leasingzyklen schnell an den Innovationen teilhaben können, sich aber keine Gedanken über die Gebrauchtwagenvermarktung der neuen Technologie machen müssen.

Welche sind die wichtigsten Faktoren für die Höhe der monatlichen Leasingrate?

Armin Villinger: Die wichtigsten Parameter sind der Anschaffungspreis und der Restwert des Fahrzeugs. Beeinflusst werden diese Parameter unter anderem durch Faktoren wie der Marke, dem Modell, der Ausstattung, der Farbe, der Motorisierung sowie der vereinbarten jährlichen Kilometerlaufleistung und der Vertragslaufzeit. Hinzu kommen die individuellen Leasingkonditionen.

Viele Unternehmen wünschen Planungssicherheit. Gibt es die Möglichkeit alle Risiken im Zusammenhang mit dem Fahrzeug über Leasingverträge abzudecken?

Armin Villinger: Ja, natürlich. Die sogenannten Total Cost of Ownership (TCO) lassen sich komplett in einer Rate darstellen. Und zwar durch das Hinzubuchen verschiedenster Dienstleistungen im Rahmen einer Full-Service-Leasingrate. Dies umfasst beispielsweise Wartung- und Verschleißreparaturen, Reifenersatz sowie Tank- und Ladekarten. Hinzu kommen Services wie Reporting-Systeme, die digitale Abwicklung von Parkvorgängen oder das Management der Kfz-Steuer bzw. von Ordnungswidrigkeiten.

In welchen Fällen lohnt sich Leasing für Privatpersonen?

Armin Villinger: Leasing lohnt sich für alle, die finanzielle Planungssicherheit bevorzugen und denen die Nutzung des Fahrzeugs wichtiger ist als der Besitz. Denn mit der Leasingrate in Kombination mit zusätzlichen Dienstleistungen, wie einer Garantieverlängerung oder Wartungs- und Reifenverträgen, lassen sich die Kosten der Fahrzeugnutzung klar kalkulieren. Darüber hinaus eignet sich Leasing besonders für all diejenigen, die regelmäßig ein aktuelles Fahrzeug fahren möchten. Das macht insbesondere bei E-Fahrzeugen absolut Sinn.

Hatte die Pandemie Auswirkungen auf Ihre Branche?

Armin Villinger: Absolut. Als automobiler Finanzdienstleister trifft uns der Rückgang bei den weltweiten Fahrzeugauslieferungen ebenfalls. Zwar konnten die Volkswagen Finanzdienstleistungen ihren Vertragsbestand im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr weltweit um 1,8 Prozent steigern. Allerdings lag die Anzahl der Neuverträge im selben Zeitraum 17,4 Prozent unter Vorjahr. Die Diskrepanz zwischen Vertragsbestand und Neugeschäft basiert auf dem so genannten Portfolioeffekt, da die Verträge im Durchschnitt drei Jahre in unseren Büchern verbleiben. Insgesamt sehen wir uns im zweiten Halbjahr nach wie vor großen Unsicherheiten gegenüber. Für das Gesamtjahr rechnen die Volkswagen Financial Services deshalb mit einem operativen Ergebnis deutlich unter dem des Vorjahres.

Welche sind die aktuellen Trends in Ihrer Branche?

Armin Villinger: Im Bereich der gewerblichen Mobilität stellen wir fest, dass der Trend weg von der reinen Betriebskostenbetrachtung (TCO) hin zu den so genannten Total Cost of Mobility geht. Das heißt: Fuhrpark- und Travelmanagement wachsen in vielen Unternehmen immer mehr zusammen. Dementsprechend nehmen intermodale Mobilitätsangebote bzw. Mobilitätsbudgets, bei denen Mitarbeiter von Unternehmen verschiedene Verkehrsträger miteinander kombinieren können, an Bedeutung zu.

Herr Villinger, vielen Dank für das Gespräch.

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