Vermögensverwalter bieten Transparenz, Fairness und Leistungsstärke – Stefan Eberhardt

Stefan Eberhardt ist Geschäftsführer der Eberhardt & Cie. Vermögensverwaltung GmbH. Im Interview spricht er über digitalisierte Vermögensverwaltung und Kommunikationsprobleme in der Branche.

Stefan Eberhardt

Vermögensverwaltung ist nur was für Superreiche, oder doch nicht? Wie hoch ist üblicherweise das von Ihnen verwaltete Vermögen?

Stefan Eberhardt: Seit kurzem bieten wir eine digitale Vermögensverwaltung bereits ab einem Einstiegsvolumen in Höhe von 25.000 Euro an. Somit ist es einer breiten Anzahl an Anlegern möglich von professionell verwalteten Strategien zu profitieren. Ab 100.000 Euro Einstiegsvolumen bieten wir eine individuelle Vermögensverwaltung auf Basis von Indexfonds an. Ein maßgeschneidertes Portfoliomanagement mit Einzeltiteln ist ab 500.000 Euro möglich. Dieser Betrag bildet auch grob die durchschnittliche Depotgröße unserer Mandanten ab. Der Mythos, Vermögensverwalter arbeiten nur für Superreiche, trifft somit nicht zu.

Was sind Ihre favorisierten Assetklassen?

Stefan Eberhardt: Aktien, Anleihen, Immobilien und Edelmetalle bilden die Basis unserer Portfolios. Wer im aktuellen Niedrigzinsumfeld langfristig solide Renditen erwirtschaften möchte, kommt an Aktien mit vielversprechenden Zukunftsaussichten nicht vorbei.

Wie schätzen Sie Deutschland als Investitionsstandort ein?

Stefan Eberhardt: Wir machen uns große Sorgen um die künftige Wirtschaftskraft Deutschlands und haben deshalb unseren Investitionsschwerpunkt längst in Richtung USA und auch Asien verlagert. Die Politik hat es in Deutschland und Europa lange versäumt die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen. Unternehmen wie Amazon, Apple oder Microsoft dominieren weltweit nicht nur hinsichtlich Umsatz und Gewinn, sondern auch im Bereich der Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit.

Das Meridian-Einkommen in Deutschland liegt knapp über 2.500 Euro brutto. Welche finanzielle Empfehlung können Sie dieser Gruppe aussprechen?

Stefan Eberhardt: Ein kontinuierliches Ansparen z.B. über Fondssparpläne bildet die Grundlage für eine solide Altersvorsorge. Einen Teil des Einkommens sollte jeder entbehren (unabhängig von der Höhe des Einkommens), um auch fürs Alter abgesichert zu sein. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch die Kosten und die Qualität der Geldanlagen. Die meisten Finanzdienstleister sind leider zu teuer und zu leistungsschwach. Da bleibt für den Anleger oft keine Rendite übrig.

Worin sehen Sie die Herausforderungen in den kommenden Jahren für Ihre Branche?

Stefan Eberhardt: Das Wichtigste sind und bleiben eine ehrliche, aufrichtige und transparente Kundenbeziehung sowie eine solide Performance. Natürlich müssen auch wir uns über Themen wie Digitalisierung Gedanken machen. Der erste Schritt hierzu ist uns vor Kurzem mit der Einführung unserer digitalen Vermögensverwaltung gelungen.

Was müsste sich ändern, dass die Branche ein starkes Wachstum erfährt?

Stefan Eberhardt: Die Branche der Vermögensverwalter hat zwei wesentliche Probleme. Zum einen können die wenigsten Verbraucher/Anleger zwischen seriösen und unseriösen Finanzdienstleistern unterscheiden – Anzug und Krawatte sind leider kein Qualitätsmerkmal. Zum zweiten, ist die Dienstleistung „Finanzportfolioverwaltung“, also die treuhänderische Verwaltung von Vermögen, kaum bekannt in Deutschland und auch nicht in einem Satz zu erklären. Sollten sich diese zwei Probleme von heute auf morgen verändern, bekäme unser Berufsstand mit Sicherheit einen kaum zu bewältigenden Ansturm, da er sich durch Transparenz, Fairness und Leistungsstärke auszeichnet. Jeder Vermögensverwalter hat somit eine Aufklärungs-Aufgabe um weniger sich selbst als die Dienstleistung in den Vordergrund zu stellen.

Herr Eberhardt, vielen Dank für das Gespräch.

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