Martin Wanders: Staatsfonds könnte für alle Bürger eine günstige Sparalternative bieten

Martin Wanders ist Vorstandsvorsitzender der Top Ten Investment-Vermittlung AG und Geschäftsführer der DFP Deutsche Finanz Portfolio Verwaltung GmbH. Im Interview spricht er über die Notwendigkeit privater Altersvorsorge und plädiert für einen Staatsfonds nach norwegischem Vorbild. 

Vermögensverwaltung ist nur was für Superreiche, oder doch nicht? Wie hoch ist üblicherweise das von Ihnen verwaltete Vermögen?

Martin Wanders

Martin Wanders: Vermögensverwaltung ist sicherlich nicht nur etwas für Superreiche, sondern Vermögensaufbau ist für jeden wichtig, gerade auch hinsichtlich Altersvorsorge. Wir haben in unseren Vermögensverwaltungsstrategien ein durchschnittliches Volumen von 50.000 Euro. Wir bieten Lösungen ab 10.000 Euro Einmalanlage und auch Sparplanlösungen in Strategien an.

Was sind Ihre favorisierten Asset-Klassen?

Martin Wanders: Wir halten die Anlage in UCIT Fonds, aktiv gemanagte wie auch ETF für sinnvoll und hier die Übergewichtung in Misch- und Aktienfonds.

Wie schätzen Sie Deutschland als Investitionsstandort ein?

Martin Wanders: Auf der einen Seite positiv aufgrund der Rahmenbedingungen im KMU Bereich, den Universitäten und dem qualifizierten Personal, aber auch negativ aufgrund der Rahmenbedingungen durch die Politik, z.B. Steuern, Abgaben, Schnelligkeit der Behörden sowie auch die negativen Einstellungen gegenüber Unternehmertum, z. B. Aussagen von Politikern wie Frau Esken oder Herrn Kühnert.

Das Meridian-Einkommen in Deutschland liegt knapp über 2.500 Euro brutto. Welche finanzielle Empfehlung können Sie dieser Gruppe aussprechen?

Martin Wanders: Langfristige Aktiensparpläne zum Vermögensaufbau mit Disziplin, nicht zu konsumieren. Einmalzahlungen leisten, wenn immer möglich und breit diversifizieren.

Worin sehen Sie die Herausforderungen in den kommenden Jahren für Ihre Branche?

Martin Wanders: Der digitale Wandel und extreme Regulierungsvorgaben sowie Dokumentationspflichten. Die ausreichende Zeit für persönliche Gespräche mit Mandaten*innen bei höheren Vermögen, z. B. aus Erbschaften, finden, damit Vertrauen aufgebaut werden kann.

Was müsste sich ändern, dass die Branche ein starkes Wachstum erfährt?

Martin Wanders: Ein klares Bekenntnis der Politik für die notwendige Altersvorsorge über Aktien über einen Staatsfonds, wie z. B. Norwegen ihn hat, wäre eine Basis für einen Aufschwung. Dieser Staatsfonds könnte z. B. mit dem Gold der Bundesbank starten und für alle Bürger eine günstige Sparalternative bieten. Wichtig wäre dann aber, dass nicht der Staat managt, sondern ausgewiesene Experten und dass es keine Vorgaben gibt, z. B. die Staatsanleihen zu kaufen.

Herr Wanders, vielen Dank

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