Jan Ehrich: „Kann eine Bank dein Freund sein?“

Jan Ehrich ist Gesellschafter des Fintechs Click&Save. Im Interview spricht er über die Kooperation mit Banken und die Vorteile von Startups gegenüber etablierten Wettbewerbern. 

Die Fintech-Szene ist angetreten, um den etablierten Wettbewerbern in der Finanz- und Versicherungsbranche den Rang abzulaufen. In welchen Bereichen konnten Fintechs signifikante Marktanteile gewinnen?

Jan Ehrich: This race is longer. Marktanteile sind in der Welt der Fintechs von Relevanz für Ungeduldige, so unsere Einschätzung. Wer 1.000 aktive User hat, die die entsprechende Expertise mitbringen – also z.B. Banker, ITler, Ingenieure – hat wohl langfristig bessere Aussichten als ein Mitstreiter mit 10.000 Usern, die sich nur mal schnell registriert haben.

Was ist Ihr Kerngeschäft, welche die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens?

Jan Ehrich: Wir bieten mit der App »Click&Save« das Werkzeug, um den Einstieg ins Investieren an der Börse so leicht wie möglich zu machen:

• einfach und übersichtlich – mit nur drei Clicks auf dem Handy

• in eine Vorauswahl von ETFs investieren oder Anteile verkaufen

• selbstbestimmt und unabhängig von Sparplänen

• bei günstigsten Depot- und Transaktionsgebühren (wir sind noch mal günstiger als Online-Banken)

Wir vergleichen unsere Entwicklung gern mit einem Schweizer Messer: Wir haben eine niederkomplexe Lösung für Nutzer entwickelt, die keine Börsen-Podcasts hören oder N-TV schauen möchten. In dieser Form – so simpel – bietet das in Europa keiner.

Welchen Mehrwert bieten Sie Kunden im Vergleich zu ihren etablierten Wettbewerbern?

Jan Ehrich:

• Einfachheit und Übersichtlichkeit auf dem Handy statt umständlichem Einloggen auf dem PC

• Vorauswahl von vier ETFs statt aus 6.000 den einen „Richtigen“ zu suchen

• über Kleinbeträge das Sparen lernen

• Beträge ab 20.000 Euro erfolgreich parken bis das Geld gebraucht wird

• Depot- und Transaktionsgebühren, die die Sparer nicht bestrafen, sondern zum Investieren ermutigen

Es gibt zwei Ansätze in der Fintech-Szene: Übernahme des Marktes oder Kooperation mit etablierten Unternehmen. Welchen Ansatz halten Sie für zielführender, wie agiert ihr Unternehmen?

Jan Ehrich: Wir verfolgen mit unserer Entwicklung sowohl einen Ansatz als B2B Variante – sprich eine Whitelabel App für Banken oder Fondsgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz – als auch einen Ansatz als B2C Lösung. In der B2B Lösung sind unsere Kunden völlig von der technischen Abwicklung befreit, aber haben volle Kontrolle über den Geldfluss der User. Innerhalb von vier Wochen bauen wir Ihnen die App in Ihrem Corporate Design nach.

Wie schnell reagieren Ihre Wettbewerber auf neue Trends, wie hoch ist der Innovationdruck?

Jan Ehrich: Wir sind nicht angetreten, um den etablierten Wettbewerbern in der Finanz- und Versicherungsbranche den Rang abzulaufen. Wir haben eine technische Lösung für ein unangenehmes Problem entwickelt. Im Umfeld der Banken hätte diese Entwicklung so nie entstehen können. Das wissen auch die Banken.

Der technische Innovationsdruck sowie der Druck Geschäftsmodelle zu entwickeln, liegen daher zurzeit wohl auf Seite der Banken.

Neben allen technischen Trends und Innovationen lautet die entscheidende Frage »Kann eine Bank Dein Freund sein?« Fintechs haben eher das Potential als „Freund“ der User akzeptiert zu werden. Darauf vertrauen wir.

Welche Innovationen dürfen wir von Ihnen in nächster Zeit erwarten?

Jan Ehrich: Wir möchten noch mehr am Thema User Experience arbeiten. Unsere Kunden sollen mit drei Clicks investieren und dann wie nach dem Zähneputzen mit einem Lächeln in den Spiegel schauen und ein gutes Gefühl haben: „Ich hab was für meine Zukunft getan.“ Dann können sie sich beruhigt wieder den echten Problemen des Lebens widmen.

Herr Ehrich, vielen Dank für das Gespräch.

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