Geschwindigkeit technologischer Innovationen nimmt zu – Andrew Shaw (Coya)

Wir sprechen mit Andrew Shaw Vorstand der Coya AG aus Berlin über die Fintech- und Insurtech-Branche.

Andrew Shaw

Die Fintech-Szene ist angetreten, um den etablierten Wettbewerbern in der Finanz- und Versicherungsbranche den Rang abzulaufen. In welchen Bereichen konnten Fintechs signifikante Marktanteile gewinnen?

Andrew Shaw: Sowohl Fintech- als auch Insurtech-Unternehmen haben in den vergangenen Jahren mit ihren digitalen Lösungen immer mehr das Vertrauen der Kund*innen gewonnen. Der globale Insuretech-Markt beispielsweise wurde im Jahr 2019 vom Marktforschungsunternehmen Mordor Intelligence​ ​auf ein Volumen von 5,48 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis 2025 soll der Markt auf 10,14 Milliarden US-Dollar wachsen.

Was ist Ihr Kerngeschäft, welche die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens?

Andrew Shaw: Coya wurde 2016 gegründet, um Versicherungen transparenter, zugänglicher, bezahlbarer und digitaler anzubieten. Dafür verzichten wir auf lange Kündigungsfristen, komplizierte AGB und ellenlange Verträge auf Papier. Coya ist eine der ersten digitalen Versicherungen – wenn man so will eine Art Netflix der Versicherungsbranche.

Welchen Mehrwert bieten Sie Kunden im Vergleich zu ihren etablierten Wettbewerbern?

Andrew Shaw: Zum einen sind wir eines der wenigen deutschen Insurtech-Start-ups, das im Besitz einer BaFin-Lizenz ist und dürfen deshalb – anders als die meisten Insurtechs – als vollwertiger Versicherungsanbieter agieren. Das gibt uns deutlich mehr Handlungsspielraum. So können wir gemeinsam mit Kooperationspartner*innen neue Produkte schaffen, die dazu beitragen, den Versicherungsmarkt nachhaltig zu verändern, indem wir uns noch stärker an den Kundenbedürfnissen orientieren. Außerdem bieten wir eine komplett digitale Customer Experience und unsere Verträge sind sowohl auf Englisch als auch Deutsch verfügbar.

Es gibt zwei Ansätze in der Fintech-Szene: Übernahme des Marktes oder Kooperation mit etablierten Unternehmen. Welchen Ansatz halten Sie für zielführender, wie agiert ihr Unternehmen?

Andrew Shaw: Wie oben bereits angedeutet: Wir sind die erste digitale Versicherung in Deutschland, die sich dem Leben der Kund*innen anpasst. Und genau deshalb agieren wir auch nicht alleine auf weiter Flur, sondern glauben an die Kraft des Netzwerks und der Kooperation. Gemeinsam mit Unternehmen können wir neue digitale Versicherungsprodukte kreieren, die auf die Bedürfnisse unserer Zielgruppe zugeschnitten sind. Und gleichzeitig so einen unserer großen Vorteile ausspielen: ein vollwertiger Versicherer und nicht nur ein Makler zu sein.

Wie schnell reagieren Ihre Wettbewerber auf neue Trends, wie hoch ist der Innovationsdruck?

Andrew Shaw: Generell merken wir natürlich, dass die Geschwindigkeit technologischer Innovationen von Jahr zu Jahr zunimmt und sich das Angebotsportfolio der Insurtechs zunehmend ähnlicher wird. Gleichzeitig haben wir aufgrund der Bafin-Lizenz einen großen Wettbewerbsvorteil, weil wir mit anderen Unternehmen neue, innovative Versicherungsprodukte kreieren können.

Welche Innovationen dürfen wir von Ihnen in nächster Zeit erwarten?

Andrew Shaw: Einerseits werden wir in den nächsten Monaten viele weitere Partnerschaften mit Unternehmen eingehen, die dann wiederum über ihre Produkte ihren Kund*innen integrierte Coya-Versicherungen anbieten. Andererseits erweitern wir natürlich auch kontinuierlich unser eigenes Portfolio an Coya-Versicherungen. Demnächst bringen wir beispielsweise eine Haustierkrankenversicherung auf den Markt. Mit beidem wollen wir unserem Ziel, die erste digitale Versicherung für die nächste Generation zu sein, die sich deinem Leben anpasst, ein Stück näherkommen. Darüber hinaus möchten wir in den nächsten Wochen und Monaten das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in unser Geschäftsmodell und in unsere Produkte integrieren.

Herr Shaw, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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