Johannes Laub: „Banken entdecken den Crowdinvesting-Bereich“

Wir sprechen mit Johannes Laub, Gründer und Geschäftsführer der CrowdDesk GmbH aus Frankfurt am Main, über Crowdinvesting und digitale Finanzierungsinstrumente.

Johannes Laub

Die Fintech-Szene ist angetreten, um den etablierten Wettbewerbern in der Finanz- und Versicherungsbranche den Rang abzulaufen. In welchen Bereichen konnten Fintechs signifikante Marktanteile gewinnen?

Johannes Laub: Grundsätzlich sieht man, dass die Marktanteile dort am größten sind, wo FinTechs Abläufe effizienter machen können oder Beschränkungen, wie z. B. Kapitalmarktzugänge, abbauen können. Inzwischen sagen fast 90 % der Banken und Finanzdienstleister, dass sie Marktanteile an FinTechs verlieren werden. Deshalb suchen viele eher den Schulterschluss und kooperieren mit FinTechs. Das sehen auch wir im Crowdinvesting-Bereich, den zunehmend auch Banken für sich entdecken. Das gibt dem gesamten Markt Schwung. Laut dem Crowdinvesting Marktreport 2019 lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in den Jahren 2011 bis 2019 bei +103,2 Prozent (CAGR). Insbesondere Immobilienfinanzierungen treiben den Zuwachs an. 

Was ist Ihr Kerngeschäft, welche die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens? 

Johannes Laub: CrowdDesk digitalisiert mit seinen Produkten und Leistungen das Geschäft der Kapitalaufnahme und -vermittlung für Unternehmen, Banken, Emissionshäuser und Finanzanlagenvermittler. Die Software von CrowdDesk hilft Unternehmen dabei, bereits ab kleinen Summen kosteneffizient Kapital einzusammeln – ohne abhängig von Dritten zu sein. Für Banken, Emissionshäuser und Finanzanlagenvermittler treibt CrowdDesk die Digitalisierung der Geschäftsmodelle voran und eröffnet neue Finanzierungswege.

Welchen Mehrwert bieten Sie Kunden im Vergleich zu ihren etablierten Wettbewerbern?

Johannes Laub: Was uns auszeichnet: ein breites Spektrum an möglichen Anwendungsfällen – kleine und mittlere Unternehmen, Konzerne, Start-Ups, Banken, Emissionshäuser und Finanzanlagenvermittler. Dieses wollen wir perspektivisch durch eine zunehmende Internationalisierung noch weiter ausbauen. Zudem ist unser Softwarepaket so gestaltet, dass wir unseren Kunden nicht nur die technologische Infrastruktur anbieten, sondern auch die rechtliche Strukturierung, die Vertriebsstrategie und einen professionellen Anlegerservice zur komplett digitalen Abwicklung ihrer Finanzierung. Dank unseren Software-as-a-Service-Lösungen können die CrowdDesk-Nutzer erstmals ohne großen Aufwand rechtssicher einzelne Emissionen zur Zeichnung anbieten, ohne dafür eigens eine Plattform in Anspruch nehmen zu müssen. CrowdDesk-Kunden profitieren – ganz ohne tiefergehende IT-Kenntnisse – von einer skalierbaren und robusten IT-Infrastruktur, die zentral durch uns gehostet und gewartet wird. Und schließlich bieten wir mit CrowdDesk NEXT eine Plattform an, auf der alle Beteiligten zusammenarbeiten und ihre Leistung miteinbringen können. 

Es gibt zwei Ansätze in der Fintech-Szene: Übernahme des Marktes oder Kooperation mit etablierten Unternehmen. Welchen Ansatz halten Sie für zielführender, wie agiert ihr Unternehmen?

Johannes Laub: Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn dafür ist die Fintech-Szene mit ihren Angeboten und Produkten zu divers. Wir sehen uns als Partner von klassischen Anbietern wie Banken, Emissionshäusern und Finanzanlagenvermittlern. Sie können unsere Software als Digitalisierungstool für ihre Anlagevermittlung nutzen und auf diesem Weg neue Vertriebswege und Zielgruppen erschließen. Unsere Lösung ist damit in vielen Fällen die deutlich kosteneffizientere Option gegenüber der Entwicklung eines eigenen Produkts.

Wie schnell reagieren Ihre Wettbewerber auf neue Trends, wie hoch ist der Innovationsdruck?

Johannes Laub: Mit unserer SaaS-Lösung haben wir dahingehend ein Alleinstellungsmerkmal, dass wir viele unterschiedliche Fälle und Finanzinstrumente abbilden können. Das müssen wir uns jeden Tag erarbeiten. Dabei hat die Digitalisierung den Innovationsdruck um ein Vielfaches erhöht. Die entsprechenden Zyklen, in denen Neuerungen entstehen, sind wesentlich kürzer geworden. 

Welche Innovationen dürfen wir von Ihnen in nächster Zeit erwarten?

Johannes Laub: Unser Ziel ist es, jedem einen Kapitalzugang zu verschaffen. Damit das gelingt, kann unsere Software bereits eine Vielzahl von Finanzinstrumenten abbilden. Wir wollen aber auch immer den nächsten Schritt gehen und zukünftig tokenbasierte Wertpapiere in unser System integrieren. Somit wollen wir unseren Kunden ein weiteres Instrument zur Kapitalaufnahme zur Verfügung stellen.

Herr Laub, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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