In der Digitalisierung liegt die Zukunft – Patrick Löffler (givve)

Patrick Löffler ist CEO & Co-Founder von givve. Im Interview spricht er über innovative Technologien und die Agilität von Start Ups.

Die Fintech-Szene ist angetreten, um den etablierten Wettbewerbern in der Finanz- und Versicherungsbranche den Rang abzulaufen. In welchen Bereichen konnten Fintechs signifikante Marktanteile gewinnen?

Patrick Löffler: Ganz klar durch den agilen Ansatz, neue Technologien und automatisierte, digitale Prozesse konsequent weiterzuentwickeln – wie in unserem Fall Prepaid-Karten. Im Vergleich zur Old Economy liegen für mich die Vorteile von Fintechs in der Agilität, Workflows flexibler zu gestalten und damit auf die Kundenbedürfnisse schneller eingehen zu können und im effizienten Einsatz von Ressourcen, um schneller und mit weniger Aufwand praktische Anwendungen wie givve Card oder givve Lunch zu gestalten. Davon profitieren neben unseren Anwendern im Prepaid-Karten-Segment natürlich auch wir als Anbieter, da wir unterschiedlichste Use Cases ganz genau gestalten und bis ins Detail konfigurieren können.

Was ist Ihr Kerngeschäft, welche die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens?

Patrick Löffler: givve ist digitaler Vorreiter auf dem Markt der Mitarbeiter-Benefits und Loyalty-Programme. Wir setzen erfolgreich auf Machine Learning und die automatisierte Abwicklung von Zahlungen. Die von uns selbst entwickelte Technologie umfasst u.a. automatisierte Payment-Matching-Prozesse, die bei der Zahlungsabwicklung Mitarbeiterkapazitäten sparen. Unsere Pre-Paid-Karte givve Card wird erfolgreich als Sachbezugskarte oder für die Auszahlung von Mitarbeiterprämien eingesetzt.

Mit givve Lunch können Arbeitnehmer seit Jahresstart ihren staatlich geförderten Essenszuschuss ganz einfach via App nutzen und gerade in der aktuellen Home-Office-Situation mit der Lohnbuchhaltung gesetzeskonform und mit wenigen Klicks abrechnen.

Welchen Mehrwert bieten Sie Kunden im Vergleich zu ihren etablierten Wettbewerbern?

Patrick Löffler: givve Anwendungen überzeugen durch eine einfache Anwendung für die Mitarbeiter, eine praktische Verwaltung durch die Fachabteilungen in den Unternehmen unserer Kunden sowie ganz klar durch die flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Wir bieten allen Kunden die Möglichkeit, eine eigene API-Schnittstelle einzurichten, um alle wichtigen Vorgänge 100% automatisiert vorzunehmen und bei Bedarf eine Anbindung an die jeweilige Lohnbuchhaltung herzustellen. Für mich liegt in der Digitalisierung die Zukunft und darauf setzen wir bei givve schon seit Anfang an.

Es gibt zwei Ansätze in der Fintech-Szene: Übernahme des Marktes oder Kooperation mit etablierten Unternehmen. Welchen Ansatz halten Sie für zielführender, wie agiert ihr Unternehmen?

Patrick Löffler: Beide Wege haben Potenzial – ich bin jedoch überzeugt, dass gerade die innovative Technologie unseres Fintechs durch die Zugehörigkeit zu unserem Mutterkonzern Group Up wesentlich größere Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Finanzdienstleistungen erhält.

Wir bei givve haben nach dem eigenständigen Start 2010 zunächst erfolgreich mit Investoren wie Benjamin Rohé, HTGF, Jochen Schweizer oder Redalpine zusammengearbeitet. Im Juli 2018 wurde givve schließlich Teil der internationalen Spezialistin im Bereich Loyality- und Benefitprogramm Group Up, die in 30 Ländern vertreten ist.

Wie schnell reagieren Ihre Wettbewerber auf neue Trends, wie hoch ist der Innovationsdruck?

Patrick Löffler: Vermeintlich reagieren die „Großen“ eher langsam und lassen sich von ihrer Historie, die mit der Erfahrung und dem Know-how im Grunde ein echtes Asset darstellen sollte, oft ausbremsen. Der Unterschied und entscheidender Vorteil bei uns: digitale Innovationen sind in unserer DNA und der Innovationsdruck kommt als Konzerntochter aus uns als Fintech selbst.

Innovation sehen wir somit nicht als neue Features, sondern zum großen Teil auch in der konstanten Optimierung unserer operativen Exzellenz. Für mich ist das beste Zeichen, dass wir im Team kontinuierlich vorankommen, wir effizient arbeiten und unsere Prozesse funktionieren, wenn ich um 17 Uhr der Letzte im Büro bin.

Welche Innovationen dürfen wir von Ihnen in nächster Zeit erwarten?

Patrick Löffler: Unser Ziel ist es, die User Experience unserer Lösungen möglichst einfach und intuitiv zu gestalten – sowohl für die Mitarbeiter, unsere Kunden als auch für die Kollegen auf Kundenseite, die unsere Produkte verwalten. Vor diesem Hintergrund ist in den kommenden Monaten mit einigen Innovationen für unsere beiden Produkte givve Card und givve Lunch zu rechnen.

Unsere digitale Essensmarke givve Lunch ist zudem jüngst auch österreichweit einsetzbar und auch dortige Arbeitgeber können unsere Prepaid Sachbezugskarte givve Card als flexible Lösung zur Auszahlung von Mitarbeiter-Benefits und Prämien wie den Covid-Bonus nutzen.

Herr Löffler, vielen Dank für das Gespräch.

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