Bert-Ardo Spelter: Ambitionierte Kunden legen Wert auf persönliche Beratung

Wir sprechen mit Bert-Ardo Spelter, Gründer und Geschäftsführer der ICFB GmbH aus Köln, über automatisierte Anlageberatung und klassische Vermögensverwaltung.

Bert-Ardo Spelter

Was ist bei der Auswahl einer Vermögensverwaltung wichtig?

Bert-Ardo Spelter: Erst die Summe an guten Eigenschaften und Kompetenzen macht einen Top-Vermögensverwalter aus. Weitere Kriterien können folgende sein:

– Nachprüfbare Kernkompetenz und langjährige Erfahrung in der Vermögensverwaltung.

– Nachgewiesene Erfolge in der Vermögensverwaltung u.a. für ambitionierte Mandaten – sowohl für private als auch für institutionelle Kunden.

– Know-how in der Einschätzung bzw. Bewertung der Märkte, Branchen, Regionen sowie in der anschließenden Auswahl der Finanzinstrumente.

– Einsatz von hochwertigen IT-Systemen zur Unterstützung der Konstruktion diverser Portfolio-Strukturen.

– Differenzierte Auswahl von Portfolio-Modellen bzw. Anlagestrategien mit Optionen zur individuellen Portfoliogestaltung.

– Fähigkeit, Kundenwünsche nach bestimmten Anlagekriterien umsetzen zu können.

– Banken- und Produktunabhängigkeit.

– Persönliche Ansprechpartner und persönliche Beratung.

– Transparente, faire Transaktionskosten und Vermögensverwaltungsgebühren.

– Ganzheitliche Betrachtung der finanziellen Situation des Kunden mit Einbeziehung von vorhandenen Vermögen inklusive Humankapital.   

– Aufklärung über Chancen und Risiken.

– Einbeziehung steuerlicher Aspekte.

– Referenzen, wie z.B. bei ICFB: Auszeichnungen in objektiven, renommierten Vergleichswettbewerben von n-tv, Handelsblatt, DAB-Bank und Capital.

Sind Robo Advisor auch eine Art Vermögensverwalter?

Bert-Ardo Spelter: Teils ja, teils nein. Ja, da ein Robo-Advisor wie ein klassischer Vermögensverwalter Anlageempfehlungen gibt und diese dann auch umsetzt, allerdings ausschließlich automatisiert mittels spezieller Software bzw. Algorithmen. In diesem Punkt kann man Robo-Advisor als „automatisierten, unpersönlichen Vermögensverwalter“ bezeichnen.

Robo-Advisor stufen die Kunden üblicherweise einmalig in eine Risikoklasse ein, was dann beibehalten wird. Dies widerspricht einer individuellen, auf langfristigen, realen Kapitalerhalt ausgerichteten Vermögensverwaltung. Womit wir bei dem „Nein“ wären. Denn Risiken und Chancen sind ständig in Bewegung, worüber der Vermögensverwalter seine Kunden regelmäßig aufklärt, um gegebenenfalls ihre Portfolios anzupassen. Ein einfaches jährliches Portfolio-Rebalancing unter dauerhafter Beibehaltung eines erstmalig festgelegten Konzeptes, wie von Robo-Advisorn oft praktiziert, verlagert die Ergebnisverantwortung schlussendlich auf den Kunden. Dagegen sorgt ein klassischer banken- und produktunabhängiger Vermögensverwalter als Sachwalter des Kunden durch Optimierungen bei der Strukturierung des Vermögens für Risikoabsenkungen, die zukünftige Chancen nicht einschränken. Außerdem hat ein klassischer Vermögensverwalter i.d.R. mehr Finanzinstrumente zur Auswahl als ein Robo-Advisor.

Versuchen Robo Advisor eine Vermögensverwaltung quasi nachzumachen?

Bert-Ardo Spelter: Grundsätzlich ja, mit dem Unterschied, die Anlageentscheidungen ausschließlich den programmierten Algorithmen anzuvertrauen. Außerdem sind die Produkte bzw. Anlagestrategien bei Robo-Advisorn meistens sehr standardisiert und bieten daher für anspruchsvolle Kunden keine optimale Anlagelösung.

Fehlt Robo Advisorn die menschliche Logik und Intuition, beispielsweise wenn der Markt verrückt spielt?

Bert-Ardo Spelter: Ja! Insbesondere bei stringenten Vorgaben, die von der Risikoeinstufung des Kunden abhängen, kann sich dies fatal auswirken. Möglicherweise wird das Kapital schnell „verspielt“ und ein Verlust u.U. nie wieder aufgeholt, wenn die Risiko-Budgets komplett verbraucht sind.  Hinzu kommt, dass z.B. nach einer Analyse digitaler Vermögensverwalter im Handelsblatt v.20.05.2020, die untersuchten Anbieter den Vergleichsindex, der zu 50% MSCI World All Country Aktienindex und zu 50% den Markit Iboxx Euro Overall nicht schlagen konnten. In zwei Jahren, Stand 31.03.2020 erbrachte der Index 3,90% Plus und die Robos minus 0,60%. 

Wie hoch sind die Kosten einer klassischen Vermögensverwaltung?

Bert-Ardo Spelter: Hier möchte ich nur für ICFB sprechen. Wir haben ein sehr kompetitives und transparentes Gebührenmodell entwickelt, selbst im Vergleich zu den vermeintlich günstigen Robo-Advisorn. Robo-Advisor zielen auf Standard und Menge bei eigenem niedrigem Aufwand. Dabei sind Robo-Advisor nicht unbedingt günstig bei ihren Gebühren, die nicht selten bei 0,60% bis 1,00% p.a. liegen. Wir empfehlen deshalb: Auch unter Kostengesichtspunkten sollten Investoren einen Vergleich, der ja ebenfalls nichts kostet, vornehmen. Trotz extrem steigender Aufwände zur Einhaltung der regulatorischen Vorschriften schafft ICFB es, durch den Einsatz professioneller elektronischer Systeme und eigens entwickelter Optimierungstools effektiv und kostengünstig zu arbeiten. Bei unseren Kunden sorgen wir für eine individuelle und kostengünstige Vermögensverwaltung, kosteneffektive Anlageprodukte und niedrige Transaktionskosten.

Wird die klassische, menschliche Vermögensverwaltung aussterben?

Bert-Ardo Spelter: Nein! Denn ambitionierte Kunden legen einen großen Wert auf hochwertige persönliche Beratung. Das betrifft einerseits das Vermögen der Kunden und ihre Kapitalanlagen an sich und darüber hinaus weitere Themen des täglichen Lebens. Wir bieten daher, gegebenenfalls mit Partnern, Lösungen für steuerliche und andere Herausforderungen, wie Erben und Vererben von Vermögen. 

Herr Spelter, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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