Ralf Kohl: „Hybriden Geschäftsmodellen gehört die Zukunft“

Wir sprechen mit Ralf Kohl, Geschäftsführer der diverso GmbH. diverso stellt auf seinem Portal digitale tools zur Verfügung, die branchenübergreifend Unternehmen mit Kunden und externen Spezialisten zusammenbringen.

Ralf Kohl

Die Fintech-Szene ist angetreten, um den etablierten Wettbewerbern in der Finanz- und Versicherungsbranche den Rang abzulaufen. In welchen Bereichen konnten Fintechs signifikante Marktanteile gewinnen?

Ralf Kohl: Seit 2014 haben die jungen Fintech- und Insurtech-Unternehmen einiges verändert. Moderne digitale Versicherer mit optimierten Abläufen und flexiblen Produkten dürften einigen klassischen Versicherern unfreiwilligen Nachhilfeunterricht in der Digitalisierung gegeben haben. Ob diese aber signifikante Marktanteile gewonnen haben, kann ich nicht beurteilen. Weiterhin haben die digitalen Vertragsmanager, hinter denen oft ein digitaler Versicherungsmakler steckt, den analogen Versicherungsvermittlern eine Zeit lang schlaflose Nächte bereitet und deren Weiterentwicklung zu einem hybriden Geschäftsmodell beschleunigt. Diesem gehört – meiner Meinung nach – die Zukunft.

Was ist Ihr Kerngeschäft, welche die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens?

Ralf Kohl: Unser NETZWERKZEUG bietet beratenden Berufsgruppen die Möglichkeit, ein Werkzeug für die interprofessionelle Zusammenarbeit im eigenen Netzwerk einzusetzen und somit maximale Kundenbindung und -zufriedenheit zu erreichen. Unsere Software-as-a-Service ist eine Kollaborationssoftware und bringt Unternehmen mit Kunden und externen Spezialisten zusammen. Mit dem Modul „KOMMUNIKATION“ werden alle Aktivitäten wie Nachrichten, Dokumenten-Up- und -Downloads sowie alle Öffnungen aller involvierten Parteien innerhalb eines Vorgangs unveränderbar protokolliert, und sind inklusive der ausgetauschten Dokumente in einer Datei exportierbar. Auch die von vielen geforderte Videoberatung mit Aufzeichnungsfunktion ist implementiert. Beides selbstverständlich DSGVO-konform auf deutschen Servern.

Welchen Mehrwert bieten Sie Kunden im Vergleich zu ihren etablierten Wettbewerbern?

Ralf Kohl: Wir bieten mit dem NETZWERKZEUG Unternehmen ein Portal, in welchem sich deren Kunden über alle Bereiche eigenständig verwalten können und dies, ohne mit ihren Daten zu zahlen. Die Datenhoheit hat bei unserer Lösung immer der Ersteller (Data Owner) und nicht ein Dritter. Der Ersteller eines Datensatzes entscheidet, wer die von ihm eingegebenen Daten sehen darf. Erhält das Unternehmen von dem Kunden eine Freigabe, kann diese von dem Unternehmen wiederum an Spezialisten weitergegeben werden. So kann der Kunde bestmöglich beraten und betreut werden.

Durch die Kombination „DIGITALE ORDNER“ und dem „DIGITALEN NOTFALLPLAN“ gibt der Kunde seinen Bevollmächtigten und Angehörigen eine Handlungsempfehlung an die Hand. Diese ermöglicht nach dem Tag X das schnelle, strukturierte Handeln und der Information jedes Vertragspartners. Für den Fall, dass der Kunde die rechtliche Vorsorge (Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung) noch nicht geregelt hat, bietet der integrierte Vollmachtengenerator der Deutschen Vorsorgedatenbank AG die Möglichkeit, diese wichtigen Dokumente komplett eigenständig, vor allem aber rechtssicher von Fachanwälten für Medizinrecht erstellen zu lassen. 

Es gibt zwei Ansätze in der Fintech-Szene: Übernahme des Marktes oder Kooperation mit etablierten Unternehmen. Welchen Ansatz halten Sie für zielführender, wie agiert ihr Unternehmen?

Ralf Kohl: Wir sind offen für Kooperationen mit etablierten Unternehmen und bieten aus diesem Grund eine Standardschnittstelle an. So kann die in dem Unternehmen eingesetzte Kunden- und Vertragsverwaltung bidirektional angebunden werden, um Daten bereitzustellen, aber auch abzurufen.

Wie schnell reagieren Ihre Wettbewerber auf neue Trends, wie hoch ist der Innovationdruck?

Ralf Kohl: Da wir mit unserem NETZWERKZEUG einen zurzeit einzigartigen Ansatz der branchenübergreifenden Zusammenarbeit an und mit dem Kunden verfolgen, haben wir derzeit keine wirklichen Wettbewerber.

Welche Innovationen dürfen wir von Ihnen in nächster Zeit erwarten?

Ralf Kohl: Wir werden in Kürze die Notfallplanung auch für Unternehmen anbieten.

Herr Kohl, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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