Gustav Steiner: Fintech-Szene hat frühzeitig auf digitale Lösungsansätze gesetzt

Wir sprechen mit Gustav Steiner, Geschäftsführer von finatra einem Angebot der gfp – Gesellschaft für Private Finanzplanung mbH, über digitale Lösungsansätze zur privaten Finanzplanung. finatra ist das Finanzberater-Tool um Online-Beratung und persönliche Betreuung miteinander zu verbinden.

Die Fintech-Szene ist angetreten, um den etablierten Wettbewerbern in der Finanz- und Versicherungsbranche den Rang abzulaufen. In welchen Bereichen konnten Fintechs signifikante Marktanteile gewinnen?

Gustav Steiner: Das würde ich so nicht unterschreiben, dass die Fintech-Szene angetreten ist, um den etablierten Anbietern den Rang abzulaufen. Ich möchte es lieber positiv formulieren. Die Fintech-Szene hat frühzeitig auf digitale Lösungsansätze gesetzt. Die letzten Monate haben es im Zeitraffer gezeigt, dass dies auch lohnenswert ist. Wir sind angetreten, um das Angebot für die Kunden zu verbessern: Besserer Überblick über die eigenen Finanzen, optimaler Einsatz des verfügbaren Einkommens, bessere Vorsorge und langfristiges Vermögenswachstum. Diese Ziele haben auch viele etablierte Anbieter auf ihren Fahnen. Im digitalen Bereich ist das aber noch Mangelware. Denn wirklich signifikante Marktanteile haben hier bislang nur reine Preisvergleichsanbieter wie Check24 gewonnen. Das muss sich ändern. Schließlich ist es viel mehr wert, ein gutes Konzept für die finanzielle Zukunft zu haben, als etwa 20 Euro pro Jahr bei der Privathaftpflichtversicherung zu sparen.

Was ist Ihr Kerngeschäft, welche die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens?

Gustav Steiner: Unser Kerngeschäft ist die private Finanzplanung. Unsere Kunden sind Finanzberater und Vertriebsorganisationen, die ihre Kunden dabei unterstützen, mehr aus ihrem Vermögen zu machen. Unsere Software liefert hierfür einen einzigartig schnellen Einstieg mit einer digitalen Brücke. Wer bereits eine Software zur Finanzplanung hat, dem bieten wir Konzepte und Erfolgsmodelle zur Übertragung auf die bestehende Infrastruktur.

Welchen Mehrwert bieten Sie Kunden im Vergleich zu ihren etablierten Wettbewerbern?

Gustav Steiner: Mehr Geschäft, mehr Weiterempfehlungen und weniger Stornos: Wer etwa einen Altersvorsorge-Vertrag mit einer monatlichen Sparrate von 50 € oder 100 € verkauft, darf sich grundsätzlich freuen. Denn er verdient Geld und sein Kunde tut etwas für seine Zukunft. Doch er läuft auch hohe Gefahr, dass der Kunde den Vertrag innerhalb der ersten 10 Jahre beitragsfrei stellt oder kündigt. Wer als Kunde ein persönliches Konzept für die finanzielle Zukunft entwickelt hat, spart deutlich mehr und hält das auch wirklich bis zur Rente durch.

Es gibt zwei Ansätze in der Fintech-Szene: Übernahme des Marktes oder Kooperation mit etablierten Unternehmen. Welchen Ansatz halten Sie für zielführender, wie agiert ihr Unternehmen?

Gustav Steiner: Wir kooperieren mit etablierten Unternehmen. Denn die Digitalisierung ja ist kein Nutzen an sich. Sie ist ein machtvoller und längst notwendiger Hebel für eine gute Geschäftsidee. Darüber hinaus gibt es ja bereits zahlreiche Beispiele, dass Fintechs gekauft werden oder selbst versuchen, auch die etablierten Vertriebswege zu erschließen.

Wie schnell reagieren Ihre Wettbewerber auf neue Trends, wie hoch ist der Innovationdruck?

Gustav Steiner: Ich denke, der Innovationsdruck in der Branche ist gefühlt sehr hoch. Mit Sicherheit ist das zu Recht so, aber vielfach ist der Druck auch diffus. So dass man manchmal den Eindruck hat: Der Rauch vieler Schüsse vernebelt die Sicht. Ich denke, gut beraten ist, wer nur die Innovationen übernimmt, die zur eigenen Identität passen.

Welche Innovationen dürfen wir von Ihnen in nächster Zeit erwarten?

Gustav Steiner: Wie gerade gesagt, in unserem Fall sind das Konzepte und Instrumente, die private Haushalte und Finanzberater weiterhin vertrauensvoll, aber effizienter zusammenarbeiten lassen: digitale Tools zur privaten Finanzplanung, Vereinfachung der Prozesse und Erkenntnisse, wie Kunden mehr aus ihren Finanzen machen können.

Herr Steiner, vielen Dank für das Gespräch.

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