Manuel Heyden: Fintechs agieren viel unkonventioneller

Manuel Heyden ist CEO von nextmarkets. Im Interview spricht er über die Vorteile von Start Ups gegenüber etablierten Wettbewerbern und die Möglichkeit von Null-Euro-Transaktion.

Manuel Heyden

Die Fintech-Szene ist angetreten, um den etablierten Wettbewerbern in der Finanz- und Versicherungsbranche den Rang abzulaufen. In welchen Bereichen konnten Fintechs signifikante Marktanteile gewinnen?

Manuel Heyden: Grundsätzlich haben Fintechs zwei essenzielle Vorteile gegenüber den etablierten Geldhäusern auf dem Markt. Zum einen hat diese junge, innovative Szene insbesondere bei der jüngeren Generation nicht den schlechten Ruf wie ihn das klassische Bankgeschäft hierzulande hat. Zum anderen agieren Fintechs viel unkonventioneller. Finden Veränderungen statt, können Fintechs dementsprechend schnell und effizient interne Veränderungen anstoßen. Dafür gibt es etliche Beispiele aus der Branche. Große Bankdienstleister sind dem gegenüber viel abhängiger von zum Beispiel externen Ideengebern, die für Veränderungsprozesse zuständig sind. Diese beiden Faktoren erhöhen speziell für junge Zielgruppen die individuelle Attraktivität von finanziellen Tech- Unternehmen und werden eher von diesen Milieus angenommen. Hier sehe ich auch das große Marktpotenzial von uns aber auch unserer Wettbewerber. Mehr und mehr sind wir Fintechs die ersten Ansprechpartner für ein junges Finanzpublikum.

Was ist Ihr Kerngeschäft, welche die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens?

Manuel Heyden: Ich sehe hier zwei wichtige Alleinstellungsmerkmale. Zum einen lassen sich mit nextmarkets über 7.000 Aktien und 1.000 ETFs über die Börse handeln – und zwar kostenlos. Das bedeutet: keine Ordergebühren, Depotgebühren oder Fremdkostenpauschalen. Damit wollen wir kundenorientierten, kostenlosen Aktienhandel ermöglichen. Zum anderen unser Coaching-Prinzip: Ein kohärentes Team aus Börsenprofis, die nah am Pulsschlag des Aktienmarktes sind. Mit ihrem exklusiven Fachwissen liefern sie unseren Nutzern monatlich bis zu 200 Analysen über aktuelle Dynamiken im Börsengeschehen. So können wir unseren Kunden den idealen Kompass für profitables Investieren mit an die Hand geben. Genau dadurch definiert sich unser USP. Diese Leistung kann keiner der Wettbewerber vorzeigen.

Welchen Mehrwert bieten Sie Kunden im Vergleich zu ihren etablierten Wettbewerbern?

Manuel Heyden: Der Mehrwert, den wir vermitteln wollen, speist sich aus unterschiedlichsten Faktoren zusammen, die unser Kerngeschäft definieren. In diesem Kontext geht viel über die Null-Euro-Transaktion, welche wir unseren Kunden anbieten. Grundlage ist hier der hohe Grad an Automatisierung, der die Innenarchitektur von nextmarkets prägt. Gleichzeitig auch die Chance zu haben mit 7.000 Aktien und 1.000 EFTs zu handeln, halte ich für ein enormes Plus gegenüber der Konkurrenz. Perfektionieren möchten wir diese Leistungen mit unserem Coaching- und E-Learning-Modell. Hier sehen wir den auf lange Sicht inneren Wert, den wir unter den Hashtags #shapingsuccess und #bettertogether greifbar machen. Parallel liegt es uns am Herzen, unsere Werte auch tatsächlich zu leben. Wir wollen für Privatanleger ein lebenslanger, kostenfreier und kompetenter Begleiter am Markt sein.

Es gibt zwei Ansätze in der Fintech-Szene: Übernahme des Marktes oder Kooperation mit etablierten Unternehmen. Welchen Ansatz halten Sie für zielführender, wie agiert ihr Unternehmen?

Manuel Heyden: Meiner Meinung nach hängt das immer von den Realitäten am Markt ab. Wer eine kluge Geschäftsidee hat, muss sich permanent fragen: Wo will ich hin? Möchte ich zum Marktführer werden oder mich gegebenenfalls „nur“ in einer Nische etablieren. Realistisch ist es dabei aus meiner Sicht, die Zusammenarbeit mit den Akteuren der Branche zu suchen und zu pflegen. Schließlich herrschen ungleiche Wettbewerbschancen zwischen einem großen, voll regulierten Finanzunternehmen und einem neuen, hippen Start-Up aus Berlin-Mitte, das vielleicht eine sehr schöne und spielerische Benutzeroberfläche gebaut hat. Viele Gründer unterschätzen vielleicht auch zunächst den Umfang und Ressourcenbedarf eines regulierten Finanzinstituts. Auf der anderen Seite sehe ich Startups, die Banking-as-a-Service machen, ihren Umsatz jedoch mit einem etablierten Finanzunternehmen teilen müssen, obwohl sie dieselben Kundenakquisitionskosten zahlen. Es gibt also kein richtig oder falsch. Jeder Fall muss individuell betrachtet werden.

Wie schnell reagieren Ihre Wettbewerber auf neue Trends, wie hoch ist der Innovationdruck?

Manuel Heyden: Druck entsteht besonders dadurch, dass die neuen Innovationen am Markt digital, möglichst nutzerfreundlich und selbstverständlich kostengünstig sein sollen. Hier werden andauernd neue Akzente gesetzt. Praktisch im Stundentakt wird die Szene mit neuen Ansätzen konfrontiert. Durch die enorme Schnelligkeit dieser Erneuerungsautomatismen, bleibt es für Anleger schwierig den Überblick zu behalten.

Welche Innovationen dürfen wir von Ihnen in nächster Zeit erwarten?

Manuel Heyden: Grundsätzlich sprechen wir erst über Innovationen, wenn sie tatsächlich verfügbar sind. Wir werden jedoch kontinuierlich großartige Features veröffentlichen. Unsere „Innovation Pipeline“ ist prall gefüllt.

Herr Heyden, vielen Dank für das Gespräch.

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