Themeninvestments individualisieren Vermögensverwaltung – Dr. Harald Brock (investify S.A.)

Dr. Harald Brock ist Geschäftsführer der investify S.A. Im Interview spricht er über die digitale Vermögensverwaltung und deren Kostenvorteile.

Was ist bei der Auswahl einer Vermögensverwaltung wichtig?

Dr. Harald Brock: Wie so oft im Leben ist die Wahl des richtigen Partners entscheidend. Man sollte sich z.B. bewusst sein, wie die eigene finanzielle Situation ist, wie intensiv man betreut werden möchte, wie aktiv man beteiligt sein möchte und wie man Zugriff auf die Daten der Vermögensverwaltung haben möchte. Zudem sollte man nicht nur auf die Kosten schauen – auch auf die Performance und die Qualität der Leistung kommt es an.

Sind Robo Advisor auch eine Art Vermögensverwalter?

Dr. Harald Brock

Dr. Harald Brock: Robo Advisor ist ein Marketingbegriff, dem wir wenig abgewinnen können. Bei uns finden Sie keine Roboter. Bei uns – und auch bei fast allen anderen digitalen Vermögensverwaltern – treffen Menschen die Anlageentscheidung. Lediglich die Prozesse sind digital und damit besonders einfach und transparent.

Der Begriff „Digitale Vermögensverwaltung“ ergibt deutlich mehr Sinn. Im Gegensatz zu klassischen Vermögensverwaltern, bei denen Sie oft erst ab 500.000 Euro Kunde werden können, bieten wir unsere Dienstleistung bereits ab eine Anlage von 5.000 Euro an. Durch Automatisierung und schlanke Prozesse können wir die Kosten niedrig halten – wir möchten die Vermögensverwaltung der breiten Masse zugänglich machen.

Übrigens: Der Service wird bei uns dennoch groß geschrieben, wir unterstützen unsere Kunden per Telefon, E-Mail und Chat.

Versuchen Robo Advisor eine Vermögensverwaltung quasi nachzumachen?

Dr. Harald Brock: Nein, denn sie bieten eine echte Vermögensverwaltung – jeder mit einem etwas anderen Ansatz. Bei investify haben Kunden die Möglichkeit, ihre Geldanlage mit Themeninvestments zu individualisieren. Aktuell bieten wir 21 Themeninvestments, diese Auswahl bietet kein anderer Anbieter in Deutschland. Wir sind hier also Marktführer.

Mit investify TECH helfen wir zudem klassischen Vermögensverwaltern digitaler zu werden. Wir verstehen das Business also ganz genau – von „nachmachen“ kann also wirklich nicht die Rede sein.

Fehlt Robo Advisorn die menschliche Logik und Intuition, beispielsweise wenn der Markt verrückt spielt?

Dr. Harald Brock: Nein, das ist falsch. Wir arbeiten mit Algorithmen, die uns in den Anlageentscheidungen unterstützen, verantwortlich sind aber unsere Portfoliomanager aus Fleisch und Blut.

Wie hoch sind die Kosten einer klassischen Vermögensverwaltung?

Dr. Harald Brock: Dies hängt von vielen Faktoren, wie Umfang des Beratungsmandats, Anlagesumme und Anbieter ab. Die Kosten für die Vermögensverwaltung bei investify liegen bei 1% p.a., aber einer Mindestanlage von 100.000 Euro sinken die Kosten auf 0,8%.

Wird die klassische, menschliche Vermögensverwaltung aussterben?

Dr. Harald Brock: Nein, das wird Sie nicht. Es wird immer Menschen geben, die den persönlichen Austausch mit dem Berater wünschen. Gerade bei großen Vermögen spielt dieses Vertrauensverhältnis eine wichtige Rolle.

Im Zuge der Digitalisierung werden aber die klassischen Vermögensverwalter zukünftig auch auf digitale Modelle setzen müssen, die die Arbeit im Hintergrund erledigen. Neben unserem Endkundenprodukt bieten wir unsere Expertise auch im B2B-Bereich an und unterstützen neben Banken und Versicherungen auch Vermögensverwalter hinsichtlich Digitalisierung, Outsourcing und Regulatorik.

Herr Dr. Brock, vielen Dank für das Gespräch.

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