Wolfgang Juds: Kursrückgänge an den Märkten bieten auch erhebliche Chancen

Wir sprechen mit Wolfgang Juds, Geschäftsführer der CREDO Vermögensmanagement GmbH, über Vermögensverwaltung während der Corona-Krise.

Besteht die Gefahr, dass durch den Lockdown die Märkte erneut abstürzen?

Wolfgang Juds

Wolfgang Juds: Ja, die Gefahr besteht durchaus. Zumindest kurzfristig bis es neue Eingriffe der Notenbanken und neue Hilfe- und Rettungspakete gibt. Allerdings erwarte ich keinen Absturz wie im März oder April. Eher eine Korrektur aufgrund der aktuellen Situation. Die Erwartung der Märkte, dass es eine V-förmige Erholung geben wird, scheint sich nicht zu bewahrheiten. Auf der anderen Seite bieten die Kursrückgänge an den Märkten auch erhebliche Chancen. Denn die Aktien sind bis auf wenige Technologiewerte nicht mehr zu teuer und ein Blick gerade auf die konjunktursensiblen Titel lohnt sich. Aber die Anleger brauchen Geduld. Sie sollten Geld bereithalten, um günstiger einsteigen zu können. Langfristig kann es sich lohnen, jetzt Ruhe zu bewahren und auf die richtige Gelegenheit zu warten.

Wie können Investoren Ihr Kapital aktuell in Sicherheit bringen?

Wolfgang Juds: Nur durch eine kluge Anlagepolitik und ein gut strukturiertes Depot. Die Idee, alles zu verkaufen und auf den günstigen Einstieg zu warten, kann schief gehen. Denn die Aktienkurse können schneller steigen als die meisten Investoren erwarten. Und wir wissen immer erst im Nachhinein wo „unten“ war – wen die Kurse bereits wieder am Steigen sind.

Besser ist eine Anlagestrategie, bei der das Depot wie bei einer Fußballmannschaft aufgestellt ist und die auch Stürmer im Team hat. Aber zugegeben – momentan sollten Anleger sich mehr Gedanken übe die Verteidigung machen. Das bedeutet: wir gewichten Gold, Goldminen, US-Staatsanleihen über und haben zusätzlich noch 10% in sogenannten Short ETFs investiert. Die Liquidität halten wir zurück, um die Aktienquote später wieder aufstocken zu können.

Was halten Sie vom Gold-Run? Der Goldpreis ist ja bereits im zweistelligen Prozentbereich gestiegen.

Wolfgang Juds: Der Goldpreis wird weiter steigen, denn die Notenbanken werden weitere geldpolitischen Maßnahmen durchführen und die Märkte auch künftig stimulieren. Und das ist gut für den Goldpreis. Außerdem bleiben die Zinsen niedrig bzw. sinken weiter. Dann ist die Tatsache, dass Gold keine Zinsen abwirft auch kein Nachteil mehr. 

Wie investieren Sie privat? Und Hand aufs Herz wie erfolgreich laufen Ihre Investments?

Wolfgang Juds: Privat investiere ich genau wie viele unserer Anleger in CREDO Ausgewogen – unsere Strategie mit einem mittleren bis offensiven Risikoprofil. Das hat sich bewährt und ich habe keine Veranlassung privat anders zu investieren als meine Mandanten. Und die Wertentwicklung war ja sehr erfolgreich – letztes Jahr war CREDO Ausgewogen mit 17,5 % im Plus und aktuell ca. 3 % im Minus. Das hat auch das Wirtschaftsmagazin Capital bestätigt. Wir haben für unser ausgewogenes und auch für das chancenorientierte Depot jeweils die Höchstnote von 5 Sternen bekommen.

Können Sie eine Zukunftsprognose abgeben, wie sich Ihre Branche in der Zeit nach Corona entwickeln wird?

Wolfgang Juds: Für die Zukunft erwarte ich für unsere Branche einige Herausforderungen. Die Digitalisierung nimmt zu und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen ebenfalls. Banken schließen Filialen und versuchen ihre Kunden in Online-Lösungen zu bringen. Dafür werden die internen Abteilungen weiter aufgebaut. Bei uns ist es genau umgekehrt. Wir versuchen auch unsere Prozesse zu digitalisieren und so schlank wie möglich zu gestalten. Nur wollen wir nicht an der Nähe zu unseren Kunden sparen. Denn da liegt unsere große Chance: wir Menschen brauchen Ansprechpartner und Berater, die langfristig an unserer Seite sind, zuverlässig, fachlich qualifiziert und mit viel Erfahrung im Bankgeschäft. Wir suchen die Nähe zu unseren Mandanten und wir wollen im Gespräch mit unseren Kunden bleiben – besonders wenn es an den Märkten turbulent zugeht. Dann zahlt sich unsere Erfahrung aus!

Herr Juds, vielen Dank für das Gespräch.

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