Kirk Mangels: Home-Office – durchaus eine denkbare Option für die Zukunft

Kirk Mangels, Vorstandsmitglied der MHK Group AG, spricht im Interview mit uns über mögliche Umsatzeinbußen durch Corona,  Online-Konferenzen nach der Pandemie sowie Unterstützung der Mitarbeiter.

Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Abläufe in Ihrem Unternehmen?

Kirk Mangels

Kirk Mangels: Die MHK Group ist bekannt für ihre visionären Ideen und Konzepte. Dafür braucht es vor allem schnelle und kurze Entscheidungswege. Daran hat sich durch die Corona-Pandemie kaum etwas geändert. Geändert hat sich aber die Art der Kommunikation. So finden heute viele Sitzungen per Videokonferenz statt, was nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet ist, dass sich viele unserer Mitarbeiter im Homeoffice befinden. Dazu haben wir uns entschieden, um die Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens aufrecht zu erhalten. Auch der Austausch mit unseren Partnern im Fachhandel und -handwerk erfolgt größtenteils digital. Veranstaltungen, die im letzten Jahr noch im persönlichen Dialog stattfanden – wie unsere Reihe „MHK-Expertentreff“, auf denen wir unseren Partner neue Instrumente vorstellen und wichtige Impulse für das neue Geschäftsjahr geben – haben wir in diesem Jahr per Livestream angeboten.

Haben Sie Corona-bedingte Umsatzeinbußen, und welche Gegenmaßnahmen haben Sie dafür entwickelt?

Kirk Mangels: Die MHK Group ist ein Einkaufs- und Dienstleistungsverband mit mehr als 3.200 Partnern in ganz Europa. Unser Kerngeschäft liegt in den Branchen Küche sowie Sanitär/Heizung/Klimatechnik. Direkt nach dem Lockdown verzeichneten auch unsere Partner im Fachhandel und -handwerk einen deutlichen Umsatzeinbruch. Unsere Dienstleistungstöchter haben einige Entwicklungen schneller zur Marktreife gebracht als geplant, sodass wir unseren Partnern nur wenige Tage nach dem 1. Lockdown Tools für die Onlineberatung und den Onlineverkauf an die Hand geben und sie so weiterhin Küchen planen und verkaufen konnten. Zusätzlich haben wir sie im Bereich der Werbung und Kommunikation unterstützt.

Nach dem Lockdown haben unsere Gesellschafter eine erhöhte Nachfrage festgestellt. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen hat das Homing während des Lockdowns ein sehr starkes Revival erfahren. Zum anderen stand den Deutschen durch zahlreich ausgefallene Fernreisen ein nicht unerhebliches Budget zur Verfügung. Dieses wurde in den letzten Monaten unter anderem in die eigenen vier Wände – sei es die Küche oder das neue Wellnessbad – investiert. Dadurch konnten unsere Gesellschafter die Umsatzeinbußen nicht nur wettmachen, sondern ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr insgesamt sogar steigern.

Bei vielen Unternehmen setzt sich das Home-Office mehr und mehr durch. Könnte das auch eine Option für die Zukunft sein, wenn wir wieder eine Normalisierung haben?

Kirk Mangels: Die Corona-Pandemie hat nicht nur die MHK Group, sondern uns alle gezwungen, sich auf das „Experiment“ Homeoffice einzulassen. Wir haben in den letzten Monaten sehr gute Erfahrungen mit dieser Form zu arbeiten gemacht. Deshalb ist das Home-Office – auch mit Blick auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie – durchaus eine denkbare Option für die Zukunft.

Würden Sie sich dafür einsetzen, dass Ihre Mitarbeiter kostenlose Corona-Tests und -Impfung erhalten?

Kirk Mangels: Grundsätzlich halten wir unsere Mitarbeiter an, sich testen zu lassen und unterstützen hier auch, um eine arbeitsbedingte Sicherheit herzustellen. Wir würden unseren Mitarbeitern empfehlen, sich impfen zu lassen, wenn dann ein sicherer Impfstoff zur Verfügung steht.

Wie gehen Sie mit der Situation um, dass man Mitarbeiter im Home-Office kaum überwachen kann und alles auf Vertrauen basiert, dass wirklich Vollzeit gearbeitet wird?

Kirk Mangels: Es wird immer Mitarbeiter geben, die die Situation vielleicht ausnutzen. Ganz grundsätzlich haben wir aber sehr gute Erfahrungen gemacht. In der MHK Zentrale in Dreieich arbeiten mehr als 550 MitarbeiterInnen in 16 verschiedenen Dienstleistungsgesellschaften. Aktuell sind je nach Gesellschaft nur noch 35-45 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort in der MHK-Europazentrale. Alle anderen arbeiten im Homeoffice. Für sie gibt es – wie auch für die Kolleginnen und Kollegen im Büro – klar definierte Ziele und Arbeitsaufträge, die auch zuverlässig erledigt werden.

Online-Konferenzen und Mitarbeiter-Besprechungen könnte man mehr und mehr zu Video-Events umbauen, die zu Hause abgehalten werden. Wird sich der Trend auch nach der Pandemie durchsetzen?

Kirk Mangels: Diese Frage lässt sich nicht mit einem klaren ja oder nein beantworten. Kleinere Besprechungen wird man als Video-Events abhalten können. Hier spielen Zeit- und Kostenaspekte eine große Rolle. Deshalb wird hier der Trend zu Online-Konferenzen sicherlich auch nach der Pandemie anhalten und seine Berechtigung haben.

Genauso wird es aber Gespräche und Besprechungen geben, die aktuell zwar online abgehalten werden, ganz grundsätzlich aber den direkten und persönlichen Austausch erfordern. Wie sagte unser Firmengründer Hans Strothoff immer: Geschäfte werden unter Menschen gemacht. Und aus diesem Grund werden wir nach der Pandemie zweifelsohne zu vielen persönlichen Gesprächen zurückfinden. Davon sind wir fest überzeugt.

Es heißt, die Arbeit von zu Hause aus, ist eine große Umstellung und fällt einigen Mitarbeitern schwer. Wie unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter bei der Eingewöhnung?

Kirk Mangels: Wir stellen den Mitarbeitern direkt alle technische Hilfsmittel bereit, so dass sie sich nicht umgewöhnen müssen.

Herr Mangels, vielen Dank für das Gespräch!

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