Was plant ALDI für die Umwelt?

ALDI ist ein Discounter, der in zwei getrennte Unternehmensgruppen in ALDI Nord und ALDI Süd unterteilt ist. Mit ALDI sprechen wir über die Reduzierung von Kunststoffverpackungen, Einmalplastik sowie Bio-Plastik.

Die deutsche Umwelthilfe warnt davor, dass 2050 mehr Plastik als Fische in den Weltmeeren schwimmt, wenn nicht sofort Abhilfe geschaffen wird. Was tut der Handel, um Plastik- und Kunststoffverpackungen zu reduzieren?

ALDI: Im Sommer 2018 haben wir gemeinsam mit ALDI Nord unsere Verpackungsmission gestartet. Unter dem Motto „vermeiden, wiederverwenden, recyceln“ gehen wir das Thema Verpackungen ganzheitlich an. Unser Ziel: Bis Ende 2022 sollen alle Verpackungen unserer Eigenmarken recyclingfähig sein. Bis Ende 2025 wollen wir das Verpackungsgewicht unserer Eigenmarken um rund 30 Prozent verringern, 40 Prozent unserer Obst- und Gemüseartikel unverpackt anbieten und die verbleibenden Verpackungen nachhaltiger gestalten.

Was halten Sie von einer Sonderangabe für Verpackungs-Kunststoff und Einweg-Plastik?

ALDI: Nicht nur die politischen Institutionen kümmern sich um die Frage, wie Verpackungsmüll zukünftig reduziert werden kann. Auch wir haben bereits viele Maßnahmen zur Verpackungsreduktion vorzeitig umgesetzt (?). Die Regulierung von Einwegplastik ist grundsätzlich ein wichtiger Schritt, um die Plastikreduktion europaweit voranzutreiben. Wichtig ist dabei, dass alle Schritte in Abstimmung mit bereits funktionierenden nationalen Systemen und den betroffenen Stakeholdern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet werden.

Auch ALDI Nord und ALDI SÜD haben sich im Rahmen ihrer Verpackungsmission bereits einiges vorgenommen und  schon viele Einsparungserfolge erzielt. So stellen wir überflüssige Einweg-Plastikartikel auf umweltverträglichere Materialien um oder ersetzen diese durch Mehrweglösungen. Unsere Kunden finden seit Anfang 2019 kein Geschirr, Strohhalme oder Becher aus Einweg-Plastik mehr in den ALDI Regalen. Zudem haben wir bei unseren Wattestäbchen den Plastikschaft durch einen nachhaltigen Papierschaft ersetzt. Weitere Infos zu unseren jüngsten Einsparungserfolgen finden Sie in unserem  Presseportal.

Die Branche ist sich offensichtlich einig, dass man die Recyclingquote von Plastik erhöhen will, dennoch fehlt es an den nötigen Strukturen zum Sammeln und Recyclen. Wie sehen Sie das?

ALDI: Es geht vor allem darum, die Qualität der Sortierströme zu verbessern. Denn oftmals lassen sich auch Produktverpackungen, wie etwa Verbundverpackungen und -folien oder schwarz gefärbter Kunststoff nicht gut und richtig trennen und entsprechend recyceln. ALDI Nord und ALDI SÜD haben sich das Ziel gesteckt, 100 Prozent ihrer Eigenmarkenverpackungen bis Ende 2022 recyclingfähig zu gestalten. Neben dem Verpackungsdesign leistet die korrekte Trennung von Verpackungsabfall einen signifikanten Beitrag zu einer Erhöhung der Recyclingquoten. Mit dem ALDI Trennhinweis „Tipps für die Tonne“ möchten wir unsere Kunden für das Thema Recycling und Mülltrennung sensibilisieren und uns weiter für den Ausbau der Kreislaufwirtschaft sowie die Erhöhung der Recyclingquote einsetzen. Mittlerweile sind nahezu alle Eigenmarken-Verpackungen mit den „Tipps für die Tonne“ ausgestattet. Die innovativen ALDI Trennhinweise wurden in diesem Jahr sogar für den renommierten Bundespreis Ecodesign 2020 nominiert. Ein Bild von unseren Trennhinweisen finden Sie im Anhang.

Der Handel hat den ersten Schritt gemacht und Rossmann, dm und weitere Händler haben vor wenigen Wochen ein neues Zeichen eingeführt, das auf umweltschonende Verpackungen hinweist. Reicht das Ihrer Meinung nach aus? / Wie kann man den Kunden einen pflichtbewussteren Umgang mit Plastikmüll beibringen – also richtige Entsorgung beispielsweise? / Können Sie sich vorstellen, Ihre Kunden an das Thema Plastikmüll in E-Mails oder Newslettern zu erinnern, um das Bewusstsein zu verändern?

ALDI: Bei der Verpackungsmissionsstrategie geht es nicht um einen kurzfristigen Effekt, sondern um nachhaltige Lösungen. Unser Engagement zielt in die Breite. Daher möchten wir unsere Kunden für das Thema sensibilisieren und auf unserem Weg mitnehmen. So informieren wir sie über unsere Marketing- und Kommunikationskanäle, wie Sie Verpackungen vermeiden, wiederverwenden und recyceln können. Im vergangenen Jahr haben wir zum Beispiel im Rahmen der Kampagne unter dem Motto „Zusammen auf #ALDIVerpackungsmission“ durch Social-Media-Maßnahmen zum Mitmachen aufgefordert. Aber auch in unseren Filialen und auf den Produkten machen wir auf das wichtige Thema Entsorgung aufmerksam. Neben den  Trennhinweisen auf unseren Eigenmarken kennzeichnen wir unsere nachhaltigeren und optimierten Produktverpackungen ebenfalls mit unserem „Verpackungsmission-Logo“. Dies ist bei Verpackungen der Fall, bei denen wir das Materialgewicht reduziert haben, recycelten Kunststoff einsetzen, die Recyclingfähigkeit erhöht haben und nachwachsende Rohstoffe nutzen.

Im Zuge der Kunststoff-Diskussion wurde der Begriff Bio-Plastik geschaffen. Lenkt das nicht einfach von den eigentlichen Problemen ab?

ALDI: Grundsätzlich sollten hier zwei Arten von Bio-Plastik unterschieden werden: die biobasierten Kunststoffe und die biologisch abbaubaren oder kompostierbaren Kunststoffe. Biobasierte Kunststoffe bestehen aus alternativen Rohstoffquellen, wie etwa Maisstärke.  Somit kommen hier keine fossilen Rohstoffe zum Einsatz. Es gibt biobasierte Kunststoffe, die vergleichbare Eigenschaften wie konventioneller Kunststoff haben und bei richtiger Gestaltung genauso gut recycelt werden können. Dies gilt zum Beispiel für Bio-PE. Unsere Obst- und Gemüsebeutel, die wir seit vergangenem Jahr für den symbolischen Betrag von einem Cent anbieten, bestehen aus biobasiertem Kunststoff. Entsprechend sollten diese auch korrekt entsorgt und nicht mit biologisch abbaubaren oder (garten-)kompostierbaren Kunststoffen verwechselt werden. Hierbei handelt es sich um Kunststoffe, die durch Mikroorganismen zersetzt werden können. Aufgrund der in Deutschland fehlenden Recyclingwege werden biologisch abbaubare Kunststoffe aktuell als nicht recyclingfähig eingestuft. Prinzipiell sind biologisch abbaubare Kunststoffe aus unserer Sicht dennoch ein guter Ansatz.  Daher beobachten wir stetig, ob der Einsatz von biobasierten und/oder kompostierbaren Materialien zu einer besseren Kreislauffähigkeit unserer Verpackungen beitragen kann.

ALDI, vielen Dank für das Gespräch!

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