Nils-Hendrik Höcker: Es bleibt unser Ziel, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen

Nils-Hendrik Höcker ist Country Head Deutschland und Österreich bei BUX. Mit ihm sprechen wir über Blockchain und Krypto-Technologie, künstliche Intelligenz sowie die Veränderung durch Automatisierung.

Nils, DFKP, am 11. August 2020, Foto: Stefan Wieland 2020

Experten sehen einschneidende Veränderungen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung auf die Branche zukommen. Glauben Sie, dass der Mensch aus dem Mittelpunkt der Beratung herausgenommen wird?

Nils-Hendrik Höcker: Nein, wir bei BUX glauben zwar, dass diese Technologien einen positiven Einfluss auf die Investitionserfahrung unserer Nutzer haben – aber es bleibt unser Ziel, den Menschen in den

Mittelpunkt zu stellen. Das ist insbesondere bei BUX Zero der Fall: Während traditionelle Anlageprodukte einschüchternd, kompliziert und teuer sind, gibt BUX Zero seinen Nutzern die Kontrolle über ihre Finanzen zurück, ohne sie zu überfordern.

Die vielen Veränderungen innerhalb der Finanzbranche mit den Anforderungen an die Compliance und den Anpassungen an Regulierungen beschäftigen die Mitarbeiter bzw. Verantwortlichen. Sehen Sie das auch so?

Nils-Hendrik Höcker: Natürlich nehmen Compliance und Regulierungen Zeit in Anspruch, aber wir sehen dies nicht als negativ an, ganz im Gegenteil. Unserer Meinung nach tragen diese Anforderungen dazu bei, faire Wettbewerbsbedingungen für alle Parteien zu schaffen. Am Ende ermöglichen Compliance-Regeln und Regulierungen eine faire und sichere Investitionserfahrung für all jene zu schaffen, die mehr aus ihrem Geld machen wollen.

„Blockchain“ und „Krypto-Technologie“ sind Bereiche, die sich eines größeren Interesses, einer größeren Relevanz, erfreuen. Sehen Sie das auch so?

Nils-Hendrik Höcker: Kryptowährungen wie „Bitcoin“ können sich als interessante Investitionsmöglichkeit erweisen. Aktuell fallen sie aber vor allem durch große Volatilität auf, auch wenn aktuell Bewertungsrekorde gebrochen werden. Aufgrund ihrer Komplexität eignen Kryptowährungen sich eher für sehr erfahrene Anleger. Das kann aber auch bei manchen Aktien der Fall sein. 

Inwieweit haben die permanent sinkenden Zinsen das Tagesgeschäft beeinflusst? Herkömmliche festverzinsliche Finanz-Produkte sind out. Wie gehen Sie damit um?

Nils-Hendrik Höcker: Niedrige Zinssätze, unser Rentensystem und steigende Immobilienpreise machen es für die neue Generation unerlässlich, ihr Geld abseits von traditionellen Bankprodukten wie dem Tagesgeldkonto oder dem Sparbuch zu investieren. Denn de facto verlieren Anleger mit diesen Investitionsmöglichkeiten sogar Geld. Investitionen sind heute für diese Generation eine der wenigen Möglichkeiten, sich eine bessere finanzielle Zukunft zu sichern. Mit BUX Zero bieten wir eine provisionsfreie Alternative für alle, die mehr aus Ihrem Geld machen wollen.

Wie bewerten Sie den Satz: Künstliche Intelligenz ist ein Turbo für den Finanzsektor?

Nils-Hendrik Höcker: Wir beobachten, dass Künstliche Intelligenz, wie die Digitalisierung im Allgemeinen, auch unsere Branche beschleunigt. KI ist jedoch nicht das Hauptaugenmerk von BUX, weshalb wir hier keine gute Einschätzung geben können.

 

Ist es spürbar, dass immer mehr Kunden digitalaffin sind und selbst über Online-Plattformen ihre Finanzgeschäfte abwickeln?

Nils-Hendrik Höcker: Aktuell treffen einige Ereignisse zusammen, die das Interesse jüngerer, erstmaliger Kleinanleger in Deutschland und in Europa allgemein am Investieren steigern. Zunächst einmal sehen wir jetzt im Brokerage-Bereich eine ähnliche Entwicklung wie im Bankenbereich. Kundinnen und Kunden können ganz einfach Bankkonten eröffnen, Zahlungen vornehmen und Kredite anfragen. Beim Investieren ist das ganz ähnlich: Wollten Kleinanleger früher ein Portfolio starten und Aktien kaufen, blieb ihnen nur die Möglichkeit, über traditionelle Online-Broker zu gehen. 

Wie der Aufstieg der Neobanken erleben wir jetzt den Aufstieg der Neobroker. Neobanken haben Banking-Apps nach den gleichen Design-Prinzipien entwickelt, wie die besten, intuitiv gestalteten Apps von heute (man denke an Whatsapp, Instagram und Uber). Insbesondere die jüngeren Generationen suchen nach der vertrauten Benutzererfahrung, die sie von den Apps kennen, die sie jeden Tag nutzen. Die Erwartungshaltung ist, online und mobil Dinge zu erledigen – – von der Bestellung von Essen und Chats bis hin zu ihrer Bank- und Investitionserfahrung. 

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres eigenen Finanz-Business als Unternehmen/Unternehmer*in?

Nils-Hendrik Höcker: Natürlich weiß niemand, was die Zukunft bringt. Dennoch hat das Jahr 2020 sowohl für erfahrene als auch für unerfahrene Investoren ein paar Wahrheiten ans Licht gebracht:

Auf die Garantie einer sicheren finanziellen Zukunft kann man sich nicht länger verlassen und es bleibt die Aufgabe des Einzelnen, sich selbst zu informieren und die richtigen Werkzeuge einzusetzen, um die Kontrolle über den Aufbau des eigenen Vermögens und die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Unser Ziel ist es, der führende Anbieter in Europa für diejenigen zu sein, die mehr mit ihrem Geld tun wollen und eine sicherere finanzielle Zukunft planen.

Herr Höcker, vielen Dank für das Gespräch!

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