Wolfgang Jagsch: Bei vielen Unternehmen reichen einfache Maßnahmen oftmals vollkommen aus

Mag. Wolfgang Jagsch ist SEO & Texter in Österreich & Südtirol – www.seo-textagentur.at. Er berät und unterstützt Unternehmen in der DACH-Region im Bereich SEO & Content Marketing! Mit ihm sprechen wir über den Digitalisierungsschub, aktuelle Trends und Entwicklungen sowie nutzbare Videoinhalte für Unternehmen.

Die Corona-Pandemie hat zu einem erheblichem Digitalisierungsschub in Wirtschaft und Gesellschaft geführt. Welche aktuellen Trends und Entwicklungen werden auch nach der Pandemie bleiben?

Wolfgang Jagsch

Wolfgang Jagsch: Es wird all das bleiben, das zu nachhaltigem Wachstum führt. Vieles wurde mit Förderungen finanziert – hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Es werden jene Bereiche weiterhin stark profitieren, die man im Stande dazu sieht, für zukünftige Ertragschancen zu sorgen. Alles andere wird man wieder Stück für Stück zurückfahren.

Auch offline-orientierte Unternehmen machen sich vermehrt Gedanken um Strategien zur Neukundengewinnung im Internet. Welche Optionen haben Firmen, um im Internet ihre Zielgruppen anzusprechen?

Wolfgang Jagsch: Das Beste ist ein auf das Unternehmen individuell abgestimmter Online-Marketing-Maßnahmen-Mix. Nicht jedes Unternehmen braucht die gleichen Dinge. Bei vielen Unternehmen reichen einfache Maßnahmen oftmals vollkommen aus. Viele Agenturen versuchen jedoch, ihren gesamten Bauchladen loszuwerden.

Vor allem Content Marketing gilt neben klassischen Werbekampagnen als attraktive Möglichkeit Neukunden anzusprechen und Bestandskunden bei Laune zu halten. Wie gehen Sie bei der Konzeption einer Content Marketing Strategie vor?

Wolfgang Jagsch: Das Wichtigste sind jene Themen, die die Menschen verbinden. Es gilt den gemeinsamen thematischen Nenner von unternehmensrelevanten Zielgruppen zu definieren. Daraus ergeben sich Evergreen-Themen, die sich perfekt spielen lassen. Der Buyer Persona Ansatz ist überholt – der Udo Jürgens Ansatz ist der neue Trend der Zukunft. Udo hat Fans in allen Altersgruppen und Schichten. Genau so gilt es gutes Content Marketing zu machen – nämlich indem man das Verbindende vor das Trennende stellt. Der Buyer Persona Ansatz ist da viel zu elitär und zu wenig breitenwirksam. Der Udo Jürgens Ansatz ist hingegen inklusiv und verbindend. Eine immer mehr gespaltene Gesellschaft sehnt sich nach Marken, die verbinden und auch ein stückweit heilen. Udo stand immer für Hoffnung und den Blick nach vorne. Deshalb können wir alle von ihm lernen. Auch in Sachen Content Marketing und Storytelling.

Die mobile Nutzung des Internets ist mittlerweile deutlich verbreiteter als die Nutzung mit Notebooks oder PCs. Wie hat sich das auf Kommunikationsstrategien von Unternehmen ausgewirkt? 

Wolfgang Jagsch: Es geht hierbei um die technische Komponente der Informationsdarstellung. Unternehmen sind diesbezüglich gefordert, den Nutzern ein angenehmes Mobilerlebnis zu ermöglichen. Viele Agenturen verkaufen jedoch Webseiten, die mobil viel zu langsam sind und nicht in allen Browsern gleich aussehen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass mit fixfertigen WordPress-Templates gearbeitet wird und keine echten Webentwickler bzw. Programmierer mehr am Werk sind. Hinzu kommt, dass viele beim Hosting sparen. Wirklich gute Webseiten kosten Geld und werden von Menschen mit Liebe gemacht. Fazit: Ein Webdesigner ist kein Webentwickler bzw. Programmierer. 

Videoinhalte nehmen laut einer Studie von Cisco den größten Teil des Internets ein und erzielen auch in Social Media besonders gute Reichweiten und Verbreitung. Welche Formen von Videoinhalten sind grundsätzlich für Unternehmen nutzbar, von welchen raten Sie eher ab?

Wolfgang Jagsch: Ich würde generell nur Videos machen, die keinen Anlass für negative Diskussionen ermöglichen. Es ist besser keine oder nur wenige Videos zu bestimmten Themen und/oder Produkten bzw. Serviceleistungen zu machen, als in die Breite zu gehen und dadurch mögliche Angriffsflächen zu schaffen. Generell gilt: Mache nur Video-Content, der sachlich ist und/oder die Herzen gewinnt. Vermeiden sollte man vor allem reißerische Themensetzungen etc.. Wenn man jedoch gerne provoziert, um Aufmerksamkeit zu generieren, dann sollte man dieses probate Mittel voll und ganz ausschöpfen. Man darf sich aber dann nicht aufregen, wenn man einen Shitstorm kassiert. Am besten ist, wenn man es mit Humor versucht.

Influencer-Marketing ist ein schnell wachsender Bereich, auch in Deutschland. Welche sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Trends in dieser Nische? 

Wolfgang Jagsch: Influencer Marketing ist komplett überhypt. Man sollte das Geld lieber in SEO und guten Evergreen Content stecken, das bringt langfristig viel mehr. Influencer können von heute auf morgen verschwinden. Man sollte diese Form des individuellen Online-Exhibitionismus nicht auch noch fördern!

Herr Jagsch, vielen Dank für das Gespräch!

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