Petra Ahrens: Wer also eine reale Chance auf Rendite haben will, kommt an Aktien nicht mehr vorbei

Petra Ahrens ist Vorstand bei MAIESTAS Vermögensmanagement AG in Köln. Mit ihr sprechen wir über Aktien als Altersvorsorge, Möglichkeiten für Privatanleger sowie das Messen der Qualität von Fonds.

An Aktien führt in der Altersvorsorge für die Altersvorsorge kaum ein Weg vorbei – korrekt?

Petra Ahrens: Absolut korrekt! Seit nunmehr 2 Jahren hat die Nullzinspolitik dazu geführt, dass es auf Guthaben keine Erträge mehr gibt. Dies wird wohl auch lange Zeit noch so bleiben. Wer also eine reale Chance auf Rendite haben will, kommt an Aktien nicht mehr vorbei.

Gemeinhin wird beim Gang an die Börse eine breite Streuung empfohlen. Aktienfonds sind die einfachste Variante hierzu. Gibt es für Privatanleger überhaupt andere Möglichkeiten breit gestreut anzulegen?

Petra Ahrens: Die klassische Variante, sein Geld zu investieren, ist für den Anleger das Fondsdepot. Hierin können sowohl Rentenfonds, Mischfonds, Aktienfonds, aber auch ETFs gehandelt werden. Eine Alternative hierzu stellt ein Sparplan dar, der z. B. in den MSCI World monatlich einzahlen kann.

Erstmalig gibt es nun auch für Vermögen ab 50.000,- EUR die Chance, eine aktive Vermögensverwaltung zu nutzen, die auf Einzelaktienbasis basiert. Die MAIESTAS Vermögensmanagement AG in Köln hat hierzu die beiden Themenstrategien „Weltmarktführer“ und „Digitalisierungsgewinner“ konzipiert.

Es gibt Tausende Fonds von diversen Anbietern. Wie sollten Anleger das Thema angehen, um eine vernünftige Auswahl treffen zu können?

Petra Ahrens: Der Anleger sollte auf jeden Fall Finanzmarktkenntnisse besitzen. Er muss über Risiko und Renditeerwartung entscheiden und dann adäquate Produkte prüfen und auswählen. Einschlägige Finanzseiten, wie z. B. Onvista und Fondsweb klären über Anlageschwerpunkte und Kosten auf.

Wie lässt sich die Qualität von Fonds messen und prüfen?

Petra Ahrens: Der Anleger muss sich darüber bewusst sein, dass ein reiner Aktienfonds im Crash erhebliche Verluste erleiden wird. Wie gut ein Management Krisen übersteht und Chancen nutzt, zeigen oft langfristige Charts. Hier sind die Jahre 2008, 2018 und natürlich 2020 sehr aussagekräftig. Aber auch Kosten, Steuern und Risiken müssen berücksichtigt werden.

Sind Fondsratings bei der Auswahl hilfreich?

Petra Ahrens: Leider erweisen sich Fondsratings als Hilfsmittel zur Auswahl als recht nutzlos. Der Grund liegt u. a. an der Orientierung historischer Renditen, die jedoch keine langfristige Prognosekraft haben. Außerdem haben Studien gezeigt, dass nach guten Ratings Fonds erhebliche Mittelzuflüsse erhalten, was dazu führen kann, dass die Größe des Fonds zu einer gewissen Trägheit führt.

Was sind die wichtigsten Faktoren, die eine langfristig erfolgreiche Anlagestrategie auszeichnet?

Petra Ahrens: Stimmt der Anlagehorizont (+5 Jahre), ist es entscheidend, realistisch formulierte Anlageziele zu haben. Hierbei sollte man diszipliniert eine Strategie finden, die sowohl fundamental solide, wie auch wachstumsorientiert ausgerichtet ist. Auch in Krisenzeiten sollte man Ruhe bewahren und mit der richtigen Balance ab und zu sich den Marktgegebenheiten anpassen. Eine breite Streuung in Länder und Branchen unter Berücksichtigung, Unternehmen zu wählen, die robuste Geschäftsmodelle besitzen, ist sehr aussichtsreich.

Wie steuert ein professioneller Vermögensverwalter die Risiken im Portfolio?

Petra Ahrens: Der professionelle Vermögensverwalter zeichnet sich durch eine höhere Expertise aus. Unterstützt mit den notwendigen Börsensystemen z. B. Bloomberg, Reuters, greift er auf einen großen Wissenspool zu und kann täglich flexibel agieren. Dass aktive Management kann dadurch Risiken minimieren und Chancen nutzen. Entscheidende Kriterien, wie die Verschuldung von Unternehmen, stabile Dividendenzahlungen und Ertragskontinuität sind nur ein paar der Kennzahlen, die ein gutes Risikomanagement ausmachen.

Frau Ahrens, vielen Dank für das Gespräch!

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