René Keil: Teuerster Anbieter muss nicht zwingend der beste Anbieter sein

René Keil ist Geschäftsführer von IT-Service René Keil in Augsburg. Mit ihm sprechen wir über IT-Zertifikate, Fachwissen sowie Auswahl eines Anbieters.

René Keil

IT-Zertifikate gehören zum Standard im Internet und sollten von jedem Webseitenbetreiber eingebunden werden. Was ist das überhaupt genau und welchen Nutzen hat der Besitz eines solchen Zertifikats?

René Keil: Als IT-Unternehmen kann man mit vielen Produkten und Leistungen auf dem Markt vertreten sein, aber es sagt noch nichts über das tatsächliche Wissen aus. Für den ersten Eindruck ist es vorteilhaft, wenn man das Fachwissen mit Zertifikaten untermauern kann. Das Zertifikat sagt einem Kunden direkt, dass die Qualität der Produkte den Anforderungen entspricht.

Wie unterscheiden sich aber Hochschulnoten und IT-Zertifikate?

René Keil: Nach der Schule oder Universität spielen mit der steigenden Berufserfahrung die Noten eine immer kleiner werdende Rolle. Besonders in der IT-Welt verändert sich alles rasend schnell und altes „Schulwissen“ wird obsolet. Ein IT-Zertifikat besitzt eine gewisse Aktualität und verdeutlicht das Wissen in einem spezifischen Bereich z.B. IT-Sicherheit. Zudem gibt es Zertifikate, die zeitlich begrenzt sind. Im Gegensatz zum Bachelor kann ein Zertifikat ungültig werden.

Für wen sind die IT-Zertifikate besonders attraktiv und sind diese immer an das System einer Firma oder Hersteller gebunden?

René Keil: Für jemanden, der sich in einer Fachrichtung weiterbilden möchte, sind IT-Zertifikate besonders interessant. Die meisten Zertifikate sind an einer Firma oder Hersteller gebunden, was aber grundsätzlich auch gewünscht ist. Wenn man ein Microsoft-Zertifikat machen will, dann sollten fachfremde Themen nicht Teil der Weiterbildung sein.

IT-Zertifikate sind normalerweise nicht kostenfrei. Über welche Kosten sprechen wir eigentlich und was sind die Unterschiede zwischen den günstigen und eher hochpreisigen Anbietern?

René Keil: Die professionellen Zertifikate können zwischen 1.000€ und 8.000€ jährlich kosten. Für den Einstieg hat sich E-Learning z.B. LinkedIn oder Udemy durchgesetzt. Es gibt meistens auch ein Zertifikat oder einen digitalen Nachweis im Profil. Der teuerste Anbieter muss nicht zwingend der beste Anbieter sein. Bei der Auswahl eines Anbieters würde ich auf die Meinungen von Teilnehmern und auf den Kursinhalt schauen. Besonders, wenn man bei einem Thema noch sehr frisch ist, sollte man mehr Zeit vom Veranstalter bekommen.

IT-Zertifikate sind nicht für die Ewigkeit, durch die rasend schnelle Entwicklung von Methoden und Systemen verlieren die Nachweise über Zeit ihren Wert. Worauf sollte man beim Erwerb von einem IT-Zertifikat achten?

René Keil: IT-Zertifikate sind so vergänglich wie die Technologie selbst. Die Fortbildungen sollten gut gewählt sein und auch zum eigenen Berufsbild passen. Die Chancen stehen dann gut, dass der Arbeitgeber die Zertifikate bezahlt und man die Theorie auch in der Praxis anwenden kann. So bleibt man am Puls der Zeit und manifestiert sein Expertenstatus. Meine Empfehlung: Machen Sie keine Zertifikate, weil sie müssen, sondern weil es Ihnen Spaß macht. Der Erfolg kommt dann ganz von selbst.

Herr Keil, vielen Dank für das Gespräch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.