Udo Janetzki: Beruhigung ist erst im 2. Halbjahr 2022 zu erwarten

Udo Janetzki ist selbständiger Unternehmensberater UJC Udo Janetzki Consulting. Mit ihm sprechen wir über Materialmangel, besonders betroffene Branchen sowie Lieferverzögerungen.

Lieferprobleme von Rohstoffen und Bauteilen haben in der Corona-Pandemie zugenommen. Bremst der Materialmangel die Wirtschaft aus?

Udo Janetzki: Ja. Ifo Index zeigt erste Auswirkungen.

Welche Branchen sind von den Lieferproblemen besonders stark betroffen?

Udo Janetzki: Automobilbranche und deren Zulieferer, Elektrogeräte Industrie, Baustoff Hersteller (Handel).

Woraus resultiert der derzeitige Mangel bzw. die Lieferverzögerungen?

Udo Janetzki: Schließungen von Produktionswerken wegen Corona im asiatischen Raum (China), internationale Lieferkette mit Single Sourcing, Just in time Konzepte, keine Lagerbevorratung.

Viele Handwerksbetriebe befürchten Zwangspausen aufgrund von Materialengpässen. Sind diese Befürchtungen berechtigt?

Udo Janetzki: Ja, im Bereich Bauindustrie bereits eingetreten (Holz, Kunststoff). Hochphase steht noch bevor.

Wann können wir mit einer Entspannung der Situation rechnen?

Udo Janetzki: Beruhigung ist erst im 2. Halbjahr 22 zu erwarten, vorausgesetzt, die 4. Welle ist nicht zu drastisch im Herbst/Winter 21.

Welche Maßnahmen sollten betroffene Unternehmen ergreifen, um kurzfristig die Situation zu überstehen und sich langfristig besser zu rüsten?

Udo Janetzki: Rückkehr zu mehr Lagerbevorratung auch mit externen Logistikunternehmen.

Reduzierung von Single Sourcing, Rückholung wichtiger Komponenten in die Firmen (Eigenfertigung; Beispiel Porsche mit eigener Batterienzellenproduktion), Wertschöpfungsketten in mehr Eigenverantwortung.

Herr Janetzki, vielen Dank für das Gespräch!

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