Andreas Schilling: Sachwertinvestments erfreuen sich eines stark steigenden Interesses

Andreas Schilling ist Geschäftsführer HW HanseInvest GmbH. Mit ihm sprechen wir über Sachwertinvestments und Aktienfonds.

Die Angst vor Inflation ist zurück. Eine Alternative zu Geldinvestments sind Sachwertinvestments. Welche Assetklassen zählen hierzu?

Andreas Schilling: Im Allgemeinen kann man sagen, dass Sachwertinvestments von inflationären Tendenzen profitieren, da oftmals die Einnahmen an die Inflationsentwicklung gekoppelt sind. Dadurch ermöglichen diese Anlagen einen gewissen Inflationsschutz. Wichtig ist aber, jedes Investment im Hinblick darauf genau zu prüfen. Zu den Sachwertanlagen zählen Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin, die allerdings aufgrund extrem hoher Angebots- und Nachfrageschwankungen mit nur einem geringen Potential zum Inflationsausgleich daherkommen. Für den Inflationsschutz eignen sich dahingegen besonders Immobilieninvestitionen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, wie z. B. Wohn-, Gewerbe-, Nahversorgungsimmobilien usw. Aber auch Mobilien, wie z. B. Flugzeuge, Container oder Eisenbahnen, sind diesem Segment zuzurechnen. Natürlich sollte auch der zukunftsträchtige Bereich der Erneuerbaren Energien, also Investitionen bspw. in Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Sonne, Wind- und Wasserkraft nicht vergessen werden.

Welche Vorteile bieten Sachwertinvestment gegenüber klassischen Bank- und Versicherungsprodukten?

Andreas Schilling: Sachwertinvestments erfreuen sich bereits seit einigen Jahren eines stark steigenden Interesses. Hintergrund ist sicherlich die Geldpolitik der Notenbanken, welche die Zinsen für klassische Geldanlagen wie Sparkonten, Anleihen und Versicherungen quasi „abgeschafft“ hat. Sachwertanlagen bieten hierzu im Vergleich einen erheblichen Renditevorteil. Auch für den nicht völlig unrealistischen Fall einer weiteren, schweren Finanzkrise bieten Sachwerte im direkten Vergleich zu Konto- und „Papiergeld“ einige Vorteile. Gerade in solchen Krisensituationen konnten Sachwertanleger historisch profitieren und ihr Vermögen schützen.

Sachwertinvestments sind häufig mit unternehmerischen Risiken verbunden. Sind sie also nur für Experten geeignet?

Andreas Schilling: Sachwertinvestments sind nach unserer Einschätzung integraler Bestandteil einer breit gestreuten Vermögensanlage. Daher würden wir Sachwerte in einer konservativen Ausprägung, nach entsprechender Geeignetheitsprüfung, durchaus auch einem breiteren Anlegerkreis zur Beimischung empfehlen. Natürlich unterliegen diese auch Risiken – analog zu klassischen Geldanlagen. Während es bei Geldwerten in erster Linie auf die Bonität des Schuldners ankommt, sind bei Sachwerten die Risiken aus dem Betrieb sowie Marktrisiken zu beachten. Je nach Art der konkreten Sachwertanlage unterscheidet sich das Risikoprofil stark voneinander. Vor einer Anlageentscheidung ist also zu prüfen, ob das spezifische Rendite-/Risikoprofil zum Anleger passt.

Aktienfonds und offene Immobilienfonds sind bekannte Anlageklassen. Es gibt aber auch geschlossene Fonds. Worin unterscheiden sich diese von klassischen Fondinvestments?

Andreas Schilling: Auch bei geschlossenen Fonds handelt es sich durchaus um „klassische“ Fondsinvestments. Der Gesetzgeber hat seit 2013 bspw. offene und geschlossene Immobilienfonds in ihrer rechtlichen und regulatorischen Struktur gleichgestellt. Das „Kapitalanlagegesetzbuch“ differenziert hier im Wesentlichen zwischen unbegrenzter Laufzeit und unbegrenzter Kapitalhöhe bei offenen Produkten und begrenzter Laufzeit sowie fester Kapitalhöhe bei geschlossenen Produkten. Die Investments unterscheiden sich somit vor allem bei Risikostreuung, Finanzierungsquote und Verfügbarkeit – und natürlich bei der Renditeerwartung.

Sind geschlossene Fonds aus Ihrer Sicht für Privatanleger geeignet?

Andreas Schilling: Grundsätzlich ja, allerdings hängt dies stark vom jeweiligen Einzelfall ab. Gerade in diesem Segment ist eine seriöse, unabhängige Beratung das A und O. Wir bieten deshalb mit unserem Geschäftsbereich Sachwert.Investments eine Plattform für Banken, Sparkassen und Kapitalanleger, um sich über aktuelle Sachwertanlagen und Trends zu informieren und sich kompetent beraten zu lassen.

Herr Schilling, vielen Dank für das Gespräch!

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