Bankenunabhängige Vermögensverwaltung

Interview mit Christian Rump
Wir sprechen heute mit Christian Rump, unabhängiger Honorar- und Finanzanlagenberater und Inhaber von the private office aus München, über die klassische Vermögenberatung. Mit Fokus auf Finanzplanung berichtet er uns, woraus genau sein Kerngeschäft besteht und wie er seine Anlagestrategien ausführt.

Vermögensverwaltung gilt als ein eher konservatives Geschäft. Können Sie dem so zustimmen?

In gewissem Maß kann man dem zustimmen. Allerdings verändert sich auch diese Welt. So gibt es heute sowohl digitale Vermögensverwalter als auch Vermögensverwalter, die ihre Dienstleistung eher an den sich verändernden Ansprüchen (auch jüngerer Kunden) orientieren. Zu letzteren zähle ich mich.

Bieten Sie eigentlich auch Dienstleistungen abseits der klassischen Vermögensverwaltung an?

Vermögensverwaltung ist ein Bestandteil meiner Dienstleistung. Der Kern dieser besteht in der Finanzplanung. Als Registered Life Planner ist es für mich elementar zu erfahren, was meine Kunden wirklich antreibt und was sie von ihrem Leben erwarten. Wenn ich dies weiß, erstelle ich eine Gesamtvermögensbilanz und eine Cashflowbetrachtung. Aus dem Wissen über die Ziele und Wünsche meiner Kunden sowie ihrer finanziellen Verhältnisse entwickeln wir ein zielgerichtetes Portfolio, welches ich im Rahmen der laufenden Vermögensverwaltung betreue.

Ein Kernbestandteil der laufenden Betreuung besteht in einem proaktiven Verhaltenscoaching sowie einem laufenden Tracking der Zielerreichung.

Wer genau sind Ihre Kunden?

Meine Kunden sind in der Regel Unternehmer und Familien, welche ihren Lebensunterhalt zu einem großen Teil aus ihrem liquiden Vermögen bestreiten, ihr Vermögen langfristig erhalten wollen und nach entsprechenden Strategien suchen.

Welche Besonderheiten bieten Sie Ihren Kunden an, um sich vom Wettbewerb abzuheben?

Ich lasse mich ausschließlich direkt von meinen Kunden vergüten. Es gibt bei mir keinerlei Provisionen und Rückvergütungen. Somit bin ich frei von Interessenskonflikten.

Ich betreue nur eine strikt begrenzte Anzahl an Kunden. Dies verschafft mir viel Zeit für die einzelne Kundenbeziehung.

Nach welchen Kriterien wird das Portfolio für den einzelnen Kunden erstellt?

Die Allocation erfolgt immer auf Basis einer Liquiditätsplanung und somit auf Basis des kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsbedarfs. An diesen Bedürfnissen und den sich daraus ergebenden unterschiedlichen Fristigkeiten orientiert sich die Aufteilung der Vermögenswerte in risikoreiche und sicherheitsorientierte, liquide Bausteine.

Zudem sind wissenschaftliche Erkenntnisse über unterschiedliche Renditefaktoren wichtig für die Konstruktion der Portfolios.

Das Ziel fast jeden Investors ist es, gute Renditen mit möglichst niedrigem Risiko zu erzielen. Wie gelingt es, Risiken für das Gesamtportfolio zu minimieren?

Ich glaube, dass es der eigentliche Wunsch der meisten Investoren ist, ihre Ziele zu erreichen, bzw. das Leben zu führen, welches sie sich wünschen. Daraus abgeleitet ergibt sich die benötigte Rendite. 

Die Risiken steuere ich durch intelligente Diversifikation. Je höher der Anteil an risikobehafteten Anlagen, desto höher ist das Risiko (in Form von Schwankungen) und die Renditeerwartung.

Privatanleger vertrauen an der Börse meist ihrem Bauchgefühl. Wie kommen Sie als professioneller Vermögensverwalter zu Ihren Anlageentscheidungen?

Marktmeinung und Spekulation haben für mich in einem langfristig orientierten Portfolio keinen Platz. Ich orientiere mich konsequent an wissenschaftlichen Erkenntnissen – Zahlen, Daten und Fakten.

Herr Rump, vielen Dank für das Interview.

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