Diana Achtzig: Oftmals werden nur etablierte Künstler ins Portfolio aufgenommen

Diana Achtzig ist Galeristin und Kunst Unternehmerin. Mit ihr sprechen wir über Kunstmarkt, potenzielle Anleger sowie geeignete Investitionen.

Diana Achtzig

Wer in Kunst investiert, will oft Leidenschaft mit Rendite verbinden. Funktioniert auch oft, doch gerade bei diesem Investment sind Recherche und Fachkenntnis nötig. Dabei hat sich Kunst als Investment über die Jahre als sichere Kapitalanlage bewährt. Warum ist ein Totalverlust bei Kunstwerken fast komplett ausgeschlossen?

Diana Achtzig: Meiner Meinung nach ist der Kunstmarkt sicherer als der Aktienmarkt, wenn schon der CEO von Firma BlackRock in Kunst anlegt, etwa gleichwertig wie der Anlagebereich in Immobilien, aber aus Unkenntnis immer noch weit unterschätzt. Als Galeristin konnte ich mit meinem Kunstmarketing seit 1990 viele Künstler erfolgreich in meiner Kunstgalerie (Primärmarkt) zum Kunstverkauf vorbereiten. Weiterführend konnte ich selbst auch im Wiederverkauf (Sekundärmarkt) für meine Kunstsammler (Unternehmer*Innen) tätig werden. In seinem Investitionsportfolio neben Immobilien auch Kunstwerke zu halten ist eine kluge Entscheidung, gerade in der heutigen Zeit! Im Kunstmarkt, Kunstmarketing und Immobilienbereich kenne ich mich sehr gut aus. Selbst im Ausbau von Immobilien.

Sammler betonen allerdings, dass Kunst keine reine Wertanlage ist. Was ist darunter zu verstehen?

Diana Achtzig: Kunstsammler möchten ausdrücklich nicht den Verdacht von einem Haifisch oder einer Heuschrecke erzeugen, somit wird die abstrakte, informelle oder figurative sowie gegenständliche Kunst Sammlung mit Kunstwerken moderner Ölgemälde, Acrylbilder und Papierarbeiten sowie zeitgenössischer Bildhauerei als Argument von der persönlichen Suche benannt.

Wer die fünf bis sechs Jahre Verkaufssperre nicht einhält, bekommt keine bildende Kunst mehr vom Galeristen verkauft, weil der Käufer den bestimmten Künstler „geschreddert“ hat, also deren feste Preisentwicklung aktiv beschädigt hat. Diese Sünden werden sofort im Kunstmarkt bestraft! Es kann z.B. sehr klug sein, nur die Frühwerke eines etablierten oder aufstrebenden Kunstschaffenden (mit bestimmten Motiven) zu sammeln und später international zu versteigern. Damit ist der Verdacht nicht mehr gegeben, mit Ölbildern auf Leinwand, Plastiken und Skulpturen den schnellen Umsatz erwirtschaften zu wollen. An dieser Stelle wird der Eindruck vermittelt, dass man ein echt begeisterter Kunstsammler sei. Dafür ist die Grundvoraussetzung, die einzigartige Lieferkette, die niemals versiegen dürfte. Dazu benötigt man als Investor Kaltblütigkeit und Vertrauen zu seinem Galeristen. Warum? Weil man seine gerade erst erworbenen Immobilien auch nicht im selben Monat wieder weiterverkauft.

Oftmals ist es der diffuse Kunstmarkt, der potenzielle Anleger dann doch abschreckt. Warum ist der Kunstmarkt so undurchschaubar?

Diana Achtzig: Undurchschaubar? Nein, ist er nicht! Ängstliche Banker werden natürlich keine exorbitanten Umsätze machen können. Man sieht die aufkeimende Angst + Unsicherheit direkt in ihrem Gesicht, wenn man ihnen einen Schlachtplan im Art Investment vorschlägt. Das ist alles Psychologie, neue Dinge lösen tiefe Ängste bei bestimmten Menschentypen aus, z.B. die als Angestellte tätig sind. Die richtige Argumentation im Kunstverkauf muss exakt auf den Menschentyp abgestimmt sein. Sonst kauft er nichts und lässt Dich stehen. Ein gestandener Unternehmer weiß schon, das neue Strategien und Techniken mehr Geld einbringen! Siehe hierzu nur die sprunghafte Technikentwicklung im Bereich Film! Der Kunstmarkt ist nur am Anfang ein verborgener Urwald mit Gold unter den Schlingpflanzen. Wer sich einarbeitet findet Öl, Kohle, Gas und Geld, das auf der Straße vor Dir liegt! Rockefeller z.B. verschenkte seine Öllampen und verkaufte damit sein Abfallprodukt Petroleum an die Nutzer. Nach oben sind einfach keine Grenzen im Gewinn gesetzt! Das Gold im Kunstmarkt muss jedoch von jedem persönlich ausgegraben werden oder man kauft sich einfach die beste Beratung mit dazu! Echte Goldgräber mussten erst das Land kaufen, und das Material zur Goldsuche, um dann Jahre graben zu dürfen! Das ist in der Kunst nicht so, es wäre natürlich sehr lustig, wenn die Sammler selbst ihre Ölbilder malen würden, um diese dann zu versteigen. Das klappt jedoch nicht, weil die lange hart erarbeitete Vita mit den ganzen Kunstgalerien fehlt und diese muss echt sein, weil jedes Versteigerungshaus die Echtheit der eingereichten Kunstwerke gründlich prüft.

Das Kunstgebiet ist riesig und reich an Gattungen und Stilrichtungen. Aber welche Kunstwerke sind als Investition geeignet?

Diana Achtzig: Es ist nicht unbedingt die Gattung oder die Stilrichtung in der Kapitalinvestition, bei den schönen Künsten, die den Versteigerungspreis in die Höhe steigen lassen. Es muss zwingend selten sein! Beispielsweise hat ein verstorbener Stararchitekt nur 5 große Bilder gemalt, dann sind diese Millionen wert, weil es nur diese 5 Werke gibt und der Architekt bereits verstorben ist. Das ist dann der dicke Goldklumpen, der von einer Trüffelnase erschnüffelt wurde.

Weiterführend sind es die wertvollen menschlichen Kontakte, durch die Du erst als Käufer an hochwertige Kunstwerke herankommst. Psychologischer Aufbau von hochwertigen Luxus Kontakten in den Kunstmarkt, um an die teuren Künstler zu gelangen oder man kauft Ölbilder und Bildhauerarbeiten von aufstrebenden heutigen Künstlern ein, die noch keiner auf dem Radar hat, also das ganze Gesamtwerk und dann ist der Wiederverkauf in der Versteigerung auch beachtlich. Alle Versteigerungsergebnisse sind steuerfrei! Das ist doch eine super hohe Motivation oder nicht?

Auf welche steuerlichen Aspekte muss man beim Investieren in Kunst achten?

Diana Achtzig: Das ist eine gute Frage. Es ist ein 100% Sachwert, zu 100% versicherbar, völlig währungsunabhängig, der Ankauf ist umsatzsteuerfrei, alle Gewinne werden nach einem Jahr steuerfrei, es gibt eine unabhängige Wertermittlung und es gibt Kunstwerke bereits ab ca. 5.000 – 15.000 €. Bis zum Verkauf sollte man mindestens fünf bis sechs Jahre warten.

Relativ neu im Kunstmarkt sind auch Art-Consultants. Wie können Kunstberater Anlegern effektiv helfen?

Diana Achtzig: Das kommt ganz auf deren Fachwissen und echte Kontakte in den Kunstmarkt an. Oftmals werden nur etablierte Künstler ins Portfolio aufgenommen, das könnte ein echter Fehler werden, weil man Jahre lang die Verkäufer bearbeiten muss, um das bestimmte Kunstwerk mit einem Gutachten abzukaufen, das kostet sehr viel Zeit, die z.B. ein Hedgefonds-Manager nicht mehr aufbringen möchte. Der Art-Consultant könnte in der Zusammenarbeit mit einem Galeristen, der immer bestimmte Ölbilder und Bildhauerarbeiten liefern könnte, sehr viel taktischer vorgehen, um ein besseres Ziel zu erwirtschaften.

Man sollte kein Geld in ein Kunstwerk stecken, das man schnell wieder kapitalisieren muss. Worauf sollte man Ihrer Meinung nach bei einem Kunstinvestment noch achten?

Diana Achtzig: Nicht den falschen Versteigerungsort für sein Kunstinvestment auszuwählen, wie z.B. bei einer Max Beckmann Versteigerung, da gibt es gleich einige Millionen weniger Gewinnerzielung. Beckmann ist sehr selten, hat ein ausgefallenes Konzept und wurde sehr viel in internationalen Kunstgalerien, Kunsthallen und Museen ausgestellt.

Hier versteigert nur noch ein Kunstsammler, der z.B. Hedgefonds-Manager ist. Damit ist dieser Künstler für einen Mittelstandsunternehmer und -sammler fast nicht mehr erreichbar. Diese können jedoch auf die Beliebtheit der Motive setzen und aufstrebende deutsche Künstler im internationalen Auktionshaus versteigern. Beispielsweise ein Gemälde einer schönen Frau geht sprunghaft hoch, weil es mehrere Bieter im Saal der Versteigerung für figurative Kunst gibt. Das Versteigerungsfieber ist dann am höchsten und es geht nur noch darum, wer den Zuschlag erhält! Es ist der schönste Moment auf diesem Erdball, wenn moderne Kunstwerke Höchstpreise erzielen und die Kapitalanlage zum Gewinn wird und wenn man diese Kunst liebt und sammelt. Weil in diesem Augenblick der Versteigerung die Sammler ihre ganz persönliche visuelle Bestätigung ihrer Sammler Richtung im Kunstinvestment erhalten und weiter zeitgenössische Kunstwerke begeistert einkaufen werden.

Eine leicht abstrakte Komposition mit schönen und hellen Farben auf Leinwand wird einen viel extremeren Bieterwettstreit im Versteigerungshaus auslösen, wenn diese dann noch dem Œuvre von Pablo Picasso ähnlich sehen und die Versteigerung in Amerika ist. Die Amerikaner lieben mehrheitlich diese Picasso Gemälde. Dazu benötigt man jedoch eine perfekte Lieferkette mit einem hochbegabten Künstler, der diesen Stil perfekt verinnerlicht hat und schon 8.000 Frühwerke in diesem Sektor vorzuweisen hat. Der Nachschub sollte bei dieser Strategie unbedingt gesichert sein.

Frau Achtzig, vielen Dank für das Gespräch!

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