Dr. Bastian Rüther: Aktuell gibt es keine echten Alternativen zu fossilen Brennstoffen

Dr. Bastian Rüther ist Geschäftsführer der EnPQM GmbH in Dortmund. Mit ihm sprechen wir über steigende Gaspreise, Verbraucherpreise sowie erhöhte Abschlagszahlungen.

Der Gaspreis ist so hoch wie nie – seitens des Großhandels jedenfalls. Welche Gründe hat der schnelle Gaspreisanstieg?

Dr. Bastian Rüther: Ein Problem ist natürlich, wie man ja täglich in den Nachrichten sieht, der Ukraine-Konflikt, jedoch sind auch Themen wie CO2-Bepreisung, Steuern, Abgaben, Verunsicherungen am Markt, etc. signifikante Treiber in diesem Bereich. 

Bei den Gaspreisen muss zwischen Verbraucherpreisen und Energiegroßmarkt unterschieden werden. Wie groß sind die Preisunterschiede zwischen B2B- und B-C-Markt?

Dr. Bastian Rüther: Die Unterschiede sind im Gas-Bereich nicht so signifikant wie z.B. beim Strom, wo es große Unterschiede zwischen dem B2B und B2C- Markt gibt. Jedoch reden wir hier auch über mehrere Cent pro kWh.

Wie lange und wie stark der Weltmarktpreis noch ansteigen wird, ist unklar. Normalerweise greifen ab einem bestimmten Punkt die Marktmechanismen und der Preis pendelt sich ein. Allerdings betonen viele Experten, dass der Preis erst einmal nicht zurückfallen wird. Wovon hängt es ab, dass jetzt die Marktmechanismen überhaupt greifen?

Dr. Bastian Rüther: Momentan haben wir sehr viel Spekulation und Verunsicherung am Markt. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keine echten Alternativen zu fossilen Brennstoffen. Speziell die Industrie ist weiterhin auf Öl und Gas angewiesen. Hier bringen auch keine labormaßstäblichen Lösungen Entspannung. Daher werden die Preise erst einmal auf dem hohen Niveau verweilen. Eine Entspannung könnte ein Friede im Ukraine-Konflikt und eine Reduktion der neuen

Vor allem ärmere Haushalte belasten die hohen Energiepreise, deshalb wurde die Entscheidung über die Frage, wie die Anstiege abgefedert werden können, an die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder weitergegeben. Was denken Sie: Wird die Politik eingreifen und was wird sie tun?

Dr. Bastian Rüther: Wenn die Regierung eingreifen sollte, wird es leider wieder nur ein Strohfeuer und keine nachhaltige Lösung des Problems für die Verbraucher und Unternehmen geben.

In vielen Vergleichsportalen wird davon ausgegangen, dass auch die Abschlagzahlungen in naher Zukunft steigen werden. Preisanhebungen sind seitens des Versorgers sechs Wochen vorläufig anzukündigen. Haben Verbraucher Möglichkeiten, um steigende Abschlagzahlungen zu vermeiden?

Dr. Bastian Rüther: Da bleibt nur die Flucht in die Energieeffizienz und bei einer Anhebung der Preise die Suche nach preisgünstigeren Anbietern mit Wechselprämie, etc. Jedoch werden die Kosten für Energie für alle privaten und industriellen Abnehmer steigen. Dieser Umstand lässt sich in diesem Marktumfeld nicht vermeiden.

Herr Dr. Rüther, vielen Dank für das Gespräch!

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