Frank Strippel: Investition in die Zukunft

Frank Strippel ist selbstständiger Finanzberater in Solingen. Mit ihm sprechen wir über Altersarmut, Altersvorsorge sowie Indexfonds.

Frank Strippel

Die Hälfte der Deutschen sorgt sich vor Altersarmut. Kann eine Altersvorsorge durch Aktien vor Altersarmut schützen?

Frank Strippel: Wir leben seit geraumer Zeit (und vermutlich auch noch eine etwas längere Zeit) mit niedrigen – ja teilweise negativen – Sparzinsen und weite Teile unserer Bevölkerung sorgen sich zudem über eine anziehende Inflation. Daraus resultierende negative Realzinsen behindern eine Altersvorsorge, welche vorwiegend auf Nominalwerte (Sparbuch, Anleihen, klassische Lebensversicherung, …) setzt. Gerade im aktuellen Umfeld ist es aus meiner Sicht sinnvoll und zielführend, seine Altersvorsorge sachwert-orientiert auszurichten. Neben der traditionellen Altersvorsorge (gesetzliche Rente, betriebliche Rente) bietet bspw. ein Sparplan in Aktien ein renditestarkes Standbein für die eigene Altersvorsorge. Wer 40 Jahre lang monatlich 50 Euro in einen gut ausgewählten Aktienfonds investiert, kann sich über ein Altersvorsorgekapital von über 120.000 Euro freuen (Ann.: Rendite +7 % p.a.). Altersarmut kann somit erfolgreich besiegt werden.

Welche Vorteile hat die private Altersvorsorge mit Aktien im Gegensatz zur gesetzlichen Rente, Riesterrente und Rürup-Rente?

Frank Strippel: Eine private Altersvorsorge mit Aktien ist insbesondere dann von Vorteil, wenn man im Ruhestand gerne flexibel über sein rentabel angespartes Kapital verfügen möchte. Gesetzliche Rente, Rürup- und Riester-Rente bieten keine bzw. nur eine geringe Möglichkeit, sich seine Rente als Kapital auszahlen zu lassen. Oftmals beschränken zudem gesetzlich vorgegebene Regularien (z.B. Garantien) die Rentabilität solcher Renten-Angebote. Die aufgeführten Rentenlösungen hingegen sind insbesondere dann geeignet, wenn im Ruhestand primär eine lebenslange Grundversorgung gewährleistet werden soll. Für bestimmte Konstellationen können die aufgeführten Rentenlösungen steuerlich attraktiv sein. Im Vergleich zu den Renten-Angeboten zeichnet sich ein Aktien(fonds)sparplan insbesondere durch eine höhere Flexibilität in der Ansparphase aus. So kann man i.d.R. kostengünstig einen Aktien-Sparplan aufstocken, kürzen, zeitweise aussetzen, beenden sowie Sonderzuzahlungen bei ausgeprägten Kursrückgängen nutzen.

Wie risikoreich ist die Vorsorge durch Aktien und Indexfonds?

Frank Strippel: Eine Vorsorge durch Aktien, aktive Aktienfonds oder Indexfonds ist eine Investition in die Zukunft. Der Anlagehorizont für ein solches Investment sollte je nach individueller Risikoneigung und -tragfähigkeit mindestens fünf Jahre betragen. Kursschwankungen sind während der Anlagedauer einzuplanen – und auch auszuhalten. Wer dies nicht oder nur in einem moderateren Umfang akzeptieren möchte, findet ggf. in vermögensverwaltenden Produkt-Ansätzen eine passendere Lösung. Wichtig ist bei einer Anlage in Aktien, dass eine ausreichende Streuung der Investments gewährleistet ist. Jeder kennt vermutlich die bewährte Regel „nicht alle Eier in einen Korb zu legen“. Auf diese Weise können Kursverluste in einer Aktie idealerweise durch einen Kursgewinn bei einer anderen Aktie ausgeglichen werden. Ein Indexfonds bildet einen Börsenindex nach. Dies geschieht bei einem Aktienindexfonds i.d.R. durch einen gewichtungstreuen Kauf der dem Index zugrunde liegenden Aktien. Ein solcher Fonds bietet somit einen breit gestreuten risikoärmeren Ansatz als die Investition in nur eine Aktie.

Ist ein Sparplan ein Muss oder kann die Altersvorsorge auch durch einen Einmalbeitrag realisiert werden?

Frank Strippel: Dies hängt im Wesentlichen von den zur Verfügung stehenden freien liquiden Mitteln sowie dem Zeitraum bis zum angestrebten Ruhestand ab. Pauschal lässt sich sagen, dass je mehr Liquidität anfangs zur Verfügung steht und je länger der Anlagehorizont ist, desto lohnender ist der Aufbau der Altersvorsorge durch eine einmalige Investition. Aus Risikogesichtspunkten sollte ein solcher Einmalbeitrag allerdings auf mehrere Aktien(fonds) verteilt werden.

Wie wird die Altersvorsorge mit ETFs in Deutschland versteuert?

Frank Strippel: Als Finanzberater ist es mir leider nicht erlaubt, mich zu steuerlichen Detailthemen zu äußern.

Herr Strippel, vielen Dank für das Gespräch!

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