Wolfgang Lieser: Primär sollte Kunst gekauft werden, weil sie begeistert

Wolfgang Lieser ist Geschäftsführer der DAM Projects GmbH in Berlin. Mit ihm sprechen wir über Kunst als Kapitalanlage, Ausschluss eines Totalverlusts sowie geeignete Investitionen.

Wer in Kunst investiert, will oft Leidenschaft mit Rendite verbinden. Funktioniert auch oft, doch gerade bei diesem Investment sind Recherche und Fachkenntnis nötig. Dabei hat sich Kunst als Investment über die Jahre als sichere Kapitalanlage bewährt. Warum ist ein Totalverlust bei Kunstwerken fast komplett ausgeschlossen?

Wolfgang Lieser: Dies ist durchaus möglich, wenn der oder die KünstlerIn nicht erfolgreich wird oder aufhört. Bei etablierten Positionen ist dieses Risiko relativ gering.

Sammler betonen allerdings, dass Kunst keine reine Wertanlage ist. Was ist darunter zu verstehen?

Wolfgang Lieser: Primär sollte Kunst gekauft werden, weil sie begeistert bzw. neue Perspektiven eröffnet oder einfach Freude macht.

Oftmals ist es der diffuse Kunstmarkt, der potentielle Anleger dann doch abschreckt. Warum ist der Kunstmarkt so undurchschaubar?

Wolfgang Lieser: Gute Frage, ich schätze dieser Aspekt verliert immer mehr an Bedeutung und funktioniert nicht mehr.

Das Kunstgebiet ist riesig und reich an Gattungen und Stilrichtungen. Aber welche Kunstwerke sind als Investition geeignet?

Wolfgang Lieser: Entweder sehr international etablierte Positionen oder substanzielle mid-career Positionen, die eine Neuerung mit sich bringen.

Auf welche steuerlichen Aspekte muss man beim Investieren in Kunst achten?

Wolfgang Lieser: Kunst als Privatkauf ist erst einmal steuerlich unproblematisch, da beim Verkauf keine Steuer anfällt.

Relativ neu im Kunstmarkt sind auch Art-Consultants. Wie können Kunstberater Anlegern effektiv helfen?

Wolfgang Lieser: Sie sind nicht neu, es gibt sie seit den 1980er Jahren. Sie beraten und sind Mittler, mit Fachkompetenz zwischen Kunde und der Kunstszene.

Man sollte kein Geld in ein Kunstwerk stecken, das man schnell wieder kapitalisieren muss. Worauf sollte man Ihrer Meinung nach bei einem Kunstinvestment noch achten?

Wolfgang Lieser: Primär, dass Sie das Werk begeistert. Im zweiten Schritt, dass die Kunst innovativ und neu ist in ihrer Arbeitsweise und/oder ihrer Aussage und damit im besten Sinne zeitgemäß.

Herr Lieser, vielen Dank für das Gespräch!

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