Arkadiusz Duszynski: Intelligente Lösungen für Häuser, Wohnungen und Büros

Im Interview sprechen wir mit Arkadiusz Duszynski, Geschäftsführer von Smart Home Systems GmbH über Kosten-Nutzung-Rechnung, moderneres Wohnen sowie Smart-Home-Technologien.

Unsere Welt soll schöner, sauberer und moderner werden. Smart Home-Technologien sind ein Teil davon, aber scheinen durch die große Vielfalt teuer und nicht bezahlbar zu sein. Wie sehen Sie das?

Arkadiusz Duszynski: Wenn man die Kosten-Nutzen-Rechnung betrachtet, dann sind die Smart Home-Technologien sicher ein positiver Beitrag um die Welt eben schöner, sauberer und moderner zu gestalten. Die Smart Home-Lösungen lassen sich mit der Photovoltaik-Technologie vergleichen – denn sie erscheint bei der Anschaffung immer noch sehr teuer, auf Dauer zahlt sie sich aber für den Endverbraucher aus. Die rasante Entwicklung der Smart-Home-Technologie ist eine Tatsache, und eines der möglichen Szenarien für die Zukunft beinhaltet die Vision, dass die meisten, wenn nicht alle Haushalte mit solchen Lösungen ausgestattet werden. Bereits heute gibt es eine ganze Reihe an intelligenten Lösungen für die Häuser, Wohnungen oder Büros – automatische Tore und Jalousien, Multimedia-Lösungen oder Heizungssteuerung. Unser Ziel ist, die vorhandenen technischen Lösungen, individuell für jeden Anwender, als eine gut eingespielte Einheit zu integrieren.

Ein Überangebot an unterschiedlichen Smart-Devices für die Bereiche Sicherheit, Licht, Energie, Wärme, Multimedia oder Haus-Technik ist beinahe verwirrend. Worauf sollte der „Neu-Einsteiger“ den Fokus legen, welche Bereiche haben Vorrang?

Arkadiusz Duszynski: Das Smart-Home-System kann für alle denkbaren Anforderungen individuell eingesetzt und stets kombiniert werden. Es gibt zum Beispiel Systeme, die für unsere Unterhaltung eingesetzt werden, wie die Multimedia-Steuerung. Es gibt aber auch Systeme, die für die Kontrolle von Haushaltsgeräten, Sicherheit, Steuerung von Toren, Jalousien oder Licht verantwortlich sind. Wie bereits erwähnt, können alle wichtigen Funktionen miteinander sinnvoll kombiniert werden. Wir bieten bereits verschiedene Produkte an wie:

Steuerung von Licht (Ein / Aus, Dimmen, Ändern der Farbe)

Steuerung von Heizung und Klima

Zugang zum Grundstück oder Haus

Steuerung von Jalousien und Toren

viele Sensoren – beispielsweise Hochwasser, Kohlenmonoxid, Rauch, öffnen von Türen / Fenstern

Das sind nur einige der Möglichkeiten der Smart Home Technologie. Um die Nutzung noch bequemer zu machen, lassen sich die meisten Geräte mit Sprachassistenten bedienen, die bestimmte, vorgegebene Befehle ausführen (z. B. Ihre bevorzugte Wiedergabeliste einschalten oder das Licht abdunkeln – mit einem einzigen Satz).

Die Smart-Home-Technologie entwickelt sich auch in Deutschland rasant schnell und alles deutet darauf hin, dass in naher Zukunft ein intelligentes Haus als Helfer, Wächter und Assistent für uns eine wichtige Rolle übernimmt. Unser Haus der Zukunft wird grundlegende, sich wiederholende Aufgaben für uns automatisch ausführen. Wir werden sicherlich in der Lage sein, mit ihm zu kommunizieren, Befehle zu erteilen und ihn bis ins kleinste Detail zu verwalten. In Zukunft werden die Benutzer immer mehr Entscheidungen ihrem eigenen Haus überlassen, weshalb künstliche Intelligenz noch mehr eine Rolle spielen wird. Sie wird entwickelt, um die die Bedürfnisse der Bewohner zu studieren. Sie wird in der Lage sein, z.B. selbständig Einkäufe zu tätigen, die Temperatur zu Hause zu ändern, die Beleuchtung anzupassen und möglicherweise sogar zu erkennen, dass eines der Haushaltsmitglieder krank ist und einen Termin beim Arzt benötigt. Die absoluten Einsteiger sollen den Bedarf zusammen mit einem professionellen Smart-Home-Experten ermitteln und sich fachmännisch beraten lassen.

Wie sieht es für den privaten Häusle-Bauer mit beispielsweise KfW-Förderungen beim Ausbau/Ein- oder Umbau mit Smart-Technik aus? Wird diese Modernisierung staatlich gefördert oder subventioniert?

Arkadiusz Duszynski: Ja, derzeit werden viele der Ausbau/Ein- oder Umbau-Maßnahmen vom Staat, wie etwa durch die KfW-Kredite gefördert. Vor allem wenn es um die Möglichkeit der Energieeinsparung und Energieeffizienz geht, lassen sich erhebliche Anteile an der Modernisierung staatlich finanzieren.

Es heißt, dass der CO2-Ausstoss und der Energieverbrauch durch die Smart Home-Technologie verringert wird. Wie kann man sich das vorstellen?

Arkadiusz Duszynski: Die Smart-Home-Technologie ist nicht nur ein Spielzeug für technikbegeisterte Menschen, sondern sie übernimmt die intelligente Steuerung der verschiedenen Wohnbereiche, z.B. steuert sie die Heizung. Dadurch lässt sich die Energie effizienter verbrauchen. Die modernen Menschen sind daran gewöhnt, die angenehme Raumtemperatur an die Wetterbedingungen anzupassen. Während der Hitze benutzen wir Klimaanlage und im Winter die Heizung. In beiden Fällen wird die Klimaanlage oder Heizung automatisch ausgeschaltet, um unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden. Bei Tages- oder Nachtzeiten, zu denen niemand zu Hause ist, regelt sich die Heizung automatisch herunter. Es lassen sich Zeitpläne erstellen, es können nur Räume aufgeheizt werden, in denen wir uns gerade aufhalten, um die Energie auf nachhaltige Weise zu nutzen und gleichzeitig die Heizkosten zu senken. Das Smart-Home-System lässt sich mit Wetterstationen oder Fenstersensoren vernetzen und reagieren automatisch auf die Außentemperaturen. Automatische Wärmezufuhr nach dem Zeitplan ist eine unglaublich bequeme und umweltschonende Lösung.

Die Smart Home-Technologie für private Wohnungen oder Häuser gibt es seit etwa 1993 in Deutschland. Dafür scheint die Technologie aber erst recht wenig bei uns genutzt zu werden. Liegt das daran, dass die Menschen am  Alt-Hergebrachten festhalten und veränderungsresistent sind, oder woran?

Arkadiusz Duszynski: Jede neue Technologie, die gerade erst zu arbeiten beginnt, hat ihre Enthusiasten und Menschen, die nicht vollständig von ihnen überzeugt sind. So war es auch mit Fernsehen, Telefon oder Auto. Heutzutage sind solche Lösungen aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Wir glauben, dass ein intelligentes Zuhause auch zu solchen Errungenschaften der modernen Technik gehört und in Zukunft für uns selbstverständlich wird. Die Änderung in der Einstellung in Deutschland zu den Smart-Home-Technologien lässt bei der Entwicklung auf dem Wohnungsbaumarkt beobachten. Dort werden immer öfter Wohnungen mit einem Home-Management-System ausgestattet. Die Entwickler von solchen Systemen haben eine klare Nachfrage auf diesem Markt festgestellt, auf die sie bereits zu reagieren versuchen. Die Situation ist sehr spannend, da die Angebote zum Verkauf von Erstbezugswohnungen, die nicht mit einem Smart-Home-System ausgestattet wurden, für potenzielle Käufer inzwischen weniger attraktiv geworden sind. Die Nachfrage regelt bekanntlich den Markt und sie befindet sich momentan im Höhenflug.

Was kostet es etwa, ein Einfamilienhaus mit den wichtigsten smarten Technologien auszurüsten – unkompliziert und benutzerfreundlich?

Arkadiusz Duszynski: Eine pauschale Antwort darauf ist leider nicht möglich, denn die Kosten für eine bestimmte Smart-Home-Lösung hängen immer von den individuellen Anforderungen der einzelnen Anwender ab. Die Smart-Home-Technologie ist sehr vielfältig und die Einsatzmöglichkeiten grenzenlos. Eine einfache Installation mit dem Schwerpunkt auf Energieersparnis mit einer Zentrale und 5 Thermostaten beginnt ab etwa 1.000€. Eine umfassende Lösung mit verschiedenen Überwachungsgeräten, wie CO2-Sensor, Rauchsensor, Wassersensor, Lichtsteuerung, Steuerung der Jalousien kostet etwa 6.000€. Das Geld ist aber sicher und nachhaltig investiert und hilft in vielen Bereichen die Kosten zu senken.

Herr Duszynski, vielen Dank für das Gespräch!

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