Jan Sadowsky: Ein Tiny House ist ein Haus im Miniformat

Jan Sadowsky ist Gründer und Geschäftsführer Green Tiny Houses GmbH & Co. KG. Mit ihm sprechen wir über den Begriff „Tiny Houses“, die Größe der Häuser sowie über bestimmte Zielgruppen.

Was versteht man unter einem Tiny House? Und ab wann/welcher Größe ist eine Unterkunft ein Tiny House?

Jan Sadowsky: Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei einem Tiny House um ein Haus im Miniformat. mit einer Größe von nur wenigen Quadratmetern. Allerdings gibt es keine feste Definition, ab welcher Größe ein Haus als „tiny“ zählt. In aller Regel kann man sagen, dass die Häuser kleiner als 50 Quadratmeter sind. Die Größe der Green Tiny Houses liegt bei 22 Quadratmeter. Damit bieten die Green Tiny Houses für bis zu vier Personen Platz. Außerdem sind die Green Tiny Houses so gebaut, dass sie optimal mit einem Trailer überall hin transportiert werden können. Das macht die Standortwahl sehr flexibel.

Für wen könnten Tiny Häuser besonders attraktiv sein? Gibt es eine bestimmte Zielgruppe?

Jan Sadowsky: Die Zielgruppe von Tiny Häusern lässt sich in keine Schublade stecken. Vielmehr handelt es sich um eine Bewegung, welcher der Wunsch nach mehr Minimalismus, Autarkie sowie einem nachhaltigen Leben zu Grunde liegt. Die Green Tiny Houses eignen sich für jung und alt, Familien, Freunde sowie Paare, mit einer Kapazität von eins bis vier Personen.

Welche Kosten entstehen beim Bau eines Tiny Houses?

Jan Sadowsky: Die Kosten für ein Tiny House orientieren sich zum einen an der Art des Baus sowie an der gewünschten Ausstattung. Die Green Tiny Houses zum Beispiel, setzen auf eine komplett ökologische Bauweise. Dafür stecken die kleinen Häuser voller grüner Innovationen. Highlights sind die Fassade aus „Superwood“-Holz, die komplett ohne chemisch-giftige Lacke und Klebstoffe auskommt. Für eine effiziente Dämmung sorgt Seegras aus der Ostsee. Geduscht wird in der eingebauten Astronautendusche, die Wasser in Echtzeit aufbereitet und dabei bis zu 90 Prozent Wasser und 80 Prozent Energie spart. Ein Pflanzensystem mit Bogenhanf sorgt für gesunde Raumluft. Dank seiner cleveren Raumaufteilung und dem durchdachten Design muss im Green Tiny House außerdem niemand auf Wohnkomfort verzichten. Das loftige Interieur kommt mit einem komplett ausgestatteten Badezimmer, einer Schlafebene sowie einer voll funktionsfähigen Küche daher. Ein XXL Panoramafenster verbindet dabei die Natur mit dem Wohnbereich. Je nach Modell kostet der Bau eines Green Tiny House ab 70.000 Euro. Wer sich (noch) kein Tiny House kaufen möchte, kann auch auf Probe Wohnen und in einem der Green Tiny Houses oder Villages seinen nächsten Urlaub verbringen.

Kann man das abschätzen: Wie viel Wohnen bekommt man für wie viel Geld?

Jan Sadowsky: Wie gesagt hängen die Kosten eines Tiny House von verschiedenen Faktoren, wie der Ausstattung oder der Bauweise ab. Wenn man sich allerdings die aktuelle Entwicklung der Miet- und Immobilienpreise anschaut kann man mit Sicherheit behaupten, dass man in einem Tiny House mehr Wohnen für sein Geld bekommt. 

Welche Hürden im Deutschen Baurecht verkomplizieren den Tiny-Hausbau? Worauf muss geachtet werden, wenn es manövrierfähig und mobil sein soll?

Jan Sadowsky: Wer dauerhaft in einem Tiny House wohnen möchte, darf es nicht einfach auf irgendein Grundstück stellen. Dafür braucht man eine Baugenehmigung. Denn in diesem Fall wird das Tiny House als Gebäude eingestuft. Wer sein Tiny House nur gelegentlich als als Ferienhaus nutzen will, kann es auf einem Grundstück in einem „Sondergebiet, das der Erholung dient“ aufstellen. Dazu gehören zum Beispiel Campingplätze. Wenn das Tiny House mobil sein soll, muss es spezielle Anforderungen erfüllen. Das Haus darf maximal 4 Meter hoch und bis 2,55 Meter breit sein. Außerdem darf das Hause inklusive Trailer nicht mehr als 3.500 Kilogramm wiegen.

Ist die Tiny-House-Bewegung eine Revolution des Wohnens und kann man mit einer Vermehrung von Tiny Houses in Deutschland rechnen?

Jan Sadowsky: Ja, wir können mit einer Vermehrung von Tiny Houses in Deutschland rechnen. Grund dafür sind steigende Miet- und Immobilienpreise in Ballungsgebieten, ein zunehmendes Umweltbewusstsein sowie eine wachsende Anzahl an Singlehaushalten. Tiny Houses vereinen eine bestmögliche Platznutzung mit maximaler Nachhaltigkeit – gerade für uns der Urlaub der Zukunft, besonders für Naturliebhaber, die abschalten wollen. Deshalb wird auch das Angebot an “Mini-Ferienunterkünften” wachsen. So planen wir mit den Green Tiny Houses viele weitere Standorte in ganz Deutschland, an denen Familien, Paare aber auch Singles ihren Urlaub verbringen können. Weitere Infos unter www.greentinyhouses.com. 

Herr Sadowsky, vielen Dank für das Gespräch!

Foto Credit bitte: Tom Schönfeld / Wangerland Touristik GmbH

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