Lilian Rimkus: Gendergerechte Sprache

Lilian Rimkus ist Leiterin Zentrale Dienste Kommunikation und Marketing bei der Johannesstift Diakonie in Berlin. Im Interview sprechen wir mit ihr über gendergerechte Sprache, Verhinderung von Diskriminierung sowie Kommunikation mit Kunden.

Die FAZ und die Hochschule Darmstadt haben in einer Umfrage herausgefunden, dass 16 von 30 DAX-Unternehmen die Einführung von gendergerechter Sprache planen. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Lilian Rimkus: Die Johannesstift Diakonie verwendet geschlechtergerechte Sprache schon länger. Die Mitarbeitenden der Johannesstift Diakonie und ihrer Einrichtungen leben die Werte Menschlichkeit, Würde und Zuwendung, unabhängig von Herkunft, sexueller Identität, Religion, Geschlecht, Alter oder einer Behinderung. In unseren Texten sprechen wir deshalb alle Menschen an, egal welchem sozialen Geschlecht sie sich zugehörig fühlen.

Gendergerechte Sprache soll Diskriminierung verhindern, plant Ihr Unternehmen ähnliche Maßnahmen und welche Diskriminierungsprävention nutzen Sie?

Lilian Rimkus: Personen fühlen sich verständlicherweise am stärksten von einem Text angesprochen, wenn er ihr soziales Geschlecht explizit benennt oder geschlechtsneutral formuliert ist.

Haben Sie bereits gendergerechte Sprache intern bzw. in der Kommunikation mit Kunden eingeführt? 

Lilian Rimkus: Wir verwenden eine sensible, inklusive und geschlechtergerechte Sprache, um die Vielfalt und Offenheit unserer Einrichtungen auch in Wort und Schrift zu leben und alle Menschen in unsere Kommunikation einzuschließen. Die Vielfalt in unseren Einrichtungen, unserer Mitarbeitenden, Patient*innen, Bewohner*innen und Kundschaften machen wir sprachlich mit dem Genderstern* sichtbar.

Wie hoch ist der Frauenanteil in Ihrem Unternehmen? Und verdienen Frauen bei Ihnen so viel, wie die Männer im gleichen Beruf?

Lilian Rimkus: Unsere Frauenquote liegt bei 76%. Wir wenden unterschiedliche Tarife und größtenteils den AVR an und haben natürlich keine Gehalts-Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Frau Rimkus, vielen Dank für das Gespräch!

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