Dajana Langhof und Marc Schobert: Fehlende Wertschätzung von Führungskräften

Dajana Langhof und Marc Schobert von AVGS Coaching Team sprechen im Interview mit uns über Unzufriedenheit im Job, Gründe hierfür sowie fehlende Anerkennung.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Beschäftigte unzufrieden mit ihrem Job sind. Für viele ist aber eine berufliche Neuorientierung keine Option. Was sind die häufigsten Gründe, die zu einer Jobunzufriedenheit führen?

Dajana Langhof: In unseren Job und Gründungscoachings hören wir immer wieder, dass Mitarbeiter unzufrieden sind, weil der Alltag durch Macht, Status und Hierarchie geprägt ist oder die interne Politik die eigentliche Arbeit überlagert. Fehlende Anerkennung und Wertschätzung von Führungskräften sowie schlechte Zusammenarbeit im Team sind weitere häufige Gründe.

Woher weiß man, dass es Zeit ist den Job zu wechseln, um sich neuen Herausforderungen zu stellen?

Marc Schobert: Wer seine Arbeit liebt, der freut sich, dass endlich wieder Montag ist. Andere haben ab Sonntagmittag schon wieder schlechte Laune und manchmal sogar Bauchschmerzen. Das alleine spricht schon für sich. Die Gründe dafür sind häufig Über- oder Unterforderung sowie die fehlende Möglichkeit, sich im aktuellen Job weiterentwickeln zu können. Wenn die Arbeit krank zu machen scheint, lohnt es sich, genauer hinzugucken, was die Gründe dafür sind.

Nicht immer ist ein Wechsel des Arbeitgebers die Lösung. Schließlich braucht es auch dort eigene Klarheit darüber, was für die eigene Zufriedenheit erforderlich ist. Darüber hinaus müssen wir in der Lage sein, dies unseren Vorgesetzten und Kollegen mitzuteilen.

Viele Beschäftigte über 35 haben Hemmungen sich neu zu orientieren. Kann man im fortgeschrittenen Alter noch adäquat Karriere machen?

Dajana Langhof: Unsere Grenzen sind immer in unserem Kopf. Denn unsere Gedanken kreieren unsere Wirklichkeit. Es ist egal, wie alt wir sind. Jeder Mensch ist besonders und hat der Welt mit seinen ganz persönlichen Stärken und Erfahrungen etwas zu geben. Nur wenn wir uns darüber nicht bewusst sind, welchen Mehrwert wir an welcher Stelle bieten könnten, können wir es Anderen auch nicht vermitteln. Die Kunden in unseren Job- und Gründungscoachings sind aus allen Altersgruppen und haben eine ganz klare Entscheidung für sich getroffen: Jetzt soll es anders werden. Wir entwickeln das Personal Branding, sodass jeder sein Alleinstellungsmerkmal als Berufstätiger in der Arbeitswelt für sich kennt, erarbeiten berufliche Ziele und begleiten beim Erreichen. Und was ist Karriere machen? Ist das nicht eher die Bewertung von anderen zum eigenen beruflichen Weg? Am Ende ist doch die Karriere die berufliche Laufbahn. Und wie wir diese gestalten und welche Art von Arbeit uns glücklich macht, entscheiden wir selbst. Der eine möchte führen, der andere assistiert gerne. Manch einer verwirklicht sich im Beruf, manch anderer in seinen Hobbies. Es ist immer der richtige Zeitpunkt, um etwas neu und anders zu machen.

Ein Neuanfang ist immer schwer. Wie kann man mentale Hürden der Neuorientierung überwinden?

Marc Schobert: Unsere Antwort darauf ist natürlich Coaching, weil wir von lösungsorientierter Beratung überzeugt sind. Mit einem Coach, Mentor oder Sparringspartner an der Seite lässt sich perfekt auf die individuelle Situation schauen, um herauszufinden, was die Blockaden eines Wechsels sind. Häufig sind es die Angst vor Ablehnung oder dem Verlassen der Komfortzone, die uns vom ersten Schritt abhalten. Die Arbeit mit Glaubenssätzen und das Bewusstmachen persönlicher Werte sind deshalb ein typischer Inhalt im Coaching. Erst wenn wir wissen, was wir brauchen, kann das Neue kommen.

Was muss man also tun, damit eine berufliche Neuorientierung gelingt? Und was raten Sie Beschäftigten, die mit dem Gedanken spielen, den Beruf zu wechseln?

Dajana Langhof: Das einzig wichtige ist es, die Entscheidung zu treffen, es wirklich zu wollen. Die Verantwortung für sich selbst zu tragen. Das Leben ist immer Trial and Error. Und nur durchs Machen können wir herausfinden, ob etwas wirklich zu uns passt und uns Freude bringt. Wir brauchen mehr Mut, neue Wege zu gehen und mehr Bewusstsein, alles jederzeit verändern zu können. Denn wenn wir wissen, was wir wollen, können wir alles erreichen.

Frau Langhof und Herr Schobert, vielen Dank für das Gespräch!

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