Ulrich Oldehaver: Sich im Klaren sein, welche Werte man leben will

Ulrich Oldehaver ist Geschäftsführer der Mindvisory GmbH. Mit ihm sprechen wir über mangelnde Anerkennung im Job, beständige Unterforderung sowie Motivation und Inspiration.

Ulrich Oldehaver

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Beschäftigte unzufrieden mit ihrem Job sind. Für viele ist aber eine berufliche Neuorientierung keine Option. Was sind die häufigsten Gründe, die zu einer Jobunzufriedenheit führen?

Ulrich Oldehaver:  Mangelnde Anerkennung und Wertschätzung, beständige Unterforderung oder Überforderung, zu wenig persönliche und/oder inhaltliche Weiterentwicklung und zu viel oder zu wenig Veränderung.

Woher weiß man, dass es Zeit ist den Job zu wechseln, um sich neuen Herausforderungen zu stellen?

Ulrich Oldehaver:  Ein inneres Gefühl, wenn Menschen noch gut genug sind, solche inneren Signale früh genug wahrzunehmen.

Viele Beschäftigte über 35 haben Hemmungen sich neu zu orientieren. Kann man im fortgeschrittenen Alter noch adäquat Karriere machen?

Ulrich Oldehaver:  Die Frage klingt ein bisschen wie ein Witz, wenn man auf Mitte 50 zu geht, denn mit 35 Jahren sind einige heutzutage ja erst so richtig mit der Ausbildung fertig. Karriere machen zu können wird weniger von dem Alter, als dem persönlichen Mindset bestimmt. Themen wie Motivation und Inspiration fehlen vielen Zwanzigjährigen ebenso wie vielen Fünfzigjährigen und zahlreichen Angestellten dazwischen.

Ein Neuanfang ist immer schwer. Wie kann man mentale Hürden der Neuorientierung überwinden?

Ulrich Oldehaver:  Das an sich ist eine nicht so sinnvolle, persönliche Überzeugung und wer sie hat, sollte damit beginnen, sie abzulegen. Das ist der wichtigste Schritt für einen leichten Neuanfang. Ansonsten sind die mentalen Herausforderungen sehr individuell und wer sie hat, nimmt sich am besten einen qualifizierten Coach, um seine persönlichen Stärken zu optimieren und seine inneren Blockaden zu lösen.

Was muss man also tun, damit eine berufliche Neuorientierung gelingt?

Ulrich Oldehaver: Sich vor allem darüber im Klaren sein, was einem wirklich wichtig ist. Welche Werte will man leben, an welchen Aufgaben hat man Freude, welche Ziele will man erreichen und warum. Sind diese Punkte klar, kann man relativ einfach filtern, welche Art von Aufgaben, Branchen und Firmen einen wirklich ansprechen.

Was raten Sie Beschäftigten, die mit dem Gedanken spielen, den Beruf zu wechseln?

Ulrich Oldehaver: Sich erst einmal klar darüber werden, was genau sie sich an Veränderung wünschen. Dann sollten Sie alles versuchen, um diese Veränderungen dort zu realisieren, wo sie sind und gegebenenfalls auch an den eigenen (unbewussten) Denk- und Verhaltensstrukturen arbeiten. Wer sich nicht verändert, sondern nur das Umfeld, läuft Gefahr, anderswo schnell die gleichen Gegebenheiten vorzufinden, vor denen er/sie gerade „geflüchtet“ ist. Denn häufig liegt nur ein (kleiner) Teil des Problems im Außen.

Herr Oldehaver, vielen Dank für das Gespräch!

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