Alexander Ihl: Selbsttests ersetzen keine der bisherigen Schutzmaßnahmen

Mit Alexander Ihl, Communications and Politicial Affairs bei E.ON SE, sprechen wir im Interview über das Testen von Mitarbeitern, Verfügbarkeit von Tests sowie Impulse aus der Politik.

Die Politik hat angedeutet im Rahmen des Infektionsschutzgesetztes, Betriebe zum Testen von Mitarbeitern zu verpflichten. Es besteht großer Streit über das Thema in der Koalition. Für wie sinnvoll halten Sie die Maßnahme?

Alexander Ihl: E.ON möchte ihren gesamtgesellschaftlichen Beitrag leisten, bis eine ausreichende Impfquote der Bevölkerung erreicht ist und bietet allen Mitarbeitern, für die eine Präsenz am Arbeitsplatz aus triftigen betrieblichen Gründen erforderlich ist, einen Selbsttest pro Woche an. Das Testangebot stellt lediglich eine komplementäre Schutzmaßnahme zu den weiterhin geltenden AHA-L Regeln dar.

Wie gehen Sie und Ihre Mitarbeiter mit der aktuellen Situation um?

Alexander Ihl: Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, haben wir neben Tests eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen Regelungen zum Arbeiten von zu Hause aus bis hin zum besonderen Schutz von kritischem Personal, das für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit unerlässlich ist.  Seit Anfang April werden an E.ON Standorten in Deutschland für Mitarbeiter, für die eine Präsenz am Arbeitsplatz aus triftigen betrieblichen Gründen erforderlich ist, Selbsttests ausgegeben.  Die Ausgabe wird in den jeweiligen Regionen und Einheiten individuell geplant und organisiert.

Selbstverständlich ersetzen die Selbsttests keine der bisherigen Schutzmaßnahmen. Kontakte reduzieren, Abstand halten, medizinische Masken tragen, auf Hygiene achten und (wo erforderlich und möglich) regelmäßiges Lüften bleiben genauso wichtig und verpflichtend wie bisher.

Hat Ihr Unternehmen bereits Tests, denn die Verfügbarkeit soll teils schwierig sein?

Alexander Ihl: Ja, siehe oben. Die Inanspruchnahme unseres Testangebots sowie der vorhandene Bestand wird regelmäßig verfolgt, um einen weiteren Bestellbedarf frühzeitig zu erkennen.

In Deutschland haben sich bislang über 3 Millionen Menschen mit Corona infiziert. Gab es Coronafälle in Ihrem Unternehmen und wie wurden sie behandelt?

Alexander Ihl: E.ON hat europaweit rund 75.000 Mitarbeiter. Auch wenn wir alles dafür tun, unsere Mitarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld bestmöglich zu schützen, bleibt es nicht aus, dass sich Kolleginnen und Kollegen mit dem Coronavirus vor allem im Privatbereich infizieren. Für den Fall einer Infektion gibt es klare interne Abläufe und Prozesse, die eine weitere Ausbreitung im Unternehmen verhindern.

Welche Impulse von der Politik würden Sie sich für Ihre Branche wünschen?

Alexander Ihl: Wir stehen im engen Austausch mit den zuständigen Behörden und setzen die Vorgaben zur Pandemiebekämpfung selbstverständlich entsprechend um. Die Herausforderungen der Politik liegen unseres Erachtens insbesondere bei der dynamischen Entwicklung des Infektionsgeschehens, die eine schnelle und konsequente Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen erfordert, sowie bei der Verfügbarkeit von Materialien. Dies haben wir seit Beginn der Pandemie stetig erlebt, zuerst im Rahmen der Beschaffung von Schutzmasken und aktuell bei der Beschaffung von Tests und Impfstoffen.

Herr Ihl, vielen Dank für das Gespräch!

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