Unterschiede zwischen Massivhaus und Fertighaus

Ob es ein Massivhaus oder Fertighaus wird, entscheiden Bauherren anhand verschiedener Kriterien. Christan Knoke, Fundamenta Baupartner Geschäftsführer spricht über die Unterschiede zwischen beiden Haustypen.

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Transkript / Interview

Im heutigen Business Talk sprechen wir mit Christian
Knoke, Geschäftsführer der Fundamenta Baupartner GmbH, über die Unterschiede
zwischen Massiv- und Passivhäusern und deren Vor- und Nachteile.

Guten Tag
meine Damen und Herren. Ich begrüße sie ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe des
Business Talk am Kudamm. Mein heutiger Gast ist der Geschäftsführer der Fundamente
Baupartner GmbH Christian Knoke, mit dem ich über den Unterschied zwischen
Massivhäusern und Fertighäusern spreche.

Fozia Butt: Herr Knoke, erstmal schön, dass sie da sind. Dann fange
ich auch gleich mit der ersten Frage an. Ihr Bauunternehmen die Fundamenta ist
ja jetzt nun seit über 25 Jahren erfolgreich auf dem Markt und sie bauen Massivhäuser
nach Kundenwünschen, heißt es auf ihrer Webseite. Allerdings gibt es ja auch Fertighäuser
in Deutschland, die sehr beliebt sind. Ebenso beliebt wie Massivhäuser. Können sie
uns da vielleicht einmal den Unterschied zwischen beiden Haustypen erklären?

Christian Knoke: Die Massivhäuser, so beschreibt das schon das Wort an
sich, sind massiv gebaut. Das heißt wir haben ein massives Mauerwerk aus Stein,
wir haben massive Innenwände, Außenwände, Decken. Das ist alles solide und
massiv für Langlebigkeit gebaut und die Fertigteilhäuser haben in der Regel
eine Holzständerbauweise mit ausgefüllter Dämmung. Die haben außen in der
Regeln Holzverbundplatten auf die dann später der

Putzträger darauf kommt und innen
die Gipskartonplatten, die dann später zum Malern benutzt werden kann. Das
heißt ich habe ein Rastermaß.

Fozia Butt: Fertighäuser, da stelle ich mir jetzt vor, wie Sie
schon eben erwähnt haben, so Fertigbauteile. Also kann man auch sagen: zu Ihnen
kommen insbesondere Menschen, die schon individuelle Häuser haben möchten und
nicht etwa eins von der Stange. Ist das richtig?

Christian Knoke: Genau so kann man das sagen. Der Massivhausbereich
lässt eben alle möglichen Bauarten zu, die dann der Architekt mit dem Kunden
umsetzt. So machen wir das ja letztendlich in der Planungsphase auch, dass wie halt
alle Wünsche des Kunden aufnehmen, um die dann entsprechend umzusetzen. Dabei
sind natürlich alle Möglichkeiten gegeben. Wir können in der Massivbauweise
durch Stahlarbeiten, durch Betonarbeiten alles Mögliche an Materialien
einsetzen. Was in der Fertigteilebauweise nicht so funktioniert, da diese
Sachen industriell gefertigt werden. Das heißt der Kunde muss sich vorher einen
Haustyp aussuchen und dieser Haustyp wird in einer großen Werkhalle zusammengebaut,
letztendlich zu 70%, wird dann auf der Baustelle montiert und fertiggestellt. Da
sind natürlich auch kaum Veränderungen mehr möglich. Wir haben ganz viele
Kunden die z.B. zu uns kommen, mit denen wir das Haus planen und in der Umsetzung,
also in der Bauphase dann später auf einmal der Wunsch kommt das Fenster
eventuell noch einmal zu verschieben, oder zu vergrößern, die Haustür zu verbreitern,
zu verändern… Was wir natürlich machen können, dadurch dass wir zwar einen Plan
haben, aber auch die Möglichkeit haben etwas umzurechnen.

Das müssen
sie sich vorstellen. Wenn also das Fertigteilhaus von ihnen beauftragt ist, sie
also den Auftrag unterschrieben haben und das Haus gebaut wird, geplant wird in
dieser Werkhalle, dann kommen die fertigen Teile an und auf der Baustelle kann
man nicht einfach sagen wir nehmen jetzt dieses Holzgerüst mal eben auseinander
und verschieben das Fenster. Weil das ist mit einer Dampfsperre versehen, das
ist Dämmung drinnen, das ist also eine richtige fertige Konstruktion, die
funktionieren muss – entweder so wie sie ist oder gar nicht. Das heißt ich kann
nichts mehr ändern.

Fozia Butt: Also praktisch wie die Möbel in einem Möbelhaus, die
man dann einfach bestellt und denn sehen die alle gleich aus.

Christian Knoke: Genau. Vorher habe ich die Möglichkeit, das gibt es
auch bei den Fertigteilhäusern, schöne Planungen die man umsetzen kann, aber
sie sind halt eingeschränkt in ihre Möglichkeiten. Da sie als Grundwerkstoff
das Thema Holz haben und wir haben halt als Grundbaustoff das Thema Stein. Und
die höhere Dichte lässt natürlich auch ganz andere Belastung zu.

Fozia Butt: Herr Knoke, sie haben es eben schon ein wenig
angerissen. Gibt es denn auch bei der Bauqualität Unterschiede? Kann man also
schon irgendwie sagen, dass Massivhäuser länger halten als Fertigteilhäuser und
höhere Ansprüche erfüllen?

Christian Knoke: Also grundsätzlich ja. Massivhäuser stehen deutlich
länger. Die sind weitaus über 100 Jahre alt, wenn sie vernünftig gebaut werden.
Keine Frage. Fertigteilhäuser haben halt, bedingt durch die Werkstoffe eine
nicht ganz so lange Lebensdauer. Daher wurde ich auch von meiner Seite aus
behaupten, dass auch der qualitative Anspruch bei Massivhäusern deutlich höher
ist als, bei den Fertighäuser.

Fozia Butt: Sind sie deshalb dann auch teurer? Ich meine mit welchen
Mehrkosten muss dann ein Bauherr mit Massivhäusern rechnen?

Christian Knoke: Mit gar keinen. Wir sind günstiger als die Fertighäuser.
Das liegt daran, dass wir auf der Baustelle, also auf dem Baugrundstück, die Bodenplatte
errichten und dann entsprechend wirklich Stein auf Stein jedes Haus bauen, um
entsprechend auch die Wünsche des Kunden zu berücksichtigen. Während ich bei
einem Fertighaus eine riesige, große Werkhalle vorhalten muss, wo alle
Materialien vorher bestellt werden. Die werden dort vor Ort zusammengesetzt,
zusammengebaut, ich brauche wahnsinnig viele Leute, die die einzelnen Teilabschnitte
bauen, brauche ein riesiges Logistikzentrum, um die ganzen LKW dann plangenau
genau auf die Baustelle zu bringen, mit Kran und allem Drum und Dran. Das Wetter
muss mitspielen, wenn ich ein Fertigteilhaus zusammenbauen möchte. Das ist
teurer als wenn wir wirklich Stein auf Stein das Haus hochziehen.

Fozia Butt: Gibt es da auch ungefähre Quadratmeterpreise?

Christian Knoke: Ja, das ist so ähnlich, wie wenn sie Schuhe kaufen
gehen. Ob ich günstige Schuhe kaufen gehe, nach ihrem Anspruch, oder sie kaufen
sich sehr, sehr teure Schuhe. So ist das beim Haus genauso. Es gibt sicherlich
einen Mindestpreis, den man nicht unterbieten sollte. Das ist aber wirklich
schwer zu sagen wo man den ansetzen möchte. Weil es da ganz andere oder
verschiedene Anforderungen gibt. Qualitativ gesehen, umso mehr ich in ein Haus
investiere, desto schöner und toller wird das ganze Haus. Beim Fertighaus gibt
es das halt so nicht.

Fozia Butt: Ist ja auch irgendwo verständlich, wenn man Qualität
haben will, dann bezahlt man ja halt auch ein bisschen mehr. Worauf sollten
denn ihrer Meinung nach Bauherren besonders achten bei der Auswahl ihres Partners?
Können sie uns da einige Tipps geben?

Christian Knoke: Klar! In erster Linie auf ihr Bauchgefühl. Wenn sie
sich also eine Baufirma aussuchen, da muss das Bauchgefühl sagen: „Jawoll! Da
fühle ich mich wohl!“. Die Menschen sind authentisch, die Menschen verstehen
meine Wünsche und ich traue denen zu, dass sie meine Wünsche umsetzen können. Das
nächste ist logischerweise der Leumund. Sich mit anderen Bauherren unterhalten,
die schon mit der Firma gebaut haben. Fragen womit er zufrieden war, welche
Probleme gab es. Also nicht, „gab es Probleme?“, sondern welche Probleme. Wie
lang ist die Firma am Markt? Ist die erst ein halbes Jahr da oder gibt es die Firma
schon ein oder zwei Jahrzehnten. Mitunter auch mit den Handwerkern sprechen, die
man auf der Baustelle sieht. „Seid ihr zufrieden?“, denn es gibt ja auch einige,
die ihre Subunternehmer nicht bezahlen, und, und, und… Um Hauptsache sehr
billig anbieten zu können. Da muss man ein bisschen abwägen, klar der
Internetauftritt, wie ist die Homepage gestaltet. Ist sie aktuell, ist es eine
uralte Homepage? Wo ist der Sitz der Firma? Ist es ein Wohnwagen wo die Firma
sitzt, oder also ein Bauwagen? Oder ist das halt wirklich eine angemietete Wohnung
oder haben die kein eigenes Kapitel? Es gibt viele kleine Sachen, auf die man
achten sollte, aber das Bauchgefühl, denke ich mal, gibt, die größte
Sicherheit. Man sollte sich nicht nur vom Preis leiten lassen. Das ist ganz
wichtig.

Fozia Butt: Ich meine, wenn man ein Haus baut, dann richtig. Nicht
wahr? Sagen wir mal, ich als Bauherr entscheide mich jetzt für ein Massivhaus
von Fundamenta. Was wären denn die nächsten Schritte, die auf mich zukommen
würden?

Christian Knoke: In der Regel ist es so: Man macht ein erstes Treffen,
da gehen wir fast mit einem weißen Blattpapier rein und nehmen all ihre Wünsche
auf. Alles was sie bewegt, was sie

zu diesem Haus
bringt, das nehmen wir auf. Was sie für sich wichtig finden: eine Ankleide, ein
Bad, begehbare Dusche und, und, und. Das nehmen wir alles auf, nehmen auch die
verschiedenen Größen auf und planen dann den ersten Entwurf mit dem Architekten
gemeinsam für Sie. Das heißt also, aus ihren Ideen entsteht der erste Entwurf.
Diesen Entwurf präsentieren wir ihnen und feilen an diesem Entwurf so lange herum
bis sie sagen: „das ist mein Haus, so stelle ich mir das vor“. Dann kalkulieren
wir das Haus, dann gibt es einen Preis dazu. Über diesen Preis verhandelt man
dennoch. Über Mehrleistungen oder Minderleistungen, oder Eigenleistungen, die
man genauso mit einbringen kann und dann gibt es einen Festpreis dazu. Diesen Preis
garantieren wir bis zur Übergabe des Hauses. Das heißt also so wie es da vertraglich
vereinbart ist, gibt es von uns nicht zwischendurch Mehrpreise für Dinge,
sondern nur dann, wenn es Sachen sind, die wir vorher nicht wissen konnten.
Gegebenheiten des Grundstückes oder so. Oder Mehrwünsche vom Kunden. Ansonsten
steht der Preis bis zur Übergabe, so dass der Kunde auch wirklich planen kann
und auch nicht nachfinanzieren muss. Wie gesagt, wenn man die Planungsphase
abgeschlossen hat, kommt der Auftrag vom Kunden, also er beauftragt uns, dann
machen wir den Bauantrag fertig und reichen alles für die Genehmigungsplanung
ein. Wenn wir die Baugenehmigung übernehmen, fangen wir an mit bauen.

Fozia Butt: Dann auch alle Gewerke?

Christian Knoke: Wirübernehmen
alle Gewerke in Eigenregie. Haben eigene Mitarbeiter, die diese einzelnen Bauabschnitte
ausführen. Nehmen uns aber auch Subunternehmen dazu. Ganz normal, wir können
nicht jedes Gewerk zu 100% bedienen., das funktioniert nicht.

Fozia Butt: Entschuldigen
Sie, wenn ich dann noch mal kurz nachhake, aber ich finde das so interessant. Sie
gehen tatsächlich mit einem weißen Blattpapier zu ihren Kunden und schreiben
sich alles auf? Ohne irgendwelche Vorgaben oder feste Kriterien wo man sich lang
angelt?

Christian Knoke: Ich kenne Sie nicht und Sie kennen mich nicht. Das Beste wie ich Sie kennenlernen kann, ist: ich schreib mir einfach Dinge auf, die Sie für sich für als wichtig empfinden. Genau diese Punkte, die Ihnen so einfallen, als die ersten vier, fünf, sechs Punkte, die sie mir als Stichpunkte geben, dass das eigentlich die Sachen sind, die für Sie am wichtigsten sind. Die anderen Sachen ergeben sich ja während der Planungsphase. Dass man Sachen ergänzt, das man noch sagt: „das wäre eigentlich ganz nett und das wäre auch ganz schön, aber es ist nicht primär wichtig.“ Aber das erste was für sie kommt, „ich möchte ein zweigeschossiges Haus haben“, „es soll aussehen wie eine Stadtvilla“, „ich möchte gern ein dunkles Dach, „ich möchte eine helle Fassade“, „ich möchte weiße Fenster oder farbige Fenster“ – solche Informationen, die nehmen wir auf damit wir entsprechend in dem Entwurf das Ganze für Sie berücksichtigen können.

Fozia Butt: Das klingt wirklich sehr interessant, Herr Knoke. Ich
bedanke mich vielmals für das interessante Gespräch.

Wir danken Herr Knoke für das Gespräch.

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