Effektivster Algorithmus auf dem deutschen Immobilienmarkt – Gabriel Khodzitski (PREA)

Gabriel Khodzitski ist CEO und Gründer der PREA GmbH. Im Interview spricht er über die Digitalisierung der Immobilienbranche und technologiegetriebenes Projektmanagement.

Wie stark hat sich der Immobilienmakler-Beruf in den letzten Jahren verändert?

Gabriel Khodzitski

Gabriel Khodzitski: Der Immobilienmakler-Beruf veränderte sich zunehmend während der letzten Jahre. Die Preise für Liegenschaften sind gestiegen und befinden sich aktuell auf einem recht hohen Niveau, wodurch sich der Verkauf grundsätzlich schwieriger gestaltet. Somit haben wir zwar bei Ausschreibungen viele Angebote, oft aber nur ein bis zwei Investoren, die bei diesem Preisniveau mitgehen. Glücklicherweise besitzen wir die hauseigene künstliche Intelligenz mercury, den effektivsten Algorithmus auf dem deutschen Immobilienmarkt mit über 50 Milliarden Datenpunkten. Damit können wir verlässlich die Nachhaltigkeit von Mietpreisen und der Verkaufspreisentwicklung widerspiegeln, sodass das Risiko des Investments minimiert ist. Die Daten erlauben uns sogar eine Präzision von zweistelligen Nachkommawerten.

Derzeit wirken sich Marktregulierungen und Covid-19 sowohl auf den Verkauf von Immobilien als auch auf den Beruf des Immobilienmaklers selbst aus. Zum Beispiel haben viele Investoren sich der Hauptstadt wegen der politischen Lage zumindest teilweise abgewandt und angefangen in den Speckgürtel zu investieren. Es gibt viele Umbrüche und Herausforderungen, es wird sich erst noch zeigen, wohin uns das führt.

Aufgrund von Covid-19 war auch die Immobilienbranche gezwungen neue Konzepte und Möglichkeiten zu entwickeln, um mit Ihren Kunden und Partnern im Dialog zu bleiben. Wohnungsbesichtigungen wurden virtuell durchgeführt. Der Wohnraum musste „neu” erdacht werden. 1,5-, 2,5- oder 3,5-Zimmerwohnungen sind beliebter denn je, da die Arbeitnehmer einen Ort brauchen, an dem sie künftig wohnen und arbeiten können, nachdem das Homeoffice flächendeckend in der Gesellschaft und bei den Unternehmen stärkere Akzeptanz gefunden hat.

Diese Zeit hat Deutschland zur weiteren Digitalisierung verholfen. Diese Entwicklung war längst überfällig. Losgelöst von Corona setzt PREA auf Technologisierung, Analysen mittels KI, nachhaltige Investments und Umweltbewusstsein.

Investoren, inländische und ausländische, drängen nach wie vor auf den Markt. Macht sich das in Ihrem Alltag bemerkbar?

Gabriel Khodzitski: Die Zahl ausländischer Investoren ist vor Corona kontinuierlich gestiegen. Gerade ausländische Investoren strömen nach Deutschland, weil die Bundesrepublik eines der sichersten Gebiete der Welt ist, sowohl politisch als auch aus finanzieller Sicht. Zudem werden Investitionen in anderen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz, immer schwerer. Deutschland ist dahingehend immer noch sehr offen und recht günstig im internationalen Vergleich.

Die Niedrigzinsphase hält weltweit weiterhin an, dadurch ist auch Kapital nach wie vor zu günstigen Konditionen verfügbar. Trotzdem gibt es aktuell, durch die Pandemie bedingt, Bereiche, die von hohen Einbußen betroffen sind, wie zum Beispiel Hotels und Boardinghäuser.

Stimmt es, dass Investoren sich scheuen, Maklerprovision zu zahlen?

Gabriel Khodzitski: Es wird das Preis-Leistungsverhältnis vom Kunden bewertet. Wir bieten mehr als nur eine Liegenschaft an. Wir bereiten Daten auf, erstellen Marktanalysen, um das Risiko zu minimieren und werten ein. Wir decken die gesamte Wertschöpfungskette ab und übernehmen schon die Vor- und zu späterem Zeitpunkt auch alle Nachbereitungen. Wir haben bisher nie Probleme mit Zahlungen gehabt, alle sind mehr als zufrieden mit unserem Service und vergüten unsere Leistungen sehr gerne.

Wie lange sind Sie im Geschäft und welche Immobilientypen betreuen Sie?

Gabriel Khodzitski: Ich bin seit knapp zehn Jahren in der Immobilienbranche. Wir agieren ausschließlich im B2B-Bereich und decken hier das gesamte Spektrum ab. Dazu zählen unter anderem Transaction Management, Valuation, Dept & Equity Financing, Investment- und Assetmanagement und Service Development, also die Baurechtschaffung für Dritte und die Vermittlung eines Generalübernehmers. Wir begleiten das Investment von der „grünen Wiese“ bis zur schlüsselfertigen Übergabe des Projektes.

Würden Sie heute nochmal Immobilienmakler werden oder etwas anderes?

Gabriel Khodzitski: Unbedingt. Ich stehe jeden Tag mit einem Lächeln auf und freue mich mein MacBook aufzuklappen und das iPhone in die Hand zu nehmen. Ich liebe das operative Geschäft.

Was sind die wichtigsten Trends?

Gabriel Khodzitski: Ein großer Trend ist die Technologisierung. Die Digitalisierung ist eine Etappe, die abgeschlossen ist. Jetzt ist es Zeit für die Automatisierung von Arbeitsprozessen. Eines unserer Ziele bei PREA ist es, künstliche Intelligenz im gesamten Arbeitsprozess zu integrieren. Und hier sind wir unserem Ziel bereits sehr nahe.

Generell lässt sich beobachten, dass gerade das Bewusstsein für ESG steigt. „Rethink values“ ist unser Slogan, auch schon vor Corona gewesen. Wir sehen heute, dass wir Recht behalten haben. Lange galten wir als „Träumer”, heute genießen wir einen klaren Vorsprung. Bei PREA haben wir es geschafft, Mensch, Maschinen, Ökologie und Ökonomie zu vereinen und in Einklang zu bringen. Unser Ziel sind effiziente, transparente und vor allem nachhaltige Investments.

Wird der Beruf des Maklers irgendwann aussterben, aufgrund der Digitalisierung?

Gabriel Khodzitski: Davon ist nicht auszugehen. Der persönliche Kontakt und die individuelle Betreuung werden immer eine wichtige Komponente in diesem Zweig bleiben. Die emotionale Komponente ist bei Kaufentscheidungen nicht zu vernachlässigen. Je nach unseren persönlichen Erfahrungen und Vorlieben bewerten wir Liegenschaften unterschiedlich, fühlen uns manchmal sogar hingezogen. Digital lassen sich Gefühle und Emotionen nicht abbilden.

Herr Khodzitski, vielen Dank für das Gespräch.

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